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Segeberg Klinik wird doch nicht verkauft
Lokales Segeberg Klinik wird doch nicht verkauft
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18:25 28.06.2012
Die Paracelsus-Klinik im Henstedt-Ulzburger Ortsteil Rhen wurde von 2009 bis 2011 für rund 30 Millionen Euro komplett umgebaut und modernisiert. Doch seitdem erwirtschaftet das 211-Betten-Krankenhaus nur Defizite. Quelle: sz
Henstedt-Ulzburg

Der Para-Konzern mit Hauptsitz in Osnabrück will das Krankenhaus an der Wilstedter Straße im Ortsteil Rhen behalten, obwohl es Verluste in Millionenhöhe beschert. „Die Paracelsus-Klinik in Henstedt-Ulzburg wird nicht verkauft. Wir haben immer betont, dass wir zu dem Standort stehen. Das heißt für uns, dass wir diese Klinik nicht unter Wert abgeben“, sagte Alfred Felscher, Sprecher der Geschäftsführung des europaweit tätigen Klinik-Konzerns am Donnerstag in einem Pressegespräch.

 Im Januar hatte das Unternehmen, das unter anderem 17 Akut-Krankenhäuser und 11 Reha-Kliniken besitzt und zu den großen privaten Klinikträgern in Deutschland zählt, bekannt gegeben, sich aus wirtschaftlichen Gründen vom Rhen verabschieden zu wollen. Denn während der langwierigen Neu- und Umbauphase von März 2009 bis April 2011 war die Zahl der Patienten stark rückläufig. Ursache dafür war hauptsächlich, dass während der Bauarbeiten auf dem Rhen ein Teil des medizinischen Versorgungsangebotes, unter anderem die komplette Abteilung für Innere Medizin, vorübergehend in das damals noch nicht komplett still gelegte Paracelsus-Krankenhaus an der Alvesloher Straße in Kaltenkirchen ausgelagert worden war.

 Nach Abschluss der Modernisierung blieb die erhoffte Steigerung der Patientenzahlen auf dem Rhen aus. Die Kosten allerdings verringerten sich kaum. Deshalb summierten sich allein 2011 die Verluste auf rund 7,5 Millionen Euro - bei einem Jahresumsatz von rund 25 Millionen Euro. Die Para-Konzernleitung zog Anfang dieses Jahres die Reißleine und startete ein Bieterverfahren. Fünf bis zehn Übernahmeangebote seien eingegangen, die ganaue Zahl und die Namen der Interessenten wollte Felscher nicht nennen, betonte aber: „Am Ende des Auswahlprozesses war keines der Angebote für Paracelsus akzeptabel.“

 Inzwischen kränkelt die Para-Klinik nicht mehr so stark, der Patientenzulauf wächst langsam. „Aber aus der Verlustzone heraus werden wir es dieses Jahr noch nicht schaffen“, sagte Konzern-Sprecher Felscher und rechnete mit einem Defizit am Jahresende von knapp unter 4 Millionen Euro.

 Auf internen Sitzungen hat das Management den rund 370 Beschäftigten in Henstedt-Ulzburg und dem Betriebsrat bereits tief greifende Veränderungen angekündigt. Schon 2009 und 2010 waren Sozialpläne mit jeweils deutlichem Stellenabbau aufgelegt worden. „Einen dritten Sozialplan wird es nicht nicht geben, auch keinen personellen Kahlschlag“, betonte Felscher.

 Die Para-Klinik auf dem Rhen ist ein Akutkrankenhaus mit einem vom Land erteilten Versorgungsauftrag in der so genannten Grund- und Regelversorgung. Zum Leistungsspektrum gehören unter anderem: Innere Medizin, Orthopädie, Unfall-, Hand- und Fußchirurgie, Gynäkologie und Geburtshilfe, Anästhesie und Intensivmedizin sowie die Notfallambulanz. Die Klinik hat 211 Planbetten. Durchschnittlich 10000 Patienten wurden in den vergangenen Jahren versorgt.

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