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Segeberg Ab jetzt werden Mülltonnen gechippt
Lokales Segeberg Ab jetzt werden Mülltonnen gechippt
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12:28 23.05.2019
Von Gerrit Sponholz
Mit einem Chip werden zunächst in Ellerau, ab 2020 wohl alle 180000 Tonnen des Wege-Zweckverbandes (WZV) im Kreis Segeberg ausgerüstet werden. Damit lässt sich jede Tonne identifizieren, Haushalten zuordnen und die Entleerung kontrollieren. Quelle: Gerrit Sponholz
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Kreis Segeberg

Ende 2019 beschließt der WZV, ob wie geplant das System auf den Rest des Kreisgebietes (ohne Norderstedt) mit insgesamt 180000 Behältern ausgeweitet wird.

Jede Tonne einem Haushalt zugeordnet

Mit den Chips, die am Tonnenkragen installiert werden, wird jede WZV-Tonne einem Haushalt zugeordnet.

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Darüber wird beim WZV schon lange nachgedacht.

Von einem enormen Einsparpotential für den WZV sprach Dr. Julia Hobohm, Leiterin der WZV-Abfallwirtschaft, vor dem Abfallwirtschaftsausschuss. Denn drei bis sieben Prozent der Tonnen seien sogenannte Schwarztonnen, die der WZV bislang mit entleert hat.

Das können Fremdtonnen sein, die mit an den Wegesrand gestellt worden sind. Oder Tonnen, die in der Woche schon mal geleert worden waren, aber neu gefüllt in der Nachbarstraße noch mal zum Leeren abgestellt werden. Oder Zweittonnen, die erschlichen worden sind, weil dem WZV der vermeintliche Verlust der Ersttonne gemeldet worden war, diese aber gar nicht verloren gegangen war.

WZV kenn viele Schummel-Tricks von Bürgern

„Manche Bürger sind da sehr erfinderisch“, sagt Karin David, Vorsitzende des Ausschusses und Bürgermeisterin von Dreggers. Sie dachte sogar laut darüber nach, von überführten Schwarztonnenbesitzern rückwirkend drei Jahre die entgangenen Müllentgeltzahlungen nachzufordern.

Hobohm und WZV-Justiziar Nis Nissen rieten aber davon ab. Die Nachforderungen stünden auf juristisch wackeligen Füßen. Der WZV, so Nissen, wolle zunächst „zurückhaltend und geräuscharm auftreten.“

Klar ist aber: Ab Juli werden in Ellerau nur noch gechippte Tonnen entleert. Die Investitionen für die Umrüstung der Tonnen dort kostet rund 51000 Euro. Weil dann keine Schwarztonnen mehr entleert werden müssen, wäre das Geld nach rund zwei Jahren wieder hereingeholt. Auf das WZV-Gebiet (Kreis Segeberg ohne Norderstedt) bezogen müssten rund 760000 Euro in die Umrüstung investiert werden, bei einer Kostenersparnis pro Jahr von 850000 Euro.

Sinken dann die Müllentgelte, wollte Gönnebeks Bürgermeister Knut Haman gleich wissen. Julia Hobohm hielt sich bedeckt. Die Entgelthöhe berechne sich nicht nur aus diesem Aufwand, sondern aus mehreren Faktoren.

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