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Segeberg Mülldeponie Damsdorf soll größer werden
Lokales Segeberg Mülldeponie Damsdorf soll größer werden
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19:31 13.11.2019
Von Gerrit Sponholz
Die Deponie Damsdorf/Tensfeld wird vom WZV betrieben. Es gibt nur noch Restplatz zum Verfüllen. Bislang reichen die Kapazitäten wohl bis 2030. Quelle: Karsten Wilkening / Archiv
Damsdorf

Außerdem würden die Einnahmen erhöht. Denn für die Deponienachsorge sind etwa 55 Millionen Euro nötig.

Auf den ersten Blick wäre ein Ausbauantrag ans Land pikant: Das Land hatte zum Entsetzen der umliegenden Dörfer erst kürzlich geprüft, ob die gut ausgebaute Deponie Damsdorf in Frage käme für die Ablagerung von angeblich nur minimal radioaktiven Abfällen aus abzubauenden Kernkraftwerken (KKW). 

Deponie Damsdorf zu klein für Kernkraftwerks-Müll

Die Deponie Damsdorf soll allerdings nicht dazugehören, hatte Energiewendeminister Jan Philipp Albrecht (Grüne) entschieden. „Sie kann perspektivisch die erwarteten Abfallmengen nicht aufnehmen.“

Auch mit einem Zusatzvolumen wäre die Deponie Damsdorf aber wohl immer noch zu klein, um KKW-Abfall aufnehmen zu können. 

Nach Angaben von WZV-Chef Peter Axmann ist derzeit noch eine Restmenge von 130000 Kubikmetern auf der Deponie verfügbar. Angeliefert wurden in diesem Jahr von Januar bis September nur 11000 Tonnen (je nach Dichte 5500 bis 11000 Kubikmeter), weit weniger als im Jahr zuvor. 

Noch für zehn Jahre ausreichend Platz

„Theoretisch reicht die Deponie noch locker zehn Jahre“, sagte Deponieleiter Rainer Betten am Rande des Sitzung des WZV-Abfallwirtschaftsausschusses. „Wir sind bei der letzten Schicht.“ Aus heutiger Sicht sei die um 1990 genehmigte Deponie zu flach angelegt. Sie könne durchaus höher sein. Denkbar wäre, von 22 auf 24 Meter zu erhöhen.

Der Antrag soll beim Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume eingereicht werden. Das Dach soll später nicht glatt, sondern hügelig sein. Deshalb, so Betten, lasse sich die neue mögliche Restmenge noch nicht berechnen. 

Restlaufzeit änderte sich oft

Damsdorfs Bürgermeister Jürgen Kaack wunderte sich über die unterschiedlichen Aussagen zu der Restlaufzeit der Deponie. 2013 sei noch von einem Ende 2045 die Rede gewesen, dann von 2033, später von 2030. „Das sind gewaltige Sprünge.“ Auch Gönnebeks Bürgermeister Knut Hamann kritisierte: „Das sind keine verlässlichen Zahlen.“ 

Die Deponie hat noch bis 2030 Luft, weil der WZV mittlerweile keine Schlacke mehr aus dem verbrannten Segeberger Hausmüll zurücknehmen muss. „Sonst wären wir übermorgen voll“, sagt Deponieleiter Betten. „Alles steht und fällt mit den Anliefermengen.“ 

Es geht auch um viel Geld. Der WZV muss es für die Deponienachsorge zurücklegen: Denn die Müllhalde muss später aufwändig abgedeckt werden, 30 Jahre lang fallen etwa Gas und Sickerwasser an. 

Bislang 32 Millionen Euro angespart

Das nötige Geld nimmt der WZV aus Deponieeinlagerungsgebühren ein, aus Müllentgelten und aus Verzinsung der Rücklage (derzeit 32 Millionen Euro). 10 Millionen Euro davon hat der WZV von 2017 bis 2027 an sein eigenes Breitbandausbauprojekt verliehen. 

Lesen Sie auch:WZV wird Müllgebühren 2020 nicht erhöhen

Vermutlich muss das Zahlenkonstrukt neu justiert werden. Mit einem größeren Deponievolumen wären mehr Anlieferungen und damit mehr Erträge denkbar. 

Geheimsitzung im März 2020

Die Daten sind Thema einer Geheimsitzung im März 2020 mit Kommunen, Kreis und Experten. Ziel ist es laut WZV, die Sach- und Rechtslage, Handlungsmöglichkeiten sowie Gestaltungsnotwendigkeiten aufzuzeigen und zu besprechen.

Auch sollen das Mülltarifsystem BioPlus und die Arbeit des WZV kritisch geprüft werden, heißt es in einer Berichtsunterlage: „An zahlreichen Stellen hat sich ein Modernisierungs- und Umstrukturierungsbedarf ergeben.“

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