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Segeberg Prüfer spürt gefälschte Briefmarken auf
Lokales Segeberg Prüfer spürt gefälschte Briefmarken auf
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07:00 26.09.2017
Von Gerrit Sponholz
Echt oder Fälschung: Manche Stempelaufdrucke auf dem Briefumschlag machen Briefmarkenprüfer Dr. Thomas Koch stutzig. Auch die Datumsangaben kontrolliert er: Gab es zu der angegebenen Zeit diese Briefmarken wirklich in dieser Stärke und einen Stempel in dieser Ausführung? Quelle: Gerrit Sponholz
Steinbek

Koch ist einer der wenigen anerkannten Briefmarkenprüfer in Deutschland für dieses Fachgebiet. „Halunken gibt es überall“, sagt der gelernte Volkswirt, der hauptberuflich bei einer Sparkasse in Hamburg arbeitet. 

Alliierte wollten kein Post-Chaos

Schon zum Ende des 2. Weltkriegs (1939 bis 1945) produzierten die alliierten Streitkräfte aus den USA und Großbritannien Briefmarken für Deutschland. Denn in den letzten Kriegsmonaten war klar: Das Deutsche Reich wird den Krieg verlieren. Und nach der Kapitulation sollte kein Chaos in Deutschland ausbrechen, erklärt Koch. Zur Stabilisierung sollte ein funktionierender Postversand beitragen.

Manche Briefmarken aus jener Zeit sind nur einige Euro wert, andere aber, mit seltenem Stempelaufdruck versehen, über hundert Euro. „Von den teuren Exemplaren, die kursieren, ist etwa die Hälfte gefälscht“, schätzt Koch. Sein Fachgebiet sind die „Allied Military Postage Stamps“, also die Briefmarken der US-amerikanischen und britischen Besatzungszone 1945 bis 1946.

Viele Merkmale können Fälschung entlarven

Zu prüfen gibt es an Briefmarken viele Merkmale: Welches Papier wurde verwandt, wie viele Zacken hat die Briefmarke, ist das Papier glatt oder porös, welche Gummimischung ist aufgetragen, stimmt der Stempelaufdruck. Auch Recherche in Katalogen und im Internet helfen Koch, der Mitglied in Arbeitsgemeinschaften und beim Segeberger Briefmarkensammlerverein ist. Auch einen extrem genauen Dickenmesser und ein Quarzlichtgerät setzt er ein, um eingesandten Briefmarken das Attest zu verleihen: Original - oder Fälschung.

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