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Segeberg Wiederwahl von Landrat Schröder wackelt
Lokales Segeberg Wiederwahl von Landrat Schröder wackelt
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12:01 25.09.2019
Von Gerrit Sponholz
Die 62 Abgeordneten des Kreistages entscheiden, ob die Landratswahl 2020 ausgeschrieben wird, oder ob verzichtet wird und damit Jan Peter Schröder (parteilos) sicher der Chef der Kreisverwaltung bleibt. Quelle: Gerrit Sponholz/Archiv
Kreis Segeberg

Schröder hatte früh signalisiert, weiterarbeiten zu wollen. Nach Informationen der SZ stehen aber schon mindestens drei andere Kandidaten in den Startlöchern. 

Gewählt wird im März 2020. Die neue sechsjährige Amtszeit des Landrats beginnt im Juli oder August 2020. 

Anfang 2019 gab es noch viel Lob für Schröder

Noch Anfang des Jahres hatte es nach einer Wiederwahl von Schröder ausgesehen. Er war bei seiner ersten Wahl 2014 zunächst von den kleinen Kreistagsfraktionen auf den Schild gehoben worden.

Nach dem ersten halben Jahr Amtszeit für Schröder und noch im Januar dieses Jahres hatten sich die Fraktionen weitgehend positiv zu seiner Amtsführung geäußert, hier und da aber auch Vorbehalte gemacht.

Starker Stellenzuwachs

Bemängelt wurden angeblich mangelnde Transparenz und der massive Stellenzuwachs in der Verwaltung auf fast 1000 Beschäftigte. Dies macht unter anderem den Neubau eines zweiten Kreishauses in Bad Segeberg nötig. 

Wegen der zeitlichen Fristen muss sich der Kreistag jetzt entscheiden, ob er die Stelle ausschreiben will oder nicht. Würde darauf verzichtet, würde Schröder im März 2020 als einziger Kandidat im Amt bestätigt. Für einen Verzicht müsste die absolute Mehrheit des Kreistages stimmen.

Das wären mindestens 32 Abgeordnete von insgesamt 62. Für den Verzicht haben sich in einem gemeinsamen Antrag die SPD (13 Sitze), Grünen (9), FDP (5) und Freie Wähler (2) eingesetzt. Sie haben zusammen nur 29 Sitze. Das wird nicht reichen.

Mehrheit absehbar für Ausschreibung

Denn die anderen Fraktionen haben sich für eine Ausschreibung entschieden: CDU (23), AfD (5), WI-SE (3) und Linke (2). Sie kommen auf 33 Sitze. 

CDU-Fraktionschef Kurt Barkowsky bescheinigt Schröder „keine schlechte Arbeit“. Aus demokratietheoretischen Gründen sei es aber gut, eine Auswahl zu haben. Außerdem hätten sich bei der CDU schon drei „Persönlichkeiten gemeldet, die sich bewerben würden“. Sie seien „gut arbeitende Verwaltungsfachleute“. Mehr will Barkowsky nicht sagen.

Dem Vernehmen nach sollen auch Parteilose darunter sein, nur Männer, und keine, die schon vor sechs Jahren angetreten seien. Es soll auch Bezüge zu Stormarn und Norderstedt geben. Die Rahmendaten passen theoretisch zum Bürgermeister von Glinde, Rainhard Zug (CDU), der in Groß Rönnau wohnt.

Bürgermeister von Glinde winkt ab

Der 48-Jährige war in Schwissel aufgewachsen, ist verheiratet und hat zwei Kinder. Seit 2010 ist er hauptamtlicher Bürgermeister in Glinde mit über 200 Mitarbeitern. 2009 war er, nach eigener Aussage, direkt von den Bürgern gewählt worden, die Kontakte nach Glinde hätte zuvor der damalige Norderstedter Oberbürgermeister Hans-Joachim Grote (CDU) vermittelt. 

Grote hatte die Fäden gezogen

Grote ist heute Innenminister, und zudem Ehemann von Doris Grote (CDU), der Vorsitzenden des Segeberger Kreishauptausschusses. Zug war laut eigenem Lebenslauf bereits 1992 zur Stadtverwaltung Norderstedt gestoßen und hatte dort zuletzt das Rechnungsprüfungsamt geleitet. 

2017 war Zug in Glinde wiedergewählt worden. Nach einem Bericht des Hamburger Abendblatts ist er 2018 der CDU beigetreten. 

Gegenüber der SZ hielt sich Zug zunächst bedeckt, sagte dann, dass er kein Interesse habe. Er schätze die Arbeit von Schröder. Er habe ihm nach dessen Wahl in Bad Segeberg gratuliert. 

SPD will Schröder als Landrat behalten

An Schröder als Landrat festhalten will Edda Lessing, Vorsitzende der SPD-Fraktion im Segeberger Kreistag. „Wir würden bei einer Ausschreibung keinen eigenen Kandidaten suchen.“ 

Im Grunde zufrieden mit Schröder ist auch die AfD. „Er macht seine Arbeit gut und neutral“, räumt Fraktionschef Heiko Evermann ein. „Die Messlatte für Gegenkandidaten läge hoch.“ Außerdem habe Schröder den Vorteil, dass er keine lange Einarbeitungszeit in die Arbeit als Verwaltungschef benötigen würde.

Andererseits, so Evermann, sei er prinzipiell dafür, solch einen Posten der Transparenz wegen immer auszuschreiben. 

Landrat wird am 12. März 2020 gewählt

Die Wahlzeit von Jan Peter Schröder (parteilos) endet nach sechs Jahren am 31. August 2020. Der Kreistag besetzt den Posten. Die Wahl ist für 12. März 2020 geplant. Die Stelle wird in der Regel ausgeschrieben. Ausnahme: Die Mehrheit aller Kreistagsabgeordneten verzichtet darauf, weil der Amtsinhaber wiedergewählt werden soll. Der Landrat leitet die Kreisverwaltung mit fast 1000 Beschäftigten, bereitet Beschlüsse des Kreistags vor, führt sie aus, erledigt Weisungsaufgaben und ist gesetzliche Vertretung des Kreises. Er nimmt, als untere Landesbehörde, Aufgaben der Kommunalaufsicht wahr.

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