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Segeberg Drei neue Windkrafträder geplant
Lokales Segeberg Drei neue Windkrafträder geplant
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06:00 03.04.2019
Von Gerrit Sponholz
Die drei geplanten Windkrafträder in Heidmühlen-Radesforde - so könnten sie laut Fotomontage der Kritiker aussehen. Quelle: Repro Karsten Paulsen
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Heidmühlen

Sie wollen ein Naturschutzgutachten erstellen lassen. „Ohne dieses ist der Bau leider nicht zu verhindern“, zeigte sich Vorsitzender Borbe Prieß während einer Informationsveranstaltung vor 70 Besuchern überzeugt. 

Er betont, dass sich der Verein nicht prinzipiell gegen Windkraft richte und sich für Naturschutz einsetze, etwa durch den Bau von Storch-Nisthilfen. Doch der Standort Radesforde sei schlecht gewählt. Laut einer Studie töteten Windräder Mäusebussarde. In Schleswig-Holstein seien jährlich 1600 Schlagopfer zu beklagen. Außerdem würden international bedeutende Lebensraumkorridore für Waldtiere durchschnitten.

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Anwälte eingeschaltet

Nach Angaben des Vereins haben Mitglieder zwei renommierte Anwaltskanzleien beauftragt, ein Naturschutzgutachten zu erstellen. Es soll etwa die Beeinträchtigung für Vögel und Fledermäuse beleuchten.

Vorsitzender Prieß drängte zur Eile. Die Projektbetreiber planten den Bau von drei bis zu 200 Meter hohen Anlagen und hätten schon ein Unternehmen beauftragt, einen Umweltbericht zu erstellen. Seit 19. März liefen die Arbeiten. Gutachter hätten die Fläche begangen. Der Vogelbestand solle ermittelt werden, damit die Konfliktrisiken abzuschätzen seien und danach die Baugenehmigung beantragt werden könne. „Die Genehmigung des Landes muss automatisch erstellt werden“, warnte Prieß, „falls in der Untersuchung des Betreibers keine besonderen Risiken erkannt werden und keine entgegenstehenden Belege beigebracht werden.“ Der Bau könnte Ende 2019 genehmigt werden. 

Windkraftanlagen bis zu 240 Meter hoch

Das Projekt in Radesforde organisiert Dr. Hans-Günther Lüth aus Wiemersdorf, der mehrere Anlagen bei Wiemersdorf gebaut hat. Zusammen mit den Landbesitzern plane er den Bau von drei Anlagen, sagt er. „Wir prüfen, bis zu 240 Meter hoch zu bauen.“ Bürger sollen mit investieren können. In vielleicht zwei Jahren könne gebaut werden. Erste Hinweise der Vogelgutachter zeigten, dass es wohl nur ein geringes Konfliktrisiko gebe. Und das Wetterradar in Boostedt werde den Bau nicht beeinträchtigen. 

Den Protest des Vereins hält er für „erstaunlich und egoistisch“. Es gehe den Mitgliedern nur darum, dass keine Anlagen in ihrer Nachbarschaft gebaut würden.

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