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Segeberg Alterssitz: Mobilheim
Lokales Segeberg Alterssitz: Mobilheim
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11:28 21.05.2019
Von Gerrit Sponholz
Hans Piel hat sich einen Traum erfüllt: Ein Leben im Mobilheim. Seines wird gerade auf dem Campingplatz in Klein Rönnau angeliefert. Quelle: Gerrit Sponholz
Klein Rönnau

Bislang wohnen die Rheinländer in der Türkei. Doch dort wird es zunehmend ungemütlich. Als zweites Standbein hat das Paar nun ein Mobilheim auf dem Campingplatz am Klüthseehof in Klein Rönnau aufstellen lassen.

Das Paar folgt damit einem Trend, dem Platzbesitzerin Evelin Erdmann Rechnung trägt. Sie lässt derzeit einen Teil ihres Campingplatzes zu einem kleinen Mobilheimdorf umbauen.

Natur lockte

„Wir hatten erst Bedenken, in den Norden zu ziehen“, sagt Hans Piel mit einem Blick zum wolkenverhangenen Himmel. „Doch Freunde, die in Eutin leben, hatten gesagt, wie schön es in Holstein ist.“ Ein kleines Auto, um beweglich zu ein, haben sie sich auch schon zugelegt. 

Piel ist gelernter Schreiner, hat aber auch schon als Verkäufer und Immobilienmakler gearbeitet. „Ich habe etwa 60 Berufe gehabt“, sagt Piel, der nicht widerspricht, wenn man ihn eine rheinische und kommunikative Frohnatur nennt.

Das Paar muss von schmalen Renten leben. Zunächst hatten beide sich in die Türkei verliebt. Bei Alanya kauften sie sich 2015 an der türkischen Riviera eine Wohnung. „Ich liebe das Mittelmeer“, sagt Marion Asche. „Und die freundlichen Menschen dort. Es war ein tolles Gesamtpaket.“

Doch Hans Piel wird es in der Türkei zunehmend ungemütlich. „Die Katzenpflege liegt mir am Herzen“, sagt er. Doch der Tierschutz habe bei türkischen Behörden nicht diesen großen Stellenwert. Auch sei der Abstand zwischen Arm und Reich sehr groß, der Straßenverkehr wild, die politischen Umstände schwierig. 

Zweites Standbein

So begannen beide, sich nach einem zweiten Standbein umzusehen. Doch Wohnungen in Deutschland sind teuer. Durch Freunde stießen sie auf die Alternative Mobilheim.

„Bei Google Maps, dem Landkartendienst im Internet, haben wir nach Campingplätzen in Deutschland gesucht“, erzählen beide. Der Osten schied für sie aus. „Da ist die Infrastruktur nicht so gut.“ Piel ist durch Erkrankungen auf ärztliche Begleitung angewiesen. So fiel die Wahl auf Klein Rönnau.

„Wir legen einen kleinen Garten an, können in der Natur leben“, freut sich Hans Piel. Marion Asche sehnt sich nach der Ruhe ringsum, freut sich auf andere herzliche Menschen auf dem Platz, und dass das Mobilheim weniger Hausarbeit erfordert als eine größere Wohnung. Wasser-, Abwasser- und Stromanschlüsse sind vorhanden. Nur Glasfaserleitungen für schnelle Internetanschlüsse würden fehlen. 

Ihr Mobilheim haben sie gebraucht gekauft. Es kostete 27000 Euro und wurde auf einem Anhänger von einer Fachfirma kürzlich angeliefert. Beim Aufbau kamen gleich Nachbarn, um zuzuschauen und zu klönen. Darunter waren auch Rheinländer, die ebenfalls wie Piel und Asche zeitweise in der Türkei leben. Die ersten Bande sind geknüpft. 

Hans Piel und Marion Asche fliegen dort hin wieder zurück. Im Juli und August sind sie wieder in Klein Rönnau, werden ihr Mobilheim einrichten und ihren Standplatz ausbauen. Ein kleines Gartenhäuschen hat Piel schon im Auge. „Aus Metall“, erklärt er. „Wegen der Brandgefahr darf es nicht aus Holz sein.“

Trend: In Mobilheim auf Campingplatz Lebensabend verbringen
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