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Segeberg Endlich wieder Arbeit
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06:00 07.02.2019
Neues Teilhabechancengesetz ist seit 1. Januar in Kraft: Marion Manske (57) aus Bad Segeberg war 6,5 Jahre arbeitslos und hat mit der neuen Förderung nun wieder einen Teilzeitjob - an drei Tagen die Woche fährt sie mit dem Bus nach Lübeck zur Arbeit. Quelle: Nadine Materne
Bad Segeberg

Seit drei Wochen ist Marion Manse als Bürohilfe in einem Lübecker Kirchenbüro angestellt. Durch das Teilhabechancengesetz – so der etwas sperrige Name – fördert der Bund die Vermittlung von Langzeitarbeitslosen mit vier Milliarden Euro. Stellen Unternehmen einen Menschen ein, der seit sechs Jahren Grundsicherung erhalten hat, wird dessen Lohn fünf Jahre lang vom Jobcenter anteilig übernommen. Auch Marion Manskes neuer Arbeitgeber bekommt in den ersten zwei Jahren die Gehaltskosten für sie voll erstattet. Im dritten Jahr sind es noch 90 Prozent, im vierten 80 und im fünften Jahr noch 70 Prozent des Gehalts.

Viele Langzeitarbeitslose haben sich aufgegeben

„Es ist eine geförderte Einarbeitungszeit“, sagt Maik Tönjes, Teamleiter Markt und Integration beim Jobcenter in Bad Segeberg. Fünf Jahre Einarbeitung mag lange erscheinen. Wer allerdings mehrere Jahre raus ist aus dem Job, müsse in der Regel langsam wieder an Arbeit herangeführt werden. Viele müssten sich zunächst an einen festen Rhythmus gewöhnen. Außerdem, so betont Tönjes, sei es wissenschaftlich bewiesen, dass sich lange Zeiten der Arbeitslosigkeit negativ auf die Gesundheit, insbesondere die Psyche auswirken. Viele Langzeitarbeitslose hätten sich aufgegeben, litten an Depressionen.

"Niemand sagt einem, was man falsch gemacht hat"

Auch Marion Manske hat oft gezweifelt. „Es sagt einem auch niemand, was man falsch gemacht hat.“ Die gelernte Einzelhandelskauffrau hat jahrelang als Saisonkraft in der Schweiz gearbeitet und im Sommer bei den Karl-May-Spielen. Dann allerdings habe eine Rheuma-Erkrankung eine Vollzeittätigkeit unmöglich gemacht. Seitdem hat sie berufstechnisch keinen Fuß mehr in die Tür bekommen.

Hoffnung kam schließlich auf, als ihre Sachbearbeiterin sie auf die neue Förderung ansprach, die im Sommer 2018 gerade im Gesetzgebungsverfahren war. Im Juni begann Manske die Vorbereitungsmaßnahme „Zurück in den Beruf“ beim Bildungsträger Eventus in Bad Segeberg.

Aus der Verkäuferin wird eine Bürokraft

Neben Hilfe zur Bewerbung wurden mit Manske auch mögliche Alternativen besprochen. Hier sei sich die 57-Jährige bewusst geworden, dass eine Arbeit im Einzelhandel oder der Gastronomie wie früher nicht mehr möglich sei wegen ihrer Erkrankung. Aber die Arbeit am Computer mache ihr Spaß, fand sie heraus. „Ohne diesen Impuls hätte ich mich nie bei der Kirchengemeinde beworben“, sagt Manske, die dort im September zunächst ein Praktikum im Büro absolvierte und schließlich eine Bewerbung schrieb mit dem Hinweis auf die mögliche Förderung durch das Teilhabechancengesetz, das am 1. Januar in Kraft getreten ist.

3000 Euro für Weiterbildungen

An drei Tagen die Woche arbeitet sie jetzt jeweils fünf Stunden im Büro, betreut unter anderem den Kalender mit, macht Telefondienst. Für den Job nimmt sie eineinhalb Stunden Anfahrt mit dem Bus in Kauf. „Das ist mir die Stelle wert“, sagt Manske. Je nachdem wie sich ihr Aufgabenbereich entwickelt, gibt die Förderung auch weitere Qualifikationsmaßnahmen her. 3000 Euro stünden pro Fall zur Verfügung, erklärt Tönjes. Wenn für Manske also eine Schulung beispielsweise in Office-Programmen sinnvoll ist, würde sie diese bekommen, stellt er in Aussicht. So sollen die Geförderten binnen fünf Jahren fit gemacht werden als vollwertige Arbeitskraft, die der Betrieb dann gerne auf eigene Rechnung weiterbeschäftigen möchte.

Ziel des Segeberger Jobcenters sei es, in diesem Jahr für zunächst 60 Langzeitarbeitslose einen Job zu finden. 2200 Menschen im Kreis Segeberg beziehen seit über sechs Jahren Grundsicherung.

Von Nadine Materne

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