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Segeberg Kreis setzt auf Elektro-Auto und Pedelecs
Lokales Segeberg Kreis setzt auf Elektro-Auto und Pedelecs
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06:00 28.11.2013
Von Gerrit Sponholz
Ein Elektroauto will der Kreis kaufen. Es soll an einer neuen Ladestation am Kreishaus in Bad Segeberg mit Strom gespeist werden. Quelle: dpa
Kreis Segeberg

Die Metropolregion Hamburg, zu der auch der Kreis Segeberg gehört, trägt die Hälfte der Leasingkosten eines E-Autos, das eine Firma oder eine öffentliche Einrichtung sich zulegt. Das wüssten viele noch gar nicht, sagen die beiden Kreis-Klimamanager Heiko Birnbaum und Krishan Gairola. Wenig bekannt sei auch, dass es im Kreis Segeberg schon ein dichtes Netz an Ladestationen gebe. „Praktisch in jeder Stadt mindestens eine.“

 Autobauer wie Renault hätten bereits sieben im Kreisgebiet, mit weiteren Herstellern gebe es Gespräche. Auch die Nordkirche habe zwischen Kiel und Hamburg bereits zwölf Ladestationen installiert. Die Stadtwerke Bad Bramstedt würden schon ein E-Auto nutzen.

 „Wir möchten nach und nach ein flächendeckendes Ladenetz aufbauen, um die Elektromobilität im Kreis voranzutreiben“, sagt Birnbaum. Eingepflegt werden sollen sie in Übersichten im Internet, die Organisationen wie Lemnet zur Verfügung stellen.

 Landrätin Jutta Hartwieg träumte in einem Pressegespräch schon von neuen City-Konzepten, etwa in Bad Segeberg. Vor den Toren der Stadt könne doch ein Parkhaus gebaut werden, wo Stadt-Gäste ihre E-Autos abstellen und aufladen lassen, während die Fahrer ins Zentrum gehen oder mit dem Rad fahren, um dort einzukaufen.

 Anfang November durften Kreismitarbeiter in einem E-Auto schon mal zur Probe fahren. „Es gab nur positive Rückmeldungen“, berichten Birnbaum und Gairola. Im Winter reiche der gespeicherte Strom für eine Fahrt von 100 Kilometer, im Sommer bis 180 Kilometer.

 Der Renault Zoe würde im Betrieb ähnlich viel wie ein VW Polo kosten. 1000 Euro sind außerdem für Ladetechnik und Carport nötig, 10000 Euro für die Strom-Ladesäule. Vermutlich werden anfangs auch Bürger - kostenlos - Strom für ihr E-Auto abzapfen können, später wohl per Münzeinwurf bezahlen müssen. Der Strom, den der Kreis bezieht, stammt aus Wasserkraftwerken.

 Für längere Dienstfahrten der Kreismitarbeiter eignen sich E-Autos aber weniger. Deshalb soll der Kreis bei neuen Leasingverträgen auf Hybridfahrzeuge setzen, also Wagen mit Antrieb durch Kraftstoff und Strom.

 Pro Jahr starten die Kreismitarbeiter zu 5900 Fahrten pro Jahr und legen 436000 Kilometer zurück. 61 Prozent aller Fahrten wären auch mit einem E-Rad oder einem E-Auto möglich.

 Auch bei einem der zwei neuen Dienstfahrräder will der Kreis auf Strom-Antrieb setzen und ein Pedelec kaufen. 40 Prozent der Kreisbeschäftigen hatten in einer Umfrage bekundet, zumindest zeitweise eines der Räder nutzen zu wollen. Das Pedelec kostet rund 2000 Euro.

 Der Werkausschuss des Kreistages konnte sich mit dem Konzepten grundsätzlich anfreunden. Entscheiden muss aber der Kreistag.