Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Segeberg Drei neue Kirchspiele sind beschlossen
Lokales Segeberg Drei neue Kirchspiele sind beschlossen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:51 19.02.2019
Von Klaus J. Harm
Neustrukturierung im Kirchenkreis Plön-Segeberg: Die ersten drei "unstrittigen" Kirchspiele wurden von der Synode beschlossen. Quelle: Google.com/mymaps Kieler Nachrichten
Anzeige
Kreis Segeberg

Sie sind die "unstrittigen Kirchspiele": Aus den Kirchgemeinden Wahlstedt, Todesfelde, Leezen und Stuvenborn-Seth-Sievershütten wird das neue Kirchspiel „Segeberg-West“. Hier haben alle Kirchengemeinderäte bereits einem Zusammenschluss zugestimmt.

Auch die Stormarner sind sich einig, Zarpen, Hamberge, Reinfeld und Klein Wesenberg sollen zum KirchspielSegeberg-Südost“ werden, wobei der Name vermutlich Anfang März noch auf „Nord-Stormarn“ geändert werden soll.

Anzeige

Gleiches gilt für Bad Oldesloe, die Gemeinde ist groß genug, ein eigenes Kirchspiel „Oldesloe“ zu bilden.

Interaktive Karte: Kirchenspiele im Kirchenkreis Plön-Segeberg

Deutlich weniger Pastorenstellen bis 2030

Mit den Zusammenschlüssen sollen die Kirchengemeinden in Zukunft in der Lage sein mit weniger Personal auzukommen. Prognostiziert ist, dass die Zahl der Pfarrstellen im Kirchenkreis bis zum Jahr 2030 von 67 auf 44 sinken wird.

Auf der Synode am 22. Mai sollen dann die verbliebenen Kirchengemeinden zu Kirchspielen zusammengefast werden. Sie sind noch in der Sondierungsphase.

 „Wir haben uns bewusst dazu entschlossen, die Kirchspiel-Entscheidungen auf zwei Synoden zu verteilen“, sagte Propst Dr. Daniel Havemann, „damit diejenigen, die schnell zusammenfinden, nicht ausgebremst werden. Und jene, die noch etwas mehr Vorbereitungszeit benötigen, kommen so nicht unter unnötigen Druck.“

Große Begeisterung herrscht an der Basis allerdings nicht über den Prozess. In einigen Regionen besteht offensichlich noch Abstimmungsbedarf.

Kritik am Zeitplan für Kirchspiel-Bildung

Neuengörs zum Beispiel ist sich noch nicht einig, ob man nicht lieber zu Segeberg oder zu Segeberg-Nordost mit den Gemeinden Sarau, Schlamersdorf, Warder und Pronstorf gehören will.

Dort wiederum sieht man keinerlei Notwendigkeit für eine eilige Neustruktur: „Wir haben in Pronstorf auf absehbare Zeit kein Loch“, sagt Caspar Graf zu Rantzau. „Bei uns sind 80 Prozent der Bevölkerung Kirchenmitglieder, keiner von uns freut sich.“ 

Ähnlich sahen es auch die Synodalen aus dem Kreis Plön, Pastor Christoph Thoböll von St. Katharinen zu Propsteierhagen, rügte zunächst einmal die Schreibung seiner Gemeinde mit „b“. Die Propstei habe nichts mit Probe zu tun.

Er fand, genau wie Pastor Christoph Pfeifer aus Preetz, den Zeitdruck zu groß. „Was macht die Synode, wenn wir uns bis zum Mai nicht einigen können?“

Klares Votum für weitere Neustrukturierung

Präses Peter Wiegner gemahnte die Synodalen: „Seit September befassen wir uns damit, wir müssen irgendwann eine Entscheidung treffen.“

So beschlossen die 74 anwesenden Synodalen mit acht Gegenstimmungen und sechs Enthaltungen die Gespräche in den restlichen Gemeinden fortzuführen.

Um die Kirchengemeinden bei der bevorstehenden Umstellung zu unterstützen, stimmte die Synode der Schaffung zweier neuer Pfarrstellen für Vertretungsdienste zu, zunächst jeweils auf sechs Jahre befristet.

„Damit wollen wir sicherstellen, dass Vakanzen, die im Laufe des Prozesses „Kirchenkreis 2030“ entstehen, schnell und gut abgedeckt werden können“, sagte Propst Havemann.

Neubau für Kirchenverwaltung soll kleiner ausfallen

Zum Abschluss berichtete Havemann über den geplanten Neubau der Kirchenkreisverwaltung. Nach ersten Gesprächen mit dem ausgewählten Architekturbüro „me di um – Architekten“ aus Hamburg soll aus Kostengründen auf einige Gebäudeteile verzichtet werden, etwa auf die Tagespflege und das Hauptmagazin für das Archiv.

Endgültig entscheiden möchte man aber erst im Februar 2020 und hofft bis dahin auf eine verlässliche Kostenschätzung.

 

19.02.2019
Segeberg Städtisches Gymnasium - Lesen als Gemeinschaftserlebnis
Matthias Ralf 19.02.2019
Einar Behn 19.02.2019