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Segeberg Vorfreude auf das neue Auto
Lokales Segeberg Vorfreude auf das neue Auto
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10:57 08.12.2018
Sieben Jahre alt ist die kleine Djelly aus Lentföhrden vor einigen Tagen geworden. Nach der Geburtstagsfeier mit vielen Geschenken, die Mutter Daniela Niemeier (links) ausrichtete, ist nun wieder der Alltag eingekehrt. Die Lentföhrdener Grundschullehrerin Jennifer Peters schaut fünfmal in der Woche vorbei, um Djelly mit viel Intuition und viel Musik zu unterrichten. Quelle: Georg Grommes
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Lentföhrden

Ende Dezember wird Djellys neues Auto direkt aus dem VW-Werk zu Viktor Wagner gebracht, der in Lentföhrden ein Unternehmen für Fahrzeugelektrik und – umbau betreibt. Wagner hat sich bereit erklärt, den Transporter in seiner Firma „passend“ zu machen. Drei Wochen später kann die Familie  Niemeier dann zum ersten Mal gemeinsam mit ihrer Tochter einen größeren Ausflug machen. Und das Ziel steht auch schon fest: Zum Wildpark Eekholt soll’s gehen, „weil Djelly doch Tiere so sehr liebt.“

Djelly kann sich kaum bewegen

Das Mädchen leidet an Spinaler Muskelatrophie (SMA), einer genetisch bedingten, unheilbaren Krankheit. SMA bedeutet, dass alle Muskelfunktionen im Körper schleichend schwächer werden, bis am Ende auch die Atmung erlischt. Djelly kann sich kaum bewegen, sie muss dauerhaft beatmet und künstlich ernährt werden. Ihren Speichel kann sie nicht schlucken, wie es gesunde Menschen tun. Er muss regelmäßig maschinell abgesaugt werden. Das Kind darf keine Minute des Tages ohne Betreuung sein.

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Beatmungsgerät muss immer dabei sein

Wenn die Niemeiers ihr Haus in Lentföhrden verlassen wollen, geht dies nur mit einem besonders umgebauten Rollstuhl, lebensnotwendige Hilfsmittel wie das Beatmungsgerät oder die Maschine zum Speichelabsaugen müssen immer dabei sein. Weite Wege sind nicht möglich. Die restliche Welt bleibt dem geistig völlig normalen Kind verschlossen.

Spendenaktion lief toll

Das wird sich sehr bald ändern. In einer großen Spendenaktion, an der sich auch viele Leser der Segeberger Zeitung großzügig beteiligten, wurde in kurzer Zeit genug Geld gesammelt, um einen geeigneten Transporter zu kaufen, der im Januar in Lentföhrden zweckmäßig umgebaut wird.

Hoffnung auf neues Medikament

Jetzt hofft die kleine Familie, auch gut über den Winter zu kommen. Erkältungsgefahr, jede Infektion könnte für Djelly tödlich sein. Hoffnung haben die Niemeiers auch, dass ein neues Medikament, das Djellys Gen-Defekt heilen könnte, erfolgreich die Tests in Amerika besteht.

Unterricht im eigenen Haus

Solange aber ist ganz praktische Hilfe gefragt. Die leistet zum Beispiel die Lentföhrdener Grundschullehrerin Jennifer Peters. Sie hatte sich spontan gemeldet, als in ihrem Kollegium gefragt wurde, wer denn Lust und Interesse habe, die kleine Djelly zu unterrichten. Seit den Sommerferien kommt sie fünfmal in der Woche für insgesamt sechs Stunden und das kleine Mädchen ist wirklich begeistert.

Von Georg Grommes

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