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Segeberg Schröder als Landrat wiedergewählt
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21:20 12.03.2020
Von Gerrit Sponholz
Nach der Wiederwahl erhielt Landrat Jan Peter Schröder (von rechts) viele Glückwünsche, unter anderem von Rainer Schuachardt (Freie Wähler) und Arne Hansen (Grüne). Quelle: Harald Becker
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Bad Segeberg

Nach der Abstimmung legte der langjährige Hauptausschussvorsitzende und Schröder-Kritiker Henning Wulf (WI-SE, ehemals CDU) nach 26 Jahren im Kreistag sein Mandat nieder. Der überraschte Kreispräsident Claus-Peter Dieck (CDU) dankte Wulf für seine Arbeit als "maßgebliche Person in der Kreispolitik".

Henning Wulf (WI-SE) legte Mandat nieder

Schröder hatte die Wahl dankend angenommen. „Von Herzen gerne.“ Die Mehrheit sei ein überzeugendes, gutes Ergebnis. Er bot auch seinen Kritikern Zusammenarbeit an und warb für offene Worte. „Dem Kreis Segeberg wünsche ich alles Gute.“   

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Nur einer von einst zehn Kandidaten war erschienen

Am Wahlabend war nur Schröder erschienen. Thiess, zweiter und letztverbliebener von ehemals insgesamt zehn Bewerbern, wollte vorort sein. Er hatte aber nach Angaben von Kreispräsident Claus Peter Dieck (CDU) davon abgesehen, weil der Bewerber in seinem Umfeld einen Corona-Fall habe. Die übrigen acht Kandidaten hatten zwischenzeitlich zurückgezogen oder sich nicht mehr gemeldet. 

In seiner zwölfminütigen Bewerbungsrede hat Schröder sich für die vergangenen sechs Amtsjahre selbst ein gutes Zeugnis ausgestellt, bei Investitionen, Glasfaserausbau, Haushaltsführung, Schul- und Kita-Ausbau, Rettungsdienstumbau, Personalentwicklung und digitale Verwaltung.

Verwaltungschef stöhnt über Bürokratie

Klar sei: „Die Themen werden immer komplexer und größer.“ Ämter, Kreis und Land müssten ihn größeren Strukturen denken. Was Schröder, Chef der Kreisverwaltung, ärgert: „Die Bürokratie macht uns zu schaffen. Das mache fehleranfällig, langsam, schwer. Muss das alles sein?“ Bürokratie dürfe nicht lähmen. 

Der Kreis sei gut aufgestellt. „Und die A20 wird auch eines Tages fertig.“ Schröder schloss mit den Worten: „Die Arbeit als Landrat ist für mich der beste Job.“ 

52 Jahre alt

Schröder ist 52 Jahre alt, in Elmshorn groß geworden, war Anwalt, arbeitete im Rechtsamt in Norderstedt, beim Kreis Segeberg und war ab 2006 Geschäftsführer des Landkreistages Mecklenburg-Vorpommern. Privat ist er gern in der Familie, fährt Motorrad und segelt.

Mehrere Fraktionen, darunter die CDU, hatte zunächst eine Ausschreibung gegen SPD, Grüne, FDP und Freie Wähler durchgesetzt. Zwar hatten sich zunächst zehn Kandidaten gemeldet, darunter Schröder

Doch manchen Abgeordneten schien das Bewerberfeld zu dünn, etliche Kandidaten seien ungeeignet oder zu alt. Lediglich Kathrin Weiher (parteilos), Senatorin für Bildung und Kultur in Lübeck, schien zumindest eine ernsthafte Konkurrentin für Schröder zu sein.

Lübecker Senatorin hatte frühzeitig abgewunken

Sie hatte zunächst die Rückendeckung der CDU. Doch Weiher zog ihre Bewerbung zurück. Sie wäre wohl auf Stimmen der AfD angewiesen gewesen. Darauf aber wollte sie sich nicht einlassen. Die CDU war dann auf Schröder umgeschwenkt.

Ein Wirtschaftsförderer aus Erfurt, der gebürtige Bayer Volkmar Bauer, hatte zunächst doch noch antreten wollen, dann aber zwei Tage vor der Wahl doch noch zurückgezogen.

Kreis baut neues Verwaltungsgebäude

Die neue Amtszeit von Schröder beginnt am 1. September. Er leitet die zuletzt stark gewachsene Kreisverwaltung mit rund 1000 Beschäftigten. Deshalb wird derzeit ein zweite Kreishaus in Bad Segeberg im Gewerbegebiet Rosenstraße gebaut.

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