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Segeberg Gebürtiger Bayer will Landrat werden
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09:20 10.03.2020
Von Gerrit Sponholz
Der gebürtige Bayer und jetzige Wirtschaftsförderer aus Erfurt (Thüringen) Volkmar Bauer will am 12. März 2020 zum Landrat des Kreises Segeberg gewählt werden. Quelle: Privat
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Bad Segeberg

Denn auch Amtsinhaber Jan Peter Schröder (parteilos) kandidiert, will wiedergewählt werden. Und fast alle der acht Fraktionen, darunter SPD und CDU, haben sich bereits für Schröder ausgesprochen. Doch Bauer gibt nicht auf. Sein Motto ist: "Ich will die Erde besser verlassen, als ich sie betreten habe.“

Kandidatenfeld zur Landratswahl schrumpfte

Von einst zehn Bewerbern auf die Landratsstelle ab 1. September 2020 sind theoretisch nur noch fünf Kandidaten übrig geblieben. Der Rest hat abgesagt. Das Quintett hat der Kreis in den Kreistagssitzungssaal an der Hamburger Straße in Bad Segeberg eingeladen.

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Von dreien der fünf kam bislang keine Rückmeldung. Bauer aber will kommen. Und Schröder nimmt als Landrat ohnehin an jeder Kreistagssitzung auf dem Podium neben Kreistagspräsident Claus Peter Dieck (CDU) Platz.

Bauer will nicht auf AfD angewiesen sein

Bauer hat nach eigenen Angaben noch keine Rückendeckung einer Fraktion erhalten. Das schreckt ihn nicht, sagt er im Gespräch mit der SZ. „Ich stehe natürlich zur Wahl zur Verfügung, kann inhaltlich mit allen Fraktionen zusammenarbeiten.“ Nur auf die Stimmen der AfD will er nicht angewiesen sein bei einer möglichen Wahl zum Landrat.

Damit will er verhindern, was im Landtag seiner derzeitigen Heimat Thüringen vor einigen Wochen geschah. Thomas Kemmerich (FDP) hatte sich in Erfurt, dort wo Bauer arbeitet, mit Stimmen der AfD zum Ministerpräsidenten wählen lassen. Nach vielen Protesten war Kemmerich später zurückgetreten.

"Alles etwas despektierlich"

Bauer ärgert auch, dass sich gegenüber der Segeberger Zeitung einige Kreispolitiker nach der Ausschreibung der Stelle etwas abschätzig über das neue Bewerberfeld geäußert hatten. Manche seien demnach angeblich fachlich nicht geeignet für das Amt, oder sie seien zu alt, könnten also keine mögliche zweite Amtsperiode anschließen, hatte die Kritik gelautet.

„Alles etwas despektierlich“, meint der Diplom-Geograf Bauer. „Ich habe genau das studiert, worum es geht: Regionalökonomie, Landesplanung, ich habe Gremienerfahrung“. Von 1991 bis 2005 sei er Dezernent und Wissenschaftlicher Referent im Thüringer Landtag gewesen, hatte zuvor ein Regionalmanagement geleitet.

Wirtschaftsförderer in Erfurt

Seit 2007 arbeitet der geborene Bayer für die Wirtschaftsförderung der Stadt Erfurt. „Ich habe nicht durch die Mitgliedschaft in einer Partei geglänzt, sondern durch fachliche Expertise und soziale Kompetenz, was das Arbeiten und Fortkommen nicht immer erleichterte.“

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Er möchte Wirtschaft, Digitalisierung, Tourismus, Bus- und Bahnverkehr sowie Berufsorientierung im Kreis Segeberg stärken, einer wirtschaftsstarken „Region der Glückseeligen“. Er ist verheiratet und hat einen Sohn. Bei der Landratswahl in Ostholstein 2015 und zuvor bei einer Bürgermeisterwahl in Bad Homburg war er unterlegen.

Lübecker Senatorin hatte abgewunken

Vermutlich wird er der einzige Konkurrent für Schröder bleiben. Die härteste Wettbewerberin, die Lübecker Bildungs- und Kultursenatorin Kathrin Weiher (parteilos), hat vor einigen Tagen ihre Kandidatur zurückgezogen. Die CDU hatte sie zwar weitgehend unterstützen wollen, doch Weiher wäre wohl auf die AfD-Stimmen angewiesen gewesen. Das aber wollte sie nach den Thüringer Ereignissen aber nicht.

Wohl gegen 19 oder 19.30 Uhr dürfen sich die antretenden restlichen Bewerber jeweils zehn Minuten vorstellen. Danach wird abgestimmt. Zunächst muss die absolute Mehrheit (32 Sitze) erreicht werden, im dritten Wahlgang würde die einfache Mehrheit genügen. Gegen 20 Uhr könnte der neue Landrat gewählt sein.

Ausschreibung war durchgesetzt worden

Oder der alte ist bestätigt. Genau das, was die Fraktionen von SPD, Grünen, FDP und Freien Wähler schon im vergangenen Jahr mit der Wiederwahl Schröders hatten beschließen wollen. Doch CDU, AfD, WI-SE und Linke hatten seinerzeit eine Ausschreibung durchgesetzt. Die nächste reguläre Landratswahl steht dann erst wieder 2026 an.

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