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Segeberger Pflegeheime in Not: Keine Pfleger
Lokales Segeberg Segeberger Pflegeheime in Not: Keine Pfleger
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Ausbilder Guido Armbrecht (rechts) zeigt angehenden „Helfern in der Pflege“ im DRK-Schulungsraum in Bad Segeberg den Körperaufbau eines Menschen. Quelle: sz
Kreis Segeberg

„Im Rahmen der Kontrollen wird zunehmend deutlich, dass mehr Einrichtungen Probleme haben, offene Stellen für Pflegefachkräfte zeitnah wieder zu besetzen“, stellte Christine Schröder von der Kreisheimaufsicht jüngst in einem Bericht für einen Fachausschuss fest. „Dies gilt selbst für Einrichtungen, die in der Vergangenheit keine Probleme dabei hatten.“ Diese Heime greifen dann häufig auf Zeitarbeiter und Selbstständige zurück. „Dies wird in Zukunft zunehmend mehr der Fall sein“, sagt die Heimaufsicht voraus: sie will darauf ein Auge haben.

 Die Heime müssen einen Stellenplan einhalten, weiß Manja Merenz. Sie leitet die Kurse des DRK-Kreisverbandes für „Helfer in der Pflege“. Ersetzen können die Helfer examinierte Pflegekräfte aber nicht. Nur sie dürfen in Heimen bestimmte Arbeiten verrichten.

 Gerade erst hat in Bad Segeberg ein Kursus für Helfer in der Pflege begonnen. Je 140 Stunden Theorie und Praktikumszeit vermitteln den Frauen und Männern Grundlagen. „Die werden alle eine Stelle bekommen“, prophezeit Merenz.

 Das Problem, Nachwuchs zu finden, hängt auch mit schwierigen Arbeitsbedinungen und schlechter Bezahlung zusammen. Manche Heime wollen nur 400-Euro-Kräfte, andere wollen nur Teilzeit- statt Vollzeitkräfte, sagt Kursusleiterin Merenz. So ließen sich Wochenenddienste besser organisieren. Die Entlohnung bei Helfern in der Pflege ist mit etwa 10 Euro pro Stunde nicht üppig. Allerdings ändert sich derzeit die Lage, sagt Merenz. „In vielen Stellenanzeigen im Pflegebereich schreiben Arbeitgeber nun, dass das Gehalt Verhandlungssache sei.“

 Im Kreis Segeberg gibt es 89 Einrichtungen mit 5010 Plätzen: 59 Alten- und Pflegeheime, fünf Tagespflegeeinrichtungen und 25 Behinderteneinrichtungen. Ein Kleinstheim wurde 2011 geschlossen, ein neues Heim in Norderstedt gebaut, eines ist in Henstedt-Ulzburg geplant. 57 Mal prüfte der Medizinische Dienst der Krankenversicherung Segeberger Heime. Die Ergebnisse sind mit der Durchschnittsnote 1,65 besser als im Landesschnitt (Note 1,7).