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Segeberg Bewohner in Pflegeheimen müssen leiden
Lokales Segeberg Bewohner in Pflegeheimen müssen leiden
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09:08 30.09.2019
Von Gerrit Sponholz
Von Besserung keine Spur, im Gegenteil: Es fällt Heimen immer schwerer, Fachpersonal zu finden. Die Heimaufsicht des Kreises Segeberg befürchtet: „Es ist zu erwarten, dass sich die Entwicklung noch weiter verschärfen wird.“  Quelle: Holger Hollemann
Kreis Segeberg

Die Fachabteilung der Kreisverwaltung macht in ihrem jüngsten Tätigkeitsbericht klar: „Es ist zu erwarten, dass sich die Entwicklung noch weiter verschärfen wird.“ 

Zwangsgeld gegen Heime im Kreis Segeberg

Es kam vor, dass bei Prüfungen durch die Heimaufsicht bei den Bewohnern körperliche Schädigungen festgestellt werden, sagt Sabrina Müller. Dazu zählen Hautdefekte wie offene Wunden, Hämatome, Pilzerkrankungen und Untergewicht.

Bewohner werden schlecht versorgt

„Es werden auch Gesundheitsgefahren festgestellt wie falsche Medikamentenversorgung, Mängel bei der Sturzprävention, Mängel bei der Dekubitusprophylaxe, nicht ausreichend reflektierte Gewichtsverluste und zu geringe Flüssigkeitsaufnahme.“

So schlimm waren die Zustände aber nicht, dass eines der Heime zwangsweise geschlossen werden musste. 2017 und 2018 machten drei kleinere Einrichtungen dicht wegen wirtschaftlicher Gründe und Insolvenz.

Kreis Segeberg verhängte Zwangsgelder

Die Heimaufsicht musste in den vergangenen zwei Jahren mehrere Anordnungen für Heime erlassen, um die Ergebnisqualität und Medikamentenversorgung zu verbessern. „Sie wurden jeweils mit Zwangsgeldandrohungen verbunden, die in mehreren Fällen auch festgesetzt werden mussten“, heißt es im Bericht. 

Nach Angaben von Sabrina Müller, Pressesprecherin des Kreises, wurden 2017 Zwangsgelder gegen zwei Einrichtungen festgesetzt. Für einzelne Anordnungspunkte wurden zwischen 250 und 500 Euro fällig. 2018 wurden Zwangsgelder sogar gegen fünf Einrichtungen verhängt, sogar bis zu 1500 Euro.

Immer mehr Personalnot und -wechsel

Vor allem Fachpersonal fehlt in den Heimen, in denen 4881 Menschen leben. Rund 200 Plätze sind noch frei gewesen. Die Heime greifen zunehmend auf Zeitarbeitsfirmen zurück. Viele Einrichtungen können die geforderte Fachkraftquote zwar noch einhalten, aber zunehmend mit Schwierigkeiten, berichtet die Heimaufsicht. Personal wechsele oft, viele Heimmitarbeiter erkranken. Darunter leide die Pflege. Zunehmend wechslten nun auch Heimleitungen. Fazit der Heimaufsicht: „Die Personalproblematik stellt ein dauerhaftes Problem dar.“ 

Die schwierige Lage in den Heimen bringt auch die Heimaufsicht an ihre Grenzen. Die Betreuung der kritischen Heime bedeute sehr viel Aufwand. Die Heimaufsicht hat auf dem Papier 7,57 Vollzeitstellen. Doch immer wieder sind Mitarbeiter auch langfristig krank. Zeitweise fehlt bis zu einem Drittel des Personals. 2020 wird der Kreis bei der Politik vermutlich noch eine weitere Stelle beantragen.

Ordnungsamtsleiter Matthias Schröder räumt ein: „In den vergangenen Jahren ist es nicht gelungen, die Einrichtungen jährlich zu kontrollieren.“ 

Nur die Hälfte der Heime wurden geprüft

Im vergangenen Jahr war nur die Hälfte der Heime regulär geprüft worden. Belastet war die Heimaufsicht durch anlassbezogene Prüfungen, im Durchschnitt etwa 200 pro Jahr. Oft gehen Beschwerden über Heime ein. 2018 waren es allein 72. 

Einige neue Heime und ein Hospiz geplant

Obwohl viele bestehende Heime Probleme haben, ihren Betrieb den Regeln entsprechend aufrecht zu erhalten, wagen Unternehmen den Schritt in Neugründungen. „Derzeit sind Planungen für drei neue größere Pflegeeinrichtungen sowie für weitere zwei Tagespflegeeinrichtungen und ein Hospiz bekannt“, sagt Kreispressesprecherin Sabrina Müller. Neue Pflegeeinrichtungen seien in Kaltenkirchen (EMVIA Living GmbH), Bockhorn (Convivo Mobile GmbH) und Wahlstedt (HVVG Halstenbek) geplant. Neue Tagespflegeeinrichtungen soll es in Kaltenkirchen geben (DRK-Kreisverband und Diakonie Altholstein/Neumünster). In Norderstedt will die Albertinen Hospiz Norderstedt gGmbh ein Hospiz einrichten. 

79 Heime sind von Heimaufsicht zu prüfen

56 Altenpflegeheime mit 3949 Bewohnern gab es 2018 im Kreis Segeberg. Es sollen alle mindestens einmal jährlich überprüft werden. Gelungen ist dies aber nur bei 36 Heimen. Außerdem bestanden 23 Heime der Eingliederungshilfe mit 932 Bewohnern. Hier sind fünf Einrichtungen regulär überprüft worden. Auf alle Heime bezogen prüfte die Heimaufsicht aber 187 Mal anlassbezogen, etwa nach Beschwerden. Untersucht wird, ob die Konzepte stimmig sind, die Ausstattung, die Bargeldverwaltung der Bewohner, die Arzneimittelversorgung, der Umgang mit die Freiheit einschränkenden Maßnahmen, die Hauswirtschaft, die Hygiene, die Pflegedokumentation und die tatsächliche Pflegesituation.

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