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Segeberg B206-Messung wird nächste Woche beantragt
Lokales Segeberg B206-Messung wird nächste Woche beantragt
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10:02 21.05.2018
Von Michael Stamp
Auf der B206 in der Nähe des ZOBs (Foto) und auf Höhe der Gemeinschaftsschule amn Seminarweg sollen Schadstoffe und Lärm gemessen werden. Die Stadt stellt den entsprechenden Antrag in der kommenden Woche. Quelle: Michael Stamp
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Bad Segeberg

Die Stadtvertretung hatte in ihrer jüngsten Sitzung mit 22 Ja-Stimmen bei zwei Enthaltungen und einer Gegenstimme beschlossen, einen entsprechenden Antrag beim Land zu stellen. Die Initiative ging auf die Freie Wählergemeinschaft BBS und Bündnis 90/Die Grünen zurück.

„Seit der Eröffnung des A20-Teilstücks Lübeck-Geschendorf im Jahr 2009 führt die A20 quasi schon als B206 durch Bad Segeberg“, heißt es in der Begründung der beiden Fraktionen. Vor allem um die nahegelegenen Schulen sorgen sich die Kommunalpolitiker, was die Belastung durch Feinstaub und Verkehrslärm angeht. Entlang der Bundesstraße stehen die Dahlmannschule, die Gemeinschaftsschule am Seminarweg und die Theodor-Storm-Schule.

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Harte Kritik von Ursula Michalak (CDU)

Heftigen Widerstand gegen den Antrag leistete Ursula Michalak (CDU) in ihrer letzten Sitzung als Stadtvertreterin. „Wenn ich über solche Anträge abstimmen muss, freue ich mich, dass ich nicht mehr in der nächsten Stadtvertretung sitzen werde“, sagte sie in einer persönlichen Erklärung. „Dieser Antrag ist für mich populistisch und nicht zu Ende gedacht.“ Denn was solle denn geschehen, wenn sich die Werte als zu hoch erweisen, fragte sie.

„Sollen wir die Schulen schließen oder den Verkehr durch Klein Gladebrügge umleiten?“ Bad Segeberg habe 6000 Ein- und 3000 Auspendler; ihnen müsse man die Nutzung der B206 ermöglichen. Einen Seitenhieb verteilte sie gegen BBS-Fraktionsvorsitzenden Torsten Bohlmann, der seit einigen Monaten mit dem Auto nach Norderstedt zur Arbeit pendelt. „Wenn ich solch einen Antrag stelle, muss ich mir doch überlegen, was hinterher passiert.“

BBS liebäugelt mit Lärmschutzwand an der B206

BBS-Fraktionsvorsitzender Bohlmann konterte, dass man vor Problemen nicht die Augen verschließen sollte. „Nach dem Motto: Ich will das gar nicht wissen.“ Annelie Eick, Fraktionsvorsitzende der Grünen, ergänzte: „Ich gehe doch auch zum Arzt, wenn ich krank bin.“ Simon Pommerenke (SPD) forderte einen schnellen Weiterbau der A20, um die Ortsdurchfahrt von Bad Segeberg zu beenden. „Aber das wollen die Grünen ja nicht“, fügte er leise hinzu.

BBS-Vorsitzender Jürgen Niemann ärgert sich nach wie vor über Ursula Michalaks Vortrag. Er möchte einen Lärmschutz für die B206 auf Höhe der Schulen durchsetzen. „Und dafür muss ich Belege haben. Es muss in Kiel ankommen, dass sich Bad Segeberg das nicht länger gefallen lässt.“

Die Feinstaub-Messungen sollen sich über einen Zeitraum von sechs Monaten erstrecken. Beim Ermitteln des Schalls entlang der Bundesstraße hatten Grüne und BBS eine Messung an mindestens zehn Werktagen vorgegeben. Auch hier war die Stadtvertretung dem Antrag gefolgt.

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