Kommunalpolitiker in Nahe und Itzstedt planen Bürgerentscheid zur Fusion
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Segeberg Wird aus Nahe und Itzstedt ein Dorf?
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Kommunalpolitiker in Nahe und Itzstedt planen Bürgerentscheid zur Fusion

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12:29 09.10.2020
Von Nicole Scholmann
Die Bürger sollen entscheiden, ob aus Itzstedt (oben im Bild) und Nahe (unten) ein Dorf werden soll. Quelle: Küfner
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Nahe/Itzstedt

Für Bürgermeister Helmut Thran (SPD) aus Itzstedt liegen die Vorteile eines Zusammenschlusses der Gemeinden Itzstedt und Nahe auf der Hand: "Eine Fusion hat enorme Einsparungen zur Folge", betont Thran. Er gibt zu bedenken, dass, sollten beiden Orte die 2500-Einwohner-Marke knacken, jeweils 17 Gemeindevertreter eingesetzt werden müssten, mit jeweils einem Bürgermeister an der Spitze. Dazu kämen diverse Ausschüsse mit weiteren bürgerlichen Mitgliedern.

Das Amt Itzstedt, das die Verwaltungsaufgaben für die angehörigen Gemeinden übernimmt, müsse jeden Kommunalpolitiker und jedes Gremium betreuen. Anders sehe die Lage bei einer Gemeindefusion aus. Dann gebe es laut Thran nur eine Gemeindevertretung, die einzelnen Ausschüsse auch nur ein Mal - und einen dann hauptamtlichen Bürgermeister statt der jetzt zwei ehrenamtlichen.

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Amt Itzstedt soll einen Bürgerentscheid erarbeiten

Die Gemeindevertretungen Itzstedt und Nahe haben in ihren jüngsten Sitzungen den Anträgen der jeweiligen SPD einstimmig zugestimmt. Das Amt Itzstedt soll einen Bürgerentscheid ausarbeiten. Auf den November-Sitzungen wollen die Gemeindevertreter in Itzstedt und Nahe endgültig grünes Licht für die Befragung der Bürger geben. Ein Bürgerentscheid bedürfe langer und sorgfältiger Vorbereitung, so Bürgermeister Thran, deshalb sei bereits über ein Jahr vor dem angestrebten Termin die Entscheidung angestoßen worden, die Bürger zu befragen.

Fusion schon lange im Gespräch

Das Thema einer Fusion sei kein neues, betont Thran. Im Juni 2017 hatten der Kommunalberater Klaus-Dieter Dehn und ein Vertreter der Gemeinde Oeversee - die Kommune setzt sich aus den früheren Einzelgemeinden Oerversee und Sankelmark zusammen - die Ortspolitiker über den Prozess einer Zusammenlegung informiert. Es folgte im Juli eine Einwohnerversammlung mit rund 150 Besuchern.

Bürgermeister Holger Fischer (WDN) aus Nahe befürwortet die Fusion - möchte aber, dass beide Ortsteile ihren jeweiligen Namen behalten. "Das war eine Frage, die wir uns gestellt haben: Wie sollen wir heißen?", sagt Fischer. Die Ortspolitiker in Nahe legen seiner Meinung nach großen Wert darauf, die Bürger entscheiden zu lassen. Die Zeit bis zum Entscheid müsse gut genutzt werden, um die Menschen in Nahe und Itzstedt über einen Zusammenschluss zu informieren. Denn: "Das wäre ein Riesenschritt für uns alle", ist Fischer sich sicher.

Diskussion hat auch eine emotionale Ebene

Itzstedts Gemeindechef Helmut Thran appelliert an seine Bürger, sich mit dem Thema zu beschäftigen. In vielen Gesprächen im Dorf sei er in den vergangenen Jahren immer mal wieder angesprochen worden auf eine mögliche "Heirat" mit Nahe. Dabei habe er festgestellt, dass es weniger die älteren Bürger seien, die sich gegen eine Fusion aussprechen, als vielmehr Jüngere. Thran und auch Fischer ist klar, dass es bei dem Thema auch eine nicht zu unterschätzende emotionale Ebene gebe. Man hänge an "seinem" Dorf und der Selbstständigkeit. Dennoch seien die Vorteile groß.

Bürgerentscheid an Bundestagswahl koppeln

Der Termin der Bundestagswahl im kommenden Jahr soll für den Bürgerentscheid genutzt werden. "Erfahrungsgemäß gibt es dort die höchste Wahlbeteiligung", meint Thran. Man erhoffe sich, dass die Wahlberechtigten, die den neuen Bundeskanzler oder die neue Bundeskanzlerin wählen, auch gleich ihr Kreuz bei der Frage um die Gemeindefusion von Nahe und Itzstedt setzen. "Möglichst viele Bürger sollen ihr Votum abgeben", hofft Thran.

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