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Segeberg 20 Monate Haft für Trappenkamper (20)
Lokales Segeberg 20 Monate Haft für Trappenkamper (20)
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07:00 22.01.2019
Von Gerrit Sponholz
Bei dem Vandalismus im Mai 2018 waren das Vereinsgebäude des TV Trappenkamp und dessen Archiv verwüstet worden. Schaden damals: Rund 75000 Euro. Quelle: markus weber / Archiv
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Bad Segeberg/Trappenkamp

Das Urteil fiel um 18.30 Uhr. Freigesprochen wurde er nach mehrtägiger Verhandlung nur von der Brandstiftung in einem Trappenkamper Vereinsheim im Mai 2018 und davon, einer Frau in Trappenkamp unter Androhung einer Schreckschusspistole ihren Wagen weggenommen zu haben. 

Weiterer Prozess droht

Der weitgehend geständige Angeklagte nahm die Urteilsverkündung gelassen auf. Er sitzt seit Oktober 2018 in Untersuchungshaft in Neumünster, wegen etlicher Fälle ähnlichen Kalibers im Kreis Plön, die noch verhandelt werden müssen. „Alle Taten tun mir wirklich leid“, hatte der junge Mann als Schlusswort nach den Plädoyers von Anklage und Verteidigung gesagt. „Ich habe viel nachgedacht. Leider kann ich die Taten nicht rückgängig machen.“

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Dazu zählte über ein Dutzend Taten unter anderem in Trappenkamp, Bornhöved, Rickling und Bad Segeberg, oft unter Einfluss von Alkohol und Drogen, wie auch das Gericht strafmildernd anerkannte. So stahl er Handtaschen, warf Scheiben ein, hatte Graffitis gesprayt, war ohne Ticket Bahn gefahren, hatte im Vereinsheim des TV Trappenkamp (TVT) randaliert und hatte einem Mann im Streit ins Gesicht geschlagen. Schwer ins Gewicht fiel auch, dass er mit einem Kumpel einem Dritten dessen Wertsachen geraubt hatte.

"Schädliche Neigung"

Das Gericht unter Richterin Dorothea Rohrdantz blieb deshalb unter der von der Staatsanwaltschaft geforderten Strafe von zwei Jahren Haft, sprach sie aber auch nicht zur Bewährung aus, wie zuvor von Verteidiger Axel Freitag gefordert. Es gebe einen „Gesamterziehungsbedarf“, so das Gericht. In der Haft könne der 20-Jährige den Hauptschulabschluss nachholen und ein berufsvorbereitendes Jahr absolvieren. „Das wäre ein Gewinn für Sie“, ermahnte Rohrdantz ihn. Die Sozialprognose sei bislang ungünstig, er habe eine „schädliche Neigung“. Die Straftaten seien immer schlimmer geworden, er habe ein Drogen- und Alkoholproblem und verfüge über keinen festen Wohnsitz. 

Nielsen und Verteidiger Axel Freitag waren sich einig, dass der 20-Jährige reifeverzögert ist. Jahrelang hat der Angeklagte Betäubungsmittel genommen, 2016 und 2017 sich Entziehungskuren unterzogen. Zwischen 2012 und 2016 beging er viele Straftaten: Sachbeschädigung, Bedrohung, Diebstahl und Handel mit Betäubungsmitteln. Bestraft hätten ihn die Gerichte kaum, hatte der Angeklagte gegenüber dem Jugendgerichtshelfer ausgesagt, und der 20-Jährige hätte sich gewundert: „Er versteht nicht, warum er nicht früher von der Justiz sanktioniert worden ist.“ In vier der Fälle habe die Justiz von Strafverfolgung abgesehen, einmal einen Täter-Opfer-Ausgleich angeordnet und einmal nur ein Entschuldigungsschreiben gefordert.

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