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Segeberg Paar aus Segeberg baut sich Tiny House
Lokales Segeberg Paar aus Segeberg baut sich Tiny House
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08:00 26.06.2019
Helmuth Haupt und Partnerin Liane Wise aus Bad Segeberg bauen sich ihr eigenes Tiny House. Damit wollen sie demnächst auf den Campingplatz in Wittenborn ziehen. Quelle: Nadine Materne
Bimöhlen/Wittenborn

Ihren Hausrat haben Helmuth Haupt und Liane Wise bereits deutlich reduziert. Nur was wirklich wichtig ist, behalten sie. Sämtliche Kleidung der beiden, die einen Bügel benötigt, passt auf 1,10 Meter lange Kleiderstange, erzählt Liane Wise. Viel mehr Platz wird dafür auch nicht sein in ihrem zukünftigen Minihaus.

Verkleinern von 200 auf 40 Quadratmeter

Auf einem Bauernhof in Bimöhlen arbeiten Haupt und Wise zusammen mit einem Zimmermann am neuen Traumhaus. Auf zwei Plattform-Anhängern haben sie zwei Holzbungalows gebaut. Als L zusammengestellt ergeben sie das neue Mobilheim mit 40 Quadratmetern. 

Auf dem Campingplatz in Wittenborn haben sich die beiden bereits ein Grundstück gepachtet. „Der Innenausbau erfolgt dann vor Ort“, erzählt Haupt. Zum Winter wollen sie einziehen.

Derzeit leben Helmuth Haupt und seine Frau noch auf 200 Quadratmetern in einem Mietshaus mit riesigem Grundstück. Doch die beiden wollen sich nicht mehr „von den Dingen beherrschen lassen“, wie sie sagen. „Wenn man viel hat, muss man sich auch um vieles kümmern.“

Helmuth Haupt und Partnerin Liane Wise aus Bad Segeberg wollen sich radikal verkleinern und bauen sich ihr Minihaus auf Rädern.

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Im Umkehrschluss heißt das: weniger Besitz, mehr Zeit für sich. Ein kleines Haus mit kleinem Grundstück bedeute auch weniger arbeiten zu müssen, um das Leben zu finanzieren, hofft Haupt.

Er und seine Frau sind selbstständig, betreiben unter anderem eine Massagepraxis in Bad Bramstedt. Für sie bedeutet der Hausbau auch, sich ein Stück Freiheit zurückzuholen. Auch mit Blick in die Zukunft: „Ich bin 55 Jahre, es sind also noch zehn Jahre bis zur offiziellen Rente“, sagt Haupt. Für den Ruhestand seien geringere Fixkosten von Vorteil.

Mobile Platzwunder - aber es gibt Tücken

Angesichts steigender Immobilienpreise und wachsender Altersarmut sind Tiny Häuser im Trend. Mehrere Anbieter werben mit den mobilen Platzwundern. Vier Meter hoch, 2,50 Meter breit, Bad, Küche, Sitzecke und eine Treppe in die Schlafkoje unterm Dach.

So in etwa stellten sich auch Helmuth Haupt und Liane Wise ihr neues Zuhause anfangs vor. Ein vier Meter hohes Mobilhaus dürfte auf der Straße fahren – aber nicht auf einem Campingplatz stehen. Hier gilt die Camping-Verordnung für Schleswig-Holstein. Und die besagt: Maximalhöhe 3,5 Meter.

„Wir haben uns dann im Internet inspirieren lassen“, sagt Liane Wise. Dort haben sie ein L-förmiges Tiny-House aus zwei Anhängern entdeckt. „Und was wir in der Höhe verlieren, holen wir uns in der Breite“, ergänzt ihr Mann. Statt 2,50 Meter hat der Anhänger eine Breite von drei Metern.

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Erst vor wenigen Monaten haben sie mit dem Bau begonnen. Detaillierte Planzeichnungen gibt es nicht. „Das ist alles hier“, sagt Haupt und tippt sich an die Stirn. Zimmermann Florian Graf hilft dem Paar bei der Umsetzung. 

7,80 Meter misst der größere Wagen für Wohnzimmer und Küche. Durch eine Schleuse geht es dann in den zweiten, kürzeren Wagen. Hier sind das Bad und nebenan das Schlafzimmer untergebracht. „Wir müssen auf nichts verzichten“, betont Wise. Das Tiny House wird an eine Wasserleitung angeschlossen, geheizt wird mit Gas. Im Grunde sei es ein ganz normaler Holzbungalow, nur auf Rädern.

Die Räder sind jedoch nur zum Rangieren gedacht. Eine Straßenzulassung strebt das Paar nicht an. Transportiert werden die Hausteile auf Tiefladern. „Wir wollen nicht ständig den Ort wechseln“, sagt Haupt. Schon beim ersten Besuch auf dem Campingplatz Weißer Brunnen hätten sie sich verliebt. Hügeliges Gelände, der See, Wald.

Die ersten Pächter der Tiny House Siedlung Wittenborn

„Ein Grundstück am See, wer kann sich das in der Regel schon leisten?“, weiß auch Platzbetreiber Tim Ratajczak. Anfragen nach Plätzen für ein Tiny House gebe es wöchentlich. Viele kämen auch vorbei zum Gucken. „Manche Menschen wollen sich bewusst verkleinern“, sagt er.

Auch die Kosten spielten eine Rolle. Die Jahrespacht in Wittenborn beträgt je nach Grundstücksgröße 2500 bis 3000 Euro. Etwa 12 Plätze für Tiny Häuser stehen zur Verfügung. Helmuth Haupt und Liane Wise sind die ersten, die hier ihr Minihaus aufstellen werden.

Oft muss Ratajczak aber auch die Erwartungen potenieller Pächter bremsen. Tiny-House-Bauer würden ihren Kunden oft nicht sagen, dass die Maximalhöhe auf Campingplätzen in Schleswig-Holstein 3,5 Meter betrage. „Mich stört ein höheres Haus nicht, aber wenn einer kommt und nachmisst bringt das keinem was“, verdeutlicht Ratajczak. „Das Tiny House müsste im schlimmsten Fall weg und ich bin einen Pächter los.“

Dass sich Helmuth Haupt und Liane Wise in Zukunft auf 40 Quadratmeter Wohnfläche beschränken müssen, sehen sie nicht als Problem. „Wir sind eh sehr eng“, sagen sie. Sowieso werde sich ihr zukünftiges Leben auf dem Campingplatz viel draußen abspielen.

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Von Nadine Materne

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