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Segeberg Schafzüchter: Problemwölfe erschießen!
Lokales Segeberg Schafzüchter: Problemwölfe erschießen!
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05:53 11.12.2018
Von Gerrit Sponholz
Schafzüchter Andreas Pirdzuhn aus Todesfelde kümmert sich um insgesamt 50 Schafe und hofft auf Umdenken der Politik beim Schutz gegen Wölfe. Quelle: Harald Becker
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Leezen

Mitglieder des Bezirks Südholstein im Landesverband schleswig-holsteinischer Schaf- und Ziegenzüchter forderten, „Problemwölfe“ zu schießen. „Einzelne Wölfe sind schon im Bezirk Südholstein gesichtet worden“, erklärte Janine Bruser, hauptamtliche Geschäftsführerin des Landesverbandes der Schaf- und Ziegenzüchter, vor rund 20 anwesenden Vereinsmitgliedern während der Bezirksversammlung im Hotel Teegen in Leezen. „Wenn es ein Problem-Wolf ist, kann er abgeschossen werden.“ Um endgültig Rechtssicherheit herzustellen, müsse jetzt vom Gesetzgeber definiert werden, was ein „Problem-Wolf“ sei. 

Was ist ein Problem-Wolf?

„Ein Wolf, der schon Schafe gerissen hat, ist ein Problem-Wolf. Den muss man abschießen können“, forderte unter anderem Volker Derbisz, Vorsitzender im Bezirk Südholstein. Ausrotten wolle man die Wölfe nicht, doch es müsse eine räumliche Distanz zwischen den Schafen und den Wölfen geschaffen werden. 

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„Notfalls durch Abschuss von Problem-Wölfen müsste ein vernünftiges Gleichgewicht wieder hergestellt werden“, stieß Jörg Langhein aus Kattendorf ins gleiche Horn. Er ist Schafzüchter im Nebenerwerb. Das Aufstellen von Wolfszäunen, egal wie hoch sie seien, helfe da wenig. 

Das sah auch Janine Bruser so: „Die Wölfe finden immer ein Weg zu den Schafen. Entweder sie springen über den Zaun oder sie graben unter dem Zaun eine Lücke, um auf das Areal der Schafe zu gelangen.“

"Die Wölfe dürfen alles"

Schafzüchter und Fleischermeister Andreas Pirdzuhn, der in Todesfelde eine Landschlachterei betreibt, brachte noch einen anderen Gesichtspunkt ins Spiel: „Es gibt viele Gesetze und Verordnungen in Sachen Tierwohl, die ich auch nachprüfbar alle einhalte. Das gleiche Ministerium, das mich überprüft, schützt allerdings nicht meine Schafe vor dem Wolf. Da wird mit zweierlei Maß gemessen. Für mich ist dies nicht nachvollziehbar. Die Wölfe dürfen anscheinend alles.“ 

Insgesamt gibt es im Bezirk Südholstein 74 Schafzüchter und 927 Herdbuchschafe (Stand 2017). Unabhängig von der Mitgliedschaft im Verband sind im Kreis Segeberg Halter mit insgesamt 2843 Schafen registriert. 

Uwe Straehler-Pohl 10.12.2018
Michael Stamp 10.12.2018
10.12.2018