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Segeberg Kriminalitätsrate sinkt in Bad Bramstedt
Lokales Segeberg Kriminalitätsrate sinkt in Bad Bramstedt
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00:17 01.12.2013
Von Einar Behn
Polizeistationsleiter Karl-Heinz Verges hat in Bad Bramstedt zurzeit 17 Beamte zur Seite. Wenn die Station in Wiemersdorf aufgelöst wird, kommen wahrscheinlich noch zwei dazu. Quelle: Einar Behn
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Bad Bramstedt

1993 registrierte die Polizei in Bad Bramstedt und den umliegenden Dörfern (Lentföhrden, Heidmoor, Föhrden-Barl, Hitzhusen und Weddelbrook sind der Station Bad Bramstedt zugeordnet) 1277 Straftaten. Im letzten Jahr waren es 1048. Vor allem Diebstähle beschäftigen Verges und seine Kollegen. 536 wurden im letzten Jahr angezeigt (1993: 810). Probleme bereiteten der Polizei Einbrecherbanden, die entlang der Autobahn ihr Unwesen treiben. Bad Bramstedt sei bei ihnen beliebt, weil sie über die A7 schnell wieder verschwinden könnten. Deshalb kontrolliere die Polizei auch an der Autobahnabfahrt Fahrzeuge, so Verges. Anders als vielfach vermutet, ist die Zahl der Wohnungseinbrüche jedoch ebenfalls rückläufig.

 Besonders deutlich gesunken ist die Zahl der Autoaufbrüche, sie hat sich in den letzten 20 Jahren mehr als halbiert. Grund dafür ist, dass Autoradios auf dem Schwarzmarkt keine hohen Preise mehr erzielen, seit neue Autoradios dank fernöstlicher Produktion erheblich billiger geworden sind. „Laptops, Handys, Brillen und andere Wertgegenstände werden heute aus Autos gestohlen“, sagte Verges. Deshalb sollten sie niemals im Pkw zurückgelassen werden.

 Gefährliche und schwere Körperverletzungen wurden voriges Jahr 18-mal angezeigt. Vergewaltigungen gab es nach der Polizeistatistik gar nicht, sexueller Missbrauch an Kinder wurde der Polizei zweimal bekannt.

 Ein in den letzten Jahren wachsendes Problem sei der Internetbetrug. 76 Fälle registrierte die Bramstedter Polizei, 2011 waren es sogar 144 Fälle.

 44,3 Prozent aller Straftaten werden nach Angaben von Verges in Bad Bramstedt und Umland aufgeklärt. Allerdings ist die Aufklärungsquote bei den einzelnen Deliktarten sehr unterschiedlich. Körperverletzungen werden zu knapp 95 Prozent aufgeklärt, weil das Opfer den Täter benennen kann. Ganz anders bei Diebstählen aus dem Auto: Hier liegt die Quote nur bei 5,1 Prozent. Und beim Fahrraddiebstahl wird der Täter nur in 9,6 Prozent der Fälle geschnappt. Übrigens: Codierte Fahrräder, die auch einen entsprechenden Aufkleber tragen, werden „so gut wie nie gestohlen“, sagte Verges.

 Keine Nachteile erwartet der Leiter der Polizeistation von der internen Neuorganisation der Polizeidirektion Bad Segeberg. Bad Bramstedt habe dadurch den Status der „Polizeizentralstation“ verloren und sei nunmehr dem Revier Kaltenkirchen unterstellt. In der Praxis ändere das aber nichts. In der Station im Sommerland seien weiterhin 18 Beamte tätig. Die Stationen in Wiemersdorf und Boostedt mit jeweils drei Beamten gehörten zum Schutzbereich Bad Bramstedt, in dem insgesamt 24 Polizisten tätig sind. Jedoch sei beabsichtigt, die Wiemersdorfer Station im nächsten Jahr zu schließen. Die Polizisten würden dann in Bad Bramstedt und Boostedt tätig sein und somit dem Schutzbereich erhalten bleiben. Zu ihm gehören Bad Bramstedt, das Amt Bad Bramstedt-Land, Lentföhrden und Boostedt. Aus polizeilicher Sicht sei die Auflösung der Wiemersdorfer Wache kein Problem. Eine Sicherheitslücke erwartet der Polizeichef nicht.