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Segeberg Die Tücken, wenn Senioren Auto fahren
Lokales Segeberg Die Tücken, wenn Senioren Auto fahren
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09:17 24.01.2019
Ältere Autofahrer fahren meist umsichtiger als junge, haben aber Probleme beim Vorfahrtachten. Quelle: Archiv
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Rickling

„Auch im Alter sollte man sicher, zügig, dennoch gewandt, vorsichtig und rücksichtsvoll fahren“, appellierte er an Vernunft und Verantwortungsbewusstsein der älteren Fahrer. Das seien sie Gesellschaft, Kindern und Enkeln sowie der eigenen Gesundheit schuldig.

Das hohe Alter hat Vor- und Nachteile

Auch wenn laut Statistik 65-Jährige und Ältere häufiger Unfälle verursachen als 35- bis 45-Jährige, lobte der Fahrlehrer die Senioren für ihr vorausschauendes Fahren. Ihnen gehe Sicherheit vor Schnelligkeit. Senioren sollten sich stets prüfen, weiterbilden im Umgang mit dem Verkehr und neuer Fahrzeugtechnik.

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Gesundheitskontrolle?

Er bedauerte, dass Sehtest und Erste Hilfe-Kurse lediglich für die Führerscheinprüfung vorgeschrieben seien, aber später nicht mehr. Freiwillig sei eine Kontrolle alle zehn Jahre gut. Im Besitz eines Führerscheins zu sein, sollten Senioren wertschätzen, aber das nicht über das Leben stellen. Zur Vorsorge gehöre, den Führerschein rechtzeitig abzugeben und auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen. Notfalls müsse man vom Dorf in die Stadt ziehen, um zum Einkaufen oder Arzt zu kommen. Symptome für eine Demenz oder Einschränkungen beim Sehen seien Warnsignale.

Hauptproblem: Vorfahrt missachtet

Die Unfallstatistik der Polizeidirektion Bad Segeberg für 2017 zeigt, wo die Probleme für Senioren liegen. In 301 Verkehrsunfälle waren Menschen über 65 Jahre verwickelt gewesen. 40 Menschen waren dabei schwer verletzt worden, 188 leicht. Mit großem Abstand als Unfallursache liegt bei Senioren ein Punkt vorn: Sie haben die Vorfahrt missachtet. Überdurchschnittlich häufig sind auch Fehler beim Abbiegen und Rückwärtsfahren. 

Jurist Jörg F. Friedhoff-Schüller, Vorsitzender der Kreisverkehrswacht, spricht sich gegen eine starre Altersgrenze aus, bei der die Gesundheit zu überprüfen oder der Führerschein abzugeben sei. Zwar lasse Reaktionsfähigkeit und Beweglichkeit (Schulterblick) nach. Senioren führen aber vorsichtiger und ohnehin selten. Kinder sollten ihre alten Eltern schützend immer im Blick haben. Und bei Auffälligkeiten, egal welchen Alters der Fahrer ist, würde auch die Führerscheinstelle tätig und ein medizinisches Gutachten angefordert. Etwa, wenn jemand wegen Demenz öfter ohne Benzin liegen bleibt, weil vergessen wurde, rechtzeitig zu tanken.

Von Gerrit Karsten und Sponholz Paulsen

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