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Segeberg WZV-Versammlung beruft Verbandschef ab
Lokales Segeberg WZV-Versammlung beruft Verbandschef ab
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20:02 24.04.2018
Von Gerrit Sponholz
Der bisherige WZV-Chef Jens Kretschmer muss gehen. Quelle: Gerrit Sponholz
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Wiemersdorf

70 der 105 Stimmen wären nötig gewesen. Für die Abberufung stimmten 85, dagegen zehn, drei enthielten sich. Allerdings gilt die Abberufung nur, falls Ende Mai in einer weiteren Sitzung ebenfalls mindestens 70 Vertreter erneut für sie stimmen.

Trotz der Kommunalwahl zwischendurch am 6. Mai sind es die bisherigen Vertreter, die stimmberechtigt sind. Die Wahlperiode 2013 bis 2018 endet erst Ende Mai.

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Kretschmer war 20 Jahre lang Chef

Kretschmer war nach 20 Jahren als Chef bereits Ende März vom Hauptausschuss des WZV freigestellt worden. Das ist das leitende Fachgremium der Verbandsversammlung, dem fünf Bürgermeister angehören, mit Gerd Lentföhr (Seedorf) an der Spitze. Lentföhr leitet den WZV kommissarisch mit rund 320 Mitarbeitern in der Müllabfuhr, Abwasserentsorgung, Straßenpflege und Breitbandausbau.

Die Kritik an Kretschmer: Er habe eigenmächtig und gegen Leitlinien der Gremien gehandelt, keine Einsicht gezeigt, bei Problemen andere vorgeschickt, sein Handeln nicht reflektiert und Personal verunsichert. Außerdem liegen bei der Staatsanwaltschaft Kiel anonym erhobene Vorwürfe zum angeblich fragwürdigen Geschäftsgebaren unter Kretschmers WZV-Führung vor. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hatte die Abberufung Kretschmers befürwortet.

Geheime Sitzung

Während der rund zweistündigen Versammlung hatte Kretschmer zu Beginn seine Position vertreten können, dann aber den Saal verlassen müssen.

Stimmt die Verbandsversammlung Ende Mai erneut der Abberufung zu, müsste dann noch sein Dienstvertrag gekündigt werden.

Einar Behn 24.04.2018
Sylvana Lublow 24.04.2018
Gerrit Sponholz 24.04.2018