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Segeberg Straße nach Sanierung noch maroder
Lokales Segeberg Straße nach Sanierung noch maroder
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16:55 03.11.2019
Von Gerrit Sponholz
Anlieger und Kfz-Händler Carsten Meins ist enttäuscht vom Land: Die L68 (Plöner Straße) ist in schlechtem Zustand, voller kleiner Hubbel und abgesackten Schächten. Wegen der Straßenschäden gilt mittlerweile Tempo 30 statt Termpo 50. Quelle: Gerrit Sponholz
Klein Rönnau

Die Ortsdurchfahrt ist eine Hubbelstrecke, die Lkw rattern über die Fahrbahn.

Wegen der Straßenschäden hätten die Behörden das Höchsttempo nun zwar von 50 auf 30 km/h gesenkt. „Das wird aber von 90 Prozent der Autofahrer ignoriert“, kritisiert Kirchner.

Tempolimit auf 30 km/h gesenkt

Außerdem würde viele Laster von einer nah gelegenen Kieskuhle dort durchfahren, sagt Kirchner. Zwischen 50 und 100 Mal am Tag. „Und pünktlich am Sonntagabend um 21.50 Uhr knallen die ersten Betonmischer mit 70 km/h durch den Ort.“

Geschwindigkeitskontrollen hätten nichts gebracht. „Der erste Lkw-Fahrer warnt alle anderen per Funk.“ Sein 90 Jahre altes Wohnhaus habe mittlerweile Risse. „Deswegen investiere ich derzeit erst mal nicht.“ 

An Höchstgeschwindigkeit hält sich kaum einer

Auch Nachbar Carsten Meins, Kfz-Händler und Gemeindevertreter, ist verärgert. „An die Tempobegrenzung hält sich keiner.“ Vor etwa einem Monat hätte der LBV mit Flüssigteer und Splitt repariert. Besser geworden sei es nicht, im Gegenteil.

Hinzu komme, dass die Ablaufschächte am Straßenrand mittlerweile zu tief lägen. Bei Begegnungsverkehr donnerten die Lkw mit Rumms über diese Kuhlen in der Fahrbahn. „Dann klirren die Gläser in meinem Wohnhaus.“

Beschwerde beim Land brachte nichts

Er habe sich schon vor Monaten beim Land beschwert. Doch das habe ihm geantwortet, eine Grundsanierung sei in absehbarer Zeit nicht vorgesehen. Die letzte, sagt Meins, sei in den späten 1970er Jahren gewesen. 

Bürgermeister Dietrich Herms schüttelt ebenfalls den Kopf über das Land. Der LBV habe die L68 kürzlich die Risse gestopft, damit kein Wasser im Winter eindringt und Frost die Straße weiter zerstört. „Das wurde aber dilettantisch gemacht. Jetzt sind da richtige Wellen ’reingebaut worden.“

Bürgermeister: Darf keine Dauerlösung sein!

Das habe wohl auch der LBV erkannt, und wegen des schlechten Zustands bei der Kreisverkehrsaufsicht eine Temporeduzierung von 50 auf 30 km/h beantragt. Diese habe der Kreis genehmigt. „Das kann aber keine Dauerlösung sein. Das geht so nicht!“

Das Land selbst weiß von den Schäden. Es untersucht seine 3541 Kilometer Landesstraßen regelmäßig. Im Zustandsbericht von 2017 ist der Abschnitt der L68 in Klein Rönnau mit der schlechteste Note 4,5/5 markiert. Das heißt übersetzt: „Der Schwellenwert des Substanzwerts der Oberfläche ist überschritten.“ 

Land: Bis spätestens 2030 wird saniert

Das Land hat allerdings aktuell über 950 Kilometer in dringend sanierungsbedürftem Zustand, hatten Verkehrsminister Bernd Buchholz und LBV-Chef Torsten Conradt im Oktober 2018 festgestellt. In einem Ausbauprogramm bis 2022 für 360 Millionen Euro werden erst mal aber nur knapp 900 Kilometer saniert. Der Abschnitt in Klein Rönnau ist nicht mit dabei.

Langfristig hatte Buchholz aber Hoffnung gemacht. Denn das Ausbauprogramm werde fortgesetzt. „2030 werden unsere Landesstraßen wieder nahezu flächendeckend in Ordnung sein.“ 

Letzte Chance: Verkehrsschau

Vielleicht geht es in Klein Rönnau aber doch noch etwas schneller. Denn am Montag, 4. November, steht eine reguläre Verkehrsschau mit den Fachbehörden und der Polizei an. Einer der Teilnehmer wird der LBV sein, sagt Bürgermeister Herms. „Das Treffen will ich nutzen, um das Thema anzusprechen.“ 

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