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Segeberg Vom Kerzenschein zum Zimmerbrand
Lokales Segeberg Vom Kerzenschein zum Zimmerbrand
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18:00 16.12.2016
Von Michael Stamp
Wenn ein Adventskranz erstmal Feuer gefangen hat, brennt er wie Zunder. Das bewies die Feuerwehr in Bad Segeberg bei der Pressekonferenz des Landesfeuerwehrverbandes. Quelle: Michael Stamp
Bad Segeberg

Es dauert nur wenige Sekunden – und aus einer romantischen Kerzenflamme hat sich ein dramatischer Zimmerbrand entwickelt. Gerade in der Weihnachtszeit kommt es zu mitunter verheerenden Bränden. „Alle fünf Minuten verdoppelt sich bei einem Feuer die Schadenssumme“, erklärte Wehrführer Mark Zielinski. Seine Kameraden und er waren am Freitag Gastgeber der offiziellen Pressekonferenz des Landesfeuerwehrverbandes.

 Um auf die Gefahren hinzuweisen, die rund um Weihnachten und Silvester lauern, hatte die Bad Segeberger Feuerwehr auf ihrem Gelände an der B206 in einer Art Holzkoje ein komplettes Wohnzimmer aufgebaut: Couch, Tisch, Schrank, Fernseher, Gardinen. „Großes Lob an meine Mannschaft, dass sie das möglich gemacht hat!“, sagte Zielinski.

 Nur eine Heizung hätte noch gut getan: Bei einem Grad unter Null wird es mit der Zeit doch ziemlich frostig – und das betrifft auch das zu entflammende Grünzeug, wie die Feuerwehr betroffen feststellen musste.

 Das Löschen klappt in Feuerwehrkreisen offenbar (und glücklicherweise) deutlich besser als das Zündeln. Egal, wie viel Brandbeschleuniger auch auf den Adventskranz gesprüht wurde: Das verflixte Ding wollte, wollte und wollte einfach nicht in Flammen aufgehen – und das in einer Situation, die zeigen sollte, dass ein einziger Funke genügt, um ein Inferno auszulösen.

 Zielinski ließ sich aber nicht aus der Ruhe bringen. Für das Wetter könne man nun mal nichts. „Der Kranz hat jetzt 20 Minuten hier draußen gestanden und wird sofort feucht.“ Immerhin war der an der provisorischen Zimmerdecke angebrachte Rauchmelder zur Mitarbeit bereit. Kaum kräuselte sich das erste Rauchsäulchen, piepte das Gerät auch schon hektisch drauf los. „Das ist genau der Effekt, den wir haben wollen!“, sagte Zielinski strahlend. „Sonst wäre das Feuer nämlich gar nicht so schnell bemerkt worden.“

 Mit vereinten Kräften und einem angezündeten Stück Geschenkpapier gelang es dann aber noch, das Gesteck ordentlich in Flammen aufgehen zu lassen. Als sich das Feuer erst einmal knisternd durch das Tannengrün fraß, ging es auch wirklich rasend schnell. Das heruntertropfende Wachs trug zur Ausbreitung des Brandes bei. Wer in seiner Wohnung mit Feuer hantiert, sollte für Notfälle vorbereitet sein. „Sofern kein Feuerlöscher vorhanden ist, kann ein großer Wassereimer oder eine Baumwolldecke in der Nähe der Kerzen vorgehalten werden“, rät Pressesprecher Holger Bauer vom Landesfeuerwehrverband (Motto: „Wenn Feuer wär und es gäb keine Feuerwehr, was meinst du, was für Feuer wär“).

 Als Nächstes sollte der hübsch geschmückte Tannenbaum zur Fackel werden – aber auch er weigerte sich hartnäckig. Mehrere Versuche schlugen fehl; mal ging das Feuer wieder aus, mal ging es gar nicht mehr an. Schließlich legte Wehrführer Zielinski selbst Hand an: Er zog ein Papiertaschentuch aus der Jacke, tränkte es mit Brandbeschleuniger, zündete es an und warf es mitten in den Baum. Das wirkte.

 Die filmenden und fotografierenden Journalisten bekamen einen im Eiltempo abbrennenden Baum zu sehen – sofern sie nicht mitten in der dichten Rauchwolke standen, die über den Parkplatz zog. „Das kommt durch die Feuchtigkeit und die Öle, die in den Nadeln enthalten sind“, erläuterte Zielinski. Alle, die auf Nummer sicher gehen, schmücken ihren Baum mit elektrischen Kerzen. Und damit die nicht auch plötzlich in Flammen aufgehen, ist auf ein Sicherheits-Prüfzeichen (VDE, GS) zu achten.

 Wer auch im neuen Jahr noch alle zehn Finger besitzen möchte, sollte beim Umgang mit Silvester-Feuerwerk achtsam sein. Das bedeutet: Bloß keine illegalen Böller kaufen, weil man sie billiger bekommt. „Wir haben jedes Jahr zu Silvester mehrere Amputationsverletzungen“, schildert Wehrführer Zielinski. Nur gekennzeichnetes Feuerwerk mit „BAM“-Prüfzeichen (Bundesanstalt für Materialprüfung) ist zugelassen und bereitet, achtsam benutzt, keine schmerzhaften Überraschungen wegen unerwartet hoher Sprengkraft.

 „Feuerwerkskörper und Raketen gehören nicht in die Hände von Kindern“, warnt Landesfeuerwehr-Pressesprecher Bauer. Zudem sei die sprühende und knallende Pyrotechnik ausschließlich im Freien zu verwenden. Es gibt darüber hinaus sogar Zeitgenossen, die ihre Raketen aus der Hand starten und sich hinterher über massive Verbrennungen wundern. Bauer: „Eine mit Wasser gefüllte Getränkeflasche oder ein Eimer mit Sand ist eine gute Startrampe.“

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