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Segeberg Arbeit gefunden trotz Handicap
Lokales Segeberg Arbeit gefunden trotz Handicap
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14:39 10.04.2019
Nach der Förderschule hat Sven Wilde (24) den Sprung auf den ersten Arbeitsmarkt geschafft. Er ist bei der Nordoel-Tankstelle Wahlstedt beschäftigt. Quelle: Nadine Materne
Kreis Segeberg

Mit Beendigung der Schulpflicht haben junge Menschen mit Einschränkungen drei Möglichkeiten: auf eigene Faust eine Arbeit suchen, die Unterstützung des Integrationsfachdienstes in Anspruch nehmen bei der Vermittlung in einen Job auf dem ersten Arbeitsmarkt oder in eine Werkstatt für Behinderte gehen.

„Ich habe mich gegen die Werkstätten entschieden“, sagt Wilde. „Das war nicht mein Ding. Da fühlte ich mich unterfordert.“ Für Schüler der Trave-Schule sind Praktika in den Werkstätten während der Schulzeit Pflicht.

Integrationsdienst hilft bei der Arbeitssuche

Ganz so leicht war der Weg in den ersten Arbeitsmarkt aber nicht. "Der Start war etwas holprig“, erinnert sich der Bad Segeberger. 2012 verließ er die Trave-Schule, ein Förderzentrum mit dem Schwerpunkt geistige Behinderung.

Eine erste Maßnahme, mit der der junge Mann vermittelt werden sollte, war enttäuschend. Dann aber gelangte Wilde 2014 an den Integrationsfachdienst (IFD) Segeberg-Stormarn in Ahrensburg, mit dessen Hilfe er eine unterstützte Beschäftigung aufnehmen konnte.

„Das ist eine innerbetriebliche Qualifizierung für zwei Jahre“, erklärt Karin Dünow vom IFD. Eine Art Praktikum, maximal 15 Stunden pro Woche. Die Vergütung beträgt in der Zeit knapp über 200 Euro im Monat, finanziert von der Arbeitsagentur, ergänzt Nina Selmer. Das Ziel sei im Anschluss eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. „Nach etwa einem Jahr wissen wir, ob das klappt oder wir weiter suchen müssen.“

Von der unterstützten Beschäftigung in den ersten Arbeitsmarkt

Bei Sven Wilde hat es geklappt. 30 Stunden pro Woche arbeitet er in der Tankstelle und macht dort alle anfallenden Arbeiten von Ware einräumen bis Kassieren. Von seiner Lernschwäche will er sich nicht bremsen lassen. Wenn es klappt, möchte er bald sogar Vollzeit einsteigen.

Auch für Niklas Looft (20) könnte es funktionieren mit dem sozialversicherungspflichtigen Job. Er ist derzeit im letzten halben Jahr seiner Qualifizierung bei der Lebenshilfe in Kaltenkirchen.

„Ich bin Hausmeister“, sagt er. Rasen mähen, Laub harken, Malerarbeiten und vieles mehr leistet er in verschiedenen Einrichtungen der Lebenshilfe. 15 Stunden pro Woche. Im Sommer sind die zwei Jahre um. Er ist zuversichtlich, dass er dann auch einen richtigen Job bekommt.

Seit knapp zwei Jahren werden die unterstützten Beschäftigungen auch vom IFD im Kreis Segeberg vermittelt. Insgesamt acht junge Segeberger mit Einschränkungen befinden sich derzeit in einer innerbetrieblichen Qualifizierung wie Niklas Looft.

Berufsintegrationsklasse am BBZ in Bad Segeberg

Bei einem Netzwerktreffen zum Thema „Übergang Schule und Beruf“ im Kreishaus berichteten sie über ihre Erfahrungen. Ein junger Mann etwa hilft auf einem landwirtschaftlichen Betrieb in Gönnebek, ein anderer auf dem Golfplatz Wensin. Es macht ihnen Spaß.

Um Jugendliche mit Förderbedarf beim Übergang in den Beruf zu helfen, hat die Trave-Schule seit 2017 eine Berufsintegrationsklasse am Berufsbildungszentrum eingerichtet für die Oberstufenjahrgänge der Förderschule.

Neben Theorieunterricht im Klassenverbund nehmen die Jugendlichen auch an Praxisklassen in der Ausbildungsvorbereitung teil in den Bereichen Holz, Metall, Backen und Kochen sowie Malerei. Als nächstes sollen auch Fachpraxisklassen im sozialen Bereich dazu kommen, kündigt Sonderschullehrerin Agneta Kelling an. Zusammen mit Dennis Damer betreut sie die Berufsintegrationsklasse.

In den Praxisklassen mischen sich die Förderschüler unter die Regelschüler. Hier können sie sich ausprobieren. „Wir werden ganz normal behandelt“, berichten einige der jungen Leute in der Netzwerkrunde. Insgesamt sind 13 Trave-Schüler in der Integrationsklasse.

Beispiele, die Mut machen

Im Fachpraxisunterricht werden sie aufgeteilt und durchlaufen im Rotations-System die BBZ-Werkstätten. Dazu kommen Praktika auf dem ersten Arbeitsmarkt, aber auch in den Werkstätten für Behinderte. Damit sie sich ein Bild machen können, wie der berufliche Weg weitergehen soll nach der Volljährigkeit.

Einige der Schüler äußern in der Runde klare Vorstellungen. Sie hoffen nach der Schule auf einen sozialversicherungspflichtigen Job mit Hilfe des Integrationsfachdienstes. Beispiele wie die von Niklas Looft und Sven Wilde können ihnen Mut machen.

Von Nadine Materne

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