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Segeberg Dorfputz abgesagt, weil er Geld kostet
Lokales Segeberg Dorfputz abgesagt, weil er Geld kostet
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09:27 05.03.2020
Von Gerrit Sponholz
Karl-Heinz Ziegenbein, Bürgermeister von Todesfelde, setzt nach der Absage des Dorfputzes auf Selbsthilfe der Bürger. Sie sammeln, wie er, das ganze Jahr über Abfall aus der Landschaft auf, wenn sie ihn entdecken. Quelle: Gerrit Sponholz
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Todesfelde

2019 hatten sich noch 55 der 95 Segeberger Städte und Gemeinden an der landesweiten Aktion Saubere Landschaft beteiligt. „Es sind immer so um die 50 bis 60 gewesen“, sagt Ziegenbein. Mit sechs Treckergespannen seien die Gruppen losgezogen. Im Schnitt seien drei bis fünf Kubikmeter Müll zusammengekommen.

Bis zum vorigen Jahr hatte der WZV die Müllcontainer noch gratis bereitgestellt. Jetzt gibt es nur noch Müllbeutel gratis. Für Ziegenbein ein Unding: Die Gruppen sammeln doch auch Autoreifen oder Fahrräder. „Die passen nicht in Tüten.“

Container soll plötzlich Geld kosten

Und die Idee, den Sperrmüll bis zur späteren Entsorgung irgendwo im Dorf zwischenzulagern, sei ebenfalls aufwändig und nicht sinnvoll. Zumal unklar sei, wo. Würde die Gemeinde einen Container bestellen und bezahlen, würden nach seiner Rechnung etwa 200 Euro fällig.

Ihn wundert die Haltung des WZV, würde doch landesweit von Organisationen zum Dorfputz aufgerufen. „Es geht auch um die Art, wie der WZV das gemacht hat.“ Jahrelang habe der WZV die Kommunen unterstützt. Doch plötzlich knappse der WZV.

WZV spare bei Leistungen

So sei die Unterhaltung der Gemeindeverbindungswege teurer geworden, die Schadensbeseitigung an Straßen werde verschoben, Totholz sollen die Gemeinden künftig selbst entsorgen. Und die jährliche Abfallinfo mit allen Sammelterminen würde als Infoblatt auch nicht mehr an die WZV-Kunden verteilt.

Lesen Sie auch:So viel Müll - nicht zu glauben 

Andere Bürgermeister im Amt Leezen haben ebenfalls beim WZV protestiert. Ulrich Schulz, Amtsvorsteher und Bürgermeister von Leezen, bestätigt, dass ein Brief an den WZV gegangen sei. Eine Antwort habe er nicht erhalten.

In Leezen will Schulz nicht auf den Dorfputz verzichten. Nur selten seien Container nötig gewesen. „Es kam bei uns zuletzt wenig Müll zusammen.“

Gönnebek zahlt lieber die neue Gebühr

Gönnebek beißt in den sauren Apfel und wird für den Dorfputz, der erst Anfang April geplant ist, einen Container beim WZV bestellen. Auf keinen Fall würden die angebotenen Plastikbeutel genommen, sagt Bürgermeister Knut Hamann. Das sei nicht umweltgerecht und zeitgemäß.

WZV-Chef Peter Axmann hatte bereits Ende 2019 verkündet, dass der Container-Service nicht mehr kostenlos sei. Zuletzt sei „der Bogen überspannt worden“. Es seien beim Dorfputz oft auch viel Sperrmüll und Wildablagerungen angefallen.

WZV: Dorfputz wurde als Sperrmüllentsorgung missbraucht

Beides müsse auf anderen Wegen entsorgt werden. Für Wildablagerungen etwa seien die Grundeigner zuständig, also Gemeinde, Kreis oder private Landbesitzer. Das könne nicht auf alle Müllgebührenzahler abgewälzt werden.

Im WZV-Abfallwirtschaftsausschuss hatte es Kritik von einigen Bürgermeistern, aber durchaus auch Zustimmung gegeben.

Der WZV begrüßt prinzipiell den Dorfputz als „gelebten Umweltschutz und den Gemeinschaftsgedanken fördernd.“ Allerdings seien zuletzt in den Containern der Dorfputze auch der Abbruch kompletter Gartenhütten und asbesthaltige Abfälle mit entsorgt worden.

„Diese Abfallmengen konnten nicht aus einem Dorfputz herrühren“, sagt WZV-Justiziar Nis Nissen. Der sei in den vergangenen Jahren mitunter zur großen Sperrmüllsammlung geworden mit großen Abfallmengen.

Bis zu 150 Beutel gratis pro Kommune

Deshalb würden 2020 erstmals Aktionssäcke gratis zur Verfügung gestellt: 50 bis 60 pro Kommune, in manchen bis 150. „Der Abfall darin wird kostenlos vom WZV entsorgt“, sagt Nissen. Wer einen Container wolle, erhalte ihn für ermäßigt 100 Euro. „Der reguläre Preis liegt bei 145 Euro plus Mehrwertsteuer.“ Zehn Kommunen hätten bereits Container bestellt.

Wer will, könne auch die Sperrmüllfreimengen nutzen, die mit BioPlus-Tarifen verbunden seien, die die Gemeinde für die Müllabfuhr des Feuerwehrhauses zahle. Auch könnte Sperrmüll an den Recyclingstationen abgegeben werden. Nissen kündigte an: Das neue System werde der WZV auswerten.

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