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Segeberg 60 Lehrer fehlen an Segebergs Schulen
Lokales Segeberg 60 Lehrer fehlen an Segebergs Schulen
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11:12 28.12.2018
Segebergs Schulrat Jürgen Hübner geht in den Ruhestand. Quelle: Nadine Materne
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Bad Segeberg

67 Schulen im Kreis Segeberg betreuen die Schulräte. Besonders im Förderschulschulbereich fehlten ausgebildete Kräfte. Und die Konkurrenz aus dem Umland sei groß, sagt Hübner. Gerade in der Nähe von Hamburg, das oft attraktiver ist für die wenigen zur Verfügung stehenden Lehrer.

Mal zu viele, mal zu wenig Lehrer

Hübner kennt noch ganz andere Zeiten. Als gebürtiger Flensburger entschied er sich nach der Zeit bei der Marine für ein Lehrerstudium. Deutsch und Geschichte. Damals, Ende der 1980er Jahre, „konnte man die Straße mit Lehrern pflastern“.  „Es gibt entweder zu viele oder zu wenig Lehrer“, sagt Hübner und wundert sich: Bis ein Lehrer mit der Ausbildung fertig ist, vergehen sechs Jahre. Ein Zeitraum, der eigentlich gut zu prognostizieren sei in Sachen Schülerzahlenentwicklung. Auch sei bekannt, wie viele Lehrer pro Jahr in den Ruhestand gehen. Entsprechend müssten die Studienplätze angepasst werden, findet er.

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Konnten vor einigen Jahren noch Lehrer aus den neuen Bundesländern abgeworben werden, seien Mecklenburg-Vorpommern oder Brandenburg inzwischen zu Konkurrenten geworden beim Werben um verfügbare Lehrer.

Dass inzwischen zahlreiche Quereinsteiger in den Klassenzimmern stehen, findet Hübner aber nicht schädlich. Im Gegenteil. Die Sicht von außen sei gut für Schulen, findet er. Es sei wichtig, dass andere Professionen in Schulen vorkommen. Als Hübner 1999 Schulleiter in Geesthacht wurde an einer Grund- und Hauptschule, war der Schulsozialarbeiter ein Novum. Heute ist er schon fast Standard.

Sorge um Gemeinschaftsschule

Die Integration der Migranten in den letzten Jahren hätten die Segeberger Schulen insgesamt gut hinbekommen.

Sonst macht sich Hübner um die Grundschulen im Kreis keine Sorgen. Eher um die Gemeinschaftsschulen. Die Zahlen bei den fünften Klassen schwanken stark. Durch die Rückkehr zu G9 – das Gymnasium in neun Jahren – wird es für Gemeinschaftsschulen schwieriger. Vor allem für die ohne Oberstufe.

Von Nadine Materne

Michael Stamp 28.12.2018
Einar Behn 27.12.2018
Nicole Scholmann 27.12.2018