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Segeberg Land will kleinere Verkaufsflächen
Lokales Segeberg Land will kleinere Verkaufsflächen
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23:59 15.06.2012
Von Einar Behn
BVV-Vorsitzende Andrea Schroedter übergab eine Unterschriftenliste an den Vorsitzenden des Planungsausschusses Fritz Bredfeldt. 475 Unterzeichner haben sich darin gegen das Fachmarktzentrum ausgesprochen. Quelle: ben
Bad Bramstedt

Das Nein aus Kiel kommt eigentlich nicht überraschend. Schon in einer ersten Empfehlung hatte die beim Innenministerium angesiedelte Behörde angemerkt, maximal 800 Quadratmeter Verkaufsfläche für den Lebensmittelhandel im Fachmarktzentrum seien ausreichend, da Bad Bramstedt mit Lebensmittelmärkten gut versorgt sei. Quantum will aber 1500 Quadratmeter, weil nur so ein Vollversorger sich dort ansiedeln würde. 800 Quadratmeter ist die zurzeit gängige Größe für Discounter wie Aldi und Lidl. Die will Quantum dort aber nicht haben, weil damit das gesamte Niveau des Einkaufszentrums sinken würde. Discounter ziehen in ihre Nachbarschaft vor allem andere Billigheimer wie Kik oder NKD, die die Pachterlöse für den Investor senken. Quantum-Geschäftsführer Ulrich Hammer zur SZ: „Wir suchen wertige Mieter, sonst geht das ganze Konzept nicht auf.“

Der Bürger- und Verkehrsverein will das Projekt weiterhin verhindern. Vorsitzende Andrea Schroedter übergab während der letzten Sitzung des Planungs- und Umweltausschusses dem Vorsitzenden Fritz Bredfeldt (Bündnis 90/Grüne) eine Liste mit in Bad Bramstedter Geschäften gesammelten Unterschriften. 31 Bürger hatten sich für das FMZ ausgesprochen, 476 dagegen. „Sie müssen sich fragen lassen, ob hier nicht an den Bürgern vorbei geplant wird“, sagte sie bei der Übergabe. Doch die Ausschussmitglieder nahmen in ihren Beratungen keinen Bezug mehr darauf. Der Ausschuss hatte sich mit großer Mehrheit für das Fachmarktzentrum einschließlich der vom Projektentwickler gewünschten Verkaufsflächen ausgesprochen. Im Gegensatz zum BVV erhoffen sich die Stadtverordneten, durch das Einkaufszentrum auf der grünen Wiese mehr Kaufkraft in Bad Bramstedt zu binden und neue Kunden hinzuzugewinnen, wovon dann auch die Innenstadt profitieren soll. Mit diesem Argument will sich auch Bauamtsleiter Udo Reinbacher noch einmal im Landesplanungsamt für das Fachmarktzentrum starkmachen.