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Segeberg Kontroverse Diskussion bis zur Mehrheit
Lokales Segeberg Kontroverse Diskussion bis zur Mehrheit
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20:48 18.01.2019
42 Schüler von sechs Schulen im Kreis Segeberg nahmen am Planspiel Jugend im Kreistag teil. Sie wählten Ileane Töter (14, vorn) zur Kreispräsidentin und Helen Marie Gniot (16) zur Stellvertreterin. Der echte Kreispräsident Claus Peter Dieck unterstützte die Jugendlichen. Quelle: Nadine Materne
Kreis Segeberg

Medienunterricht einführen, weniger Plastik in Kitas und Schulen verwenden, Beteiligungsrechte für die Jugend ausbauen und mehr Begegnungsstätten schaffen lauteten die Forderungen aus den Arbeitsgruppen. Wie im echten Leben wurden zur Vorbereitung der Kreistagssitzung am Freitag zunächst in Kleingruppen Themen diskutiert, Positionen erarbeitet und schließlich Beschlussvorschläge gemacht.

Kompromisse suchen wie im echten Leben

Wie schwierig es sein kann, im Jugend-Kreistag eine Mehrheit zu erreichen, musste die Gruppe „Vielfalt“ erfahren. Edita, Jody, Tia und Johanna von der Jürgen-Fuhlendorf-Schule in Bad Bramstedt argumentierten für Begegnungszentren, in denen Minderheiten besser in die Gesellschaft eingebunden werden sollen. Der Rest des Plenums ist nicht so begeistert. Es gibt zahlreiche Redebeiträge zum Sinn des Konzepts, über Umsetzungsprobleme und Kosten.

Lena vom Alstergymnasium in Henstedt-Ulzburg stellte schließlich den Antrag, auf bestehende Begegnungsstätten zu setzen und diese zu fördern. Damit konnte sich die Mehrheit anfreunden – den Jugendlichen der AG Vielfalt ging dieser Vorschlag aber nicht weit genug, sie stimmten dagegen.

Bei Jugend im Kreistag können die Teilnehmenden großzügig sein und beschließen, was sie wollen. Wichtig am Projekt sei, junge Menschen für Kommunalpolitik zu begeistern, erklärte Ulrike Täck. Sie lernen den Ablauf einer Sitzung kennen, wählen auch ihren Kreispräsidenten. Von der Diskussionsfreude war sie begeistert. „Es mussten sogar Rednerlisten geschlossen werden.“

Abstimmungen zu verlieren gehört auch dazu

Und sie lernen auch, wie es ist, mit einer Idee gegen eine Wand zu laufen. Einen konkreten Vorschlag präsentierten Lea Desiree und Henriette: 3,5 Hektar mehr Wald für den Kreis. Um den CO2-Gehalt zu senken, um Lebensraum für Tiere zu schaffen, dem Klimawandel entgegenzuwirken.

Die Mehrheit der Schüler sah darin wenig Positives. Der Landwirtschaft werde Fläche genommen, es wurde angezweifelt, ob das Waldstück etwas nützt.  "Wir wissen doch gar nicht, ob der Klimawandel noch aufzuhalten ist, wenn die Bäume in 40 Jahren gewachsen sind", so ein Schüler vom Alstergymnasium. Nach der verlorenen Abstimmung waren Henriette und Desiree enttäuscht, wurden aber für ihre Argumentation gelobt. Verlieren gehört eben auch dazu. Klimamanager Heiko Birnbaum will sich trotzdem an die beteiligten Schulen wenden und fragen, was dort im Lehrplan zum Naturschutz vermittelt werde.

Von Nadine Materne

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