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Segeberg Gastwirtschaft schließt nach 241 Jahren
Lokales Segeberg Gastwirtschaft schließt nach 241 Jahren
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11:55 17.09.2019
Von Gerrit Sponholz
100 Jahre wurde das Landhaus Schulze-Hamann in Blunk als Familienbetrieb geführt. Quelle: Gerrit Sponholz
Blunk

Die Gebäude werden umfangreich saniert, der Betrieb ruht.

Vor einem halben Jahr war noch das 100-jährige Jubiläum des Familienbetriebs Landhaus Schulze-Hamann gefeiert worden. Jetzt teilten Angela und Stephan Schulze-Hamann mit: Das Restaurant und das Hotel bleiben geschlossen.

Ärzte rieten dem Paar aus Blunk ab

„Wir hatten immer die Absicht, den Betrieb wieder aufzunehmen. Auf dringendes Anraten unserer Ärzte hin haben wir uns nun jedoch entschlossen, dies nicht zu tun“, teilten sie mit. 

„Es geht nicht anders“, bedauert an Angela Schulze-Hamann. Sie mag nicht weiter darüber sprechen. „Wir wollen mit anderen Vorzeichen an das letzte Drittel im Leben denken.“ 

In dritter Generation

Seit 1983 hatte sie mit ihrem Mann in dritter Familientradition den Betrieb übernommen, sehr auf Nachhaltigkeit und Regionalität im Restaurantbetrieb geachtet, etliche Ernährungs-Initiativen für Kinder ins Leben gerufen und auch Auszeichnungen gewonnen. Viele Politiker, bis zu Ministerpräsidenten, kehrten dort ein. 

Ursprünglich sollte Sohn Frederik den Betrieb eines Tages übernehmen. Doch der Übergang kam zu früh, sagt Stephan Schulze-Hamann. „Er steckt noch in anderen Projekten. Eigentlich wollten wir noch drei, vier, fünf Jahre weitermachen.“ Doch die große Sanierung und der Wiederaufbau gehe über ihre Kräfte. 

Zwei Brände innerhalb eines Jahres

Schon im April 2018 war im Wirtschaftsbereich ein Wäschetrockner in Brand geraten und hatte auch eine Verpuffung ausgelöst. Das Landhaus war wegen Sanierung rund einen Monat geschlossen worden. 

Im Mai dieses Jahres gab es ein ähnliches, aber schlimmeres Malheur. In einem Wäscheraum hatte eingelagerte Wäsche ein Feuer entzündet. Fettverschmutzte Textilien, auch nach einer Reinigung, können sich durch chemische Prozesse selbst entfachen. 

„Das Schlimmste war der Ruß. Der hat sich bis in die Hotelräume ausgebreitet“, sagt Stephan Schulze-Hamann. Die ganze Küche habe ausgebaut werden müssen.

Gebäude für Sanierung teilweise entkernt

Am Montag waren etliche Handwerker im Haus. Von Wänden ist der Putz abgeklopft, Leitungen hängen an der Decke, es riecht nach frischer Farbe. Den Schaden gibt er mit einem hohen sechsstelligen Euro-Betrag an.

Kürzlich waren wieder Versicherungsmitarbeiter im Gebäude. Die Anlagen werden alle wiederhergestellt. Vor Dezember wären die Arbeiten aber nicht beendet, sagt Schulze-Hamann. 

Im Mai hatte die Familie noch damit gerechnet, dass die Sanierung nur einige Wochen dauern werde. „Die Sanierung, speziell die Wiederherstellung der Küche, verzögert sich durch die Urlaubszeit und die allgemein bekannte Situation im Handwerk unerwartet lange“, bedauert das Paar.

Noch unklar, wie es weitergeht

„Der Abschied fällt schwer, aber wir haben andererseits auch viel Zuspruch und Verständnis unserer Gäste erlebt“, sagt Stephan Schulze-Hamann. Sie bleiben im ersten Stock erst mal wohnen. „Wir wissen noch nicht, wie es weitergeht.“ Es gebe noch keinerlei Überlegungen. „Wir wünschen uns nur, dass nicht einfach alles plattgemacht wird.“

Bürgermeisterin Wiebke Bock bedauert das Aus sehr. Damit ende ein Lebenswerk. Das Landhaus sei Vorreiter für vieles gewesen, habe auf regionale Produkte gesetzt, und Kindern die Welt der Lebensmittel nahegebracht. 

Landhaus Schulze-Hamann schließt nach 100 Jahren

Die Asklepios-Klinikgruppe hat die Probleme mit dem Baugrund im Gewerbegebiet Süd in Bad Bramstedt bestätigt. „Wir sind im Austausch mit der Bürgermeisterin“, sagte ein Sprecher. Der Boden sei nicht so beschaffen, wie von der Stadt angegeben. Ob das Zentrallager gebaut werden kann, ist fraglich.

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