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Segeberg A20 wird doppelt so teuer wie geplant
Lokales Segeberg A20 wird doppelt so teuer wie geplant
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08:00 25.05.2019
Von Gerrit Sponholz
Für die A20 bei Bad Segeberg müssten mehrere Brücken gebaut werden, wie hier zwischen Bad Segeberg und Klein Gladebrügge. Quelle: Land
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Bad Segeberg

Das geht aus Unterlagen der Bund-Länder-Planungsgesellschaft Deges hervor. 

Noch im Jahr 2013 hatten die Planer des damals federführenden Landes Schleswig-Holstein angegeben, Grunderwerb und Bau würden etwa 149,7 Millionen Euro kosten. Vor einem Jahr hatte das Land die Planung der Deges übertragen. Sie hat im April aktualisierte Zahlen vorgelegt.

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Danach wird der Abschnitt 314 Millionen Euro kosten. Hinzu komme ein „Ablösungsbeitrag“ von 111 Millionen Euro. Dies sind die sogenannten kapitalisierten Kosten, die für die Straßenunterhaltung und die spätere Erneuerung nötig sind, erklärt ein Deges-Planer.

Die Gesamtkosten für den Abschnitt bei Bad Segeberg liegen also bei 425 Millionen Euro, pro Kilometer über 40 Millionen Euro.

Einhausung nötig, aber zu teuer

Würde die A20 wie ein Tunnel eingehaust, um die Stickstoffbelastung von dem Autoverkehr auf das Travetal unter die Grenzwerte zu senken, würde der Abschnitt um weitere mindestens 190 Millionen Euro teurer. Die Gesamtsumme läge dann bei 615 Millionen Euro, pro Kilometer also bei über 60 Millionen Euro. 

Die Mehrkosten von 190 Millionen Euro sind aber „nicht zumutbar“, heißt es in einem internen Sachstandsbericht von Verkehrsminister Bernd Buchholz und der Deges aus dem Mai.

Weil dann allerdings die Stickstoff-Grenzwerte gerissen werden, „verbleibt ein Restrisiko für die Baurechtschaffung.“

Mit anderen Worten: Mögliche Kläger könnten erneut vor dem Bundesverwaltungsgericht gewinnen. 

Das Gericht hatte 2013 die Baugenehmigung für den Abschnitt bei Bad Segeberg gestoppt. Erst solle der Fledermausschutz verbessert werden und sei intensiver zu prüfen, ob nicht südlichere Trassen verträglicher für Natur und Umwelt wären. 

Alternativen noch teurer

Alternativtrassen, die geprüft und verworfen wurden, sind ebenfalls alle teurer als die nahe Südumgehung. Die Summen reichen, inklusive der Ablösungsbeiträge, bis zu 673 Millionen Euro.

Die Deges hofft, damit nicht vor Gericht zu scheitern und 2029 diesen Abschnitt fertig gebaut zu haben.

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