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Segeberg Umjubelter Start der Karl-May-Saison
Lokales Segeberg Umjubelter Start der Karl-May-Saison
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00:28 30.06.2019
Von Thorsten Beck
Mit Alexander Klaws in der Rolle des Apachen-Häuptlings Winnetou und dem Stück „Unter Geiern - Der Sohn des Bärenjägers“ sind die Bad Segeberger Karl-May-Spiele am Sonnabend in die  Saison 2019 gestartet. Quelle: Claus Harlandt
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Der erste Eindruck von „Unter Geiern - Der Sohn des Bärenjägers“

Der neue Winnetou und die beiden Gaststars bei den Karl-May-Spielen in Bad Segeberg funktionieren. Alexander Klaws knüpft überraschend nahtlos an seinen erfolgreichen Vorgänger Jan Sosniok an – allenfalls etwas lauter und aggressiver in der Tonlage.

Auch Larissa Marolt und Raúl Richter bewegen sich bei ihrem Debüt im Wilden Westen von Bad Segeberg vom ersten Moment nicht nur sicher, sondern mit der Zeit sehr (sehr!) nah aufeinander zu. Größte personelle „Wundertüte“ vor der Premiere war wohl die Österreicherin Marolt, die sich im Staub (irgendwann garantiert Matsch) der Arena von ihrem eher eindimensionalem Fernsehbild zu emanzipieren kann.

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Das Programm

Die auch für Kinder gut nachvollziehbare Handlung entführt das Publikum rund zwei Stunden lang mit der aus den vergangenen Jahren bereits gewohnten (und höchst erfolgreichen) Mischung aus Action, Pyrorechnik und Komik in die Bergwelt der Rocky Mountains.

Das Publikum

Karl-May-Premieren in Bad Segeberg haben eine besondere Atmosphäre, weil unter den Gästen traditionell etliche Prominente unterschiedlicher Bekanntheitsgrade (Preisklasse: Ministerpräsident abwärts) weilen; und für manche von ihnen die anschließende Premierenfeier im Indian Village den eigentlichen Höhepunkt des Abends darstellt. Am Ende stand das gesamte Publikum im Kalkberg-Stadion.

Was in Erinnerung bleibt

Es ist die 19. und letzte Inszenierung von Regisseur Norbert Schultze jr., der 1996 zum ersten Mal die Gesamtverantwortung am Kalkberg hatte – und die erste mit einem richtigen Stinktier. Ansonsten der Umstand, dass in Zeiten allgegenwärtiger political correctness (Stichwort: „Rothaut“) ein Indianer den durchtriebenen Oberschurken gibt. Was genau genommen das Gegenteil von Diskriminierung ist. Und: Es hat endlich einmal nicht geregnet!

Bewertung

Vier von fünf Sternen. Auch wenn sich am Ende wieder alles fügt, hat man das meiste doch schon irgendwie mal gesehen. Oder hat zumindest den Eindruck.

Fazit zur Karl-May-Premiere 2019 am Kalkberg

Keine Experimente! Die Kalkberg GmbH hält an ihrem Konzept fest, das den Spielen seit vielen Jahren immer neue Besucherrekorde verschafft. Alles andere wäre auch nur schwer vermittelbar.

Wer von den Karl-May-Spielen keine gehobene Theaterkunst oder historische Ernsthaftigkeit erwartet (und wer tut das schon), ist im neuen Stück bestens aufgehoben.

Hier sehen Sie Bilder zur Premiere der Karl-May-Spiele 2019.
Michael Stamp 29.06.2019
Nicole Scholmann 29.06.2019
Sylvana Lublow 28.06.2019
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