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Segeberg Verlierer kritisieren Parteistrategen
Lokales Segeberg Verlierer kritisieren Parteistrategen
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17:00 27.05.2019
Von Gerrit Sponholz
Die 56-jährige Konzertveranstalterin Barbara Schütze gab ihren Stimmzettel zur Europawahl im Sülfelder Schulgebäude ab: "Ein demokratisches Europa ist mir wichtig, deshalb habe ich gewählt." Quelle: Harald Becker
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Bad Segeberg

Die CDU behauptete knapp die Spitzenposition mit 27,1 Prozent (Wahl 2014: 36,5 Prozent) vor den Grünen. CDU-Kreisvorsitzender Gero Storjohann freut sich zwar, dass die CDU rund 2000 Stimmen mehr erhielt als 2014. Er sei aber „maßlos enttäuscht, dass wir nicht mit Abstand stärkste Kraft geworden sind.“

CDU: Ohne Alleinstellungsmerkmal

Nur rund 200 Stimmen liegt die CDU vor den Grünen. Die CDU habe für Europa als Wohlstands- und Friedensregion geworben. „Wir hatten aber keine Erklärung, warum man deshalb die CDU wählen müsste.“ In einem der Hauptthemen, der Klimaschutzfrage, „hatte die CDU keine einheitliche Position.“ 

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Platz Zwei ging diesmal an die Grünen mit 26,9 Prozent (10,6 Prozent). Peter Stoltenberg, einer der beiden Grünen-Kreissprecher, freut sich über den Erfolg. „Das Klimathema hat uns in die Karten gespielt. Es war immer unser Thema, und ist das drängendste Problem.“

SPD: Falsche Themen

Weit abgeschlagen nur noch auf Rang Drei rangiert die SPD mit 16,8 Prozent (31,6 Prozent). „Das Ergebnis ist ganz klar enttäuschend“, sagt die SPD-Kreisvorsitzende Katrin Fedrowitz. „Es war ein Fehler, zu sehr auf bundespolitische Themen zu setzen wie die Einführung der Grundrente. Besser gewesen wären europäisch-sozialpolitische Themen wie Steuergerechtigkeit und Mindestlohn.“

Die AfD konnte ihr Ergebnis leicht steigern auf 8,2 Prozent (7,2 Prozent). „Die AfD ist in Segeberg viertstärkste Kraft“, freut sich Kreissprecher Heiko Evermann. „Wenngleich der Zuwachs unter unseren Erwartungen liegt, sind wir nicht unzufrieden. Bedenklich stimmt, dass man mit grünem Populismus (Verbote, Klimahysterie) auch in Segeberg 27 Prozent erreichen kann.“

FDP: Schlechte Kampagne

Die FDP konnte ihr Ergebnis fast verdoppeln auf 6,7 Prozent (3,7 Prozent), hatte 2009 aber noch 14,6 Prozent geholt. Für den Kreisvorsitzenden Stephan Holowaty „sendet der deutsche Wähler ein klares Zeichen für ein geeintes Europa.“

Er sei mit dem FDP-Ergebnis weder auf Bundesebene noch kreisweit zufrieden. „Ich empfand die bundesweite Kampagne weder besonders inspirierend oder kreativ, und die Themenauswahl war falsch.“ Der FDP sei es nicht gelungen, deutlich zu machen, dass auch beim Klimaschutz Ideen und Innovation wirken und Klimaschutz auch ohne Verbote, Umerziehung und tiefe Eingriffe in die persönliche Lebensgestaltung möglich sei. 

Satirepartei glänzte

Die Linke verlor minimal auf 3,7 Prozent (4,2 Prozent). Die Satirepartei „Die Partei“ vervierfachte ihr Ergebnis auf 2 Prozent. Sie lag damit noch vor der Tierschutzpartei (1,5 Prozent), der Familienpartei (1,1 Prozent) und den Freien Wählern (1,1 Prozent).

Die Wahlbeteiligung lag bei 59,5 Prozent, nach 42,3 Prozent im Jahr 2014 und 36,5 Prozent im Jahr 2009.

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