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Segeberg Laternenumzug war beeindruckend
Lokales Segeberg Laternenumzug war beeindruckend
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20:30 10.11.2013
Von Uwe Straehler-Pohl
Zusammen mit ihren Eltern hatten Thees Rosinski (3 Jahre), Ronja Merle Drebitz und Matti Wutschke (beide 5) ihre Laternen selbst gebastelt.
Bad Bramstedt

Schon vor dem eigentlichen Beginn um 18 Uhr standen viele Kinder mit Eltern, Freunden und Großeltern vor Famila und warteten ungeduldig auf den Start. Doch bis sich eine solche Menschenmenge in Bewegung setzt, bedarf es schon etwas Geduld. Als schließlich die Klänge des Spielmannszuges „Frei Weg“ aus Kellinghusen erklangen, wussten Eingeweihte, dass es nun endlich losgeht. Ähnliches spielte sich an der Holsatenallee/Ecke Königsweg ab. Denn hier startete, wie schon in den Vorjahren, ein zweiter Zug, der musikalisch von den „Grünen Jägern“ aus Winsen angeführt wurde.

 Fackelträger der Feuerwehr sorgten nicht nur für Sicherheit, sondern auch für eine schöne Atmosphäre. Nur die Laternen der Kinder gingen fast unter in der Menschenmasse. Aber viele der Laternen zeugten von ausgeprägter Bastelfreude der Kinder, vor allem aber wohl der Mütter. Tiere in allen Varianten dienten als Vorlage und Motive zum Bekleben. Aus Sicherheitsgründen setzen mittlerweile viele auf elektrische Kerzen - „Brenne auf mein Licht, aber nur meine liebe Laterne nicht“, das war einmal. Ein fliegender Händler fand zudem guten Absatz mit seinen elektrischen Fackeln, die bunte Lichteffekte zaubern können.

 Unter die vielen Laterneläufer hatten sich diesmal auch 20 Bewohner des Seniorenzentrums am Schäferberg gemischt. Geschoben von Mitarbeitern nahmen sie im Rollstuhl an dem Umzug teil. Es sei zwar ein größerer organisatorischer und logistischer Aufwand, so Pflegedienstleiter Phillip Sommer, aber er lohne sich, weil der Laternenumzug den Bewohnern eine willkommene Abwechslung biete und sie offenkundig Spaß daran hatten. „Gerade die Demenzkranken können noch die alten Laternenlieder mitsingen“, sagte Sommer.

 Neben dem trockenen, aber kühlen Wetter wirkte sich in diesem Jahr auch die neue Verkehrsregelung auf dem Bleeck positiv aus. Dort konnte der von Famila kommende Umzug in voller Breite marschieren. Koordiniert durch die Feuerwehr, deren beiden Begleitzüge per Funk im Kontakt standen, vereinigten sich die beiden Umzüge kurz vor dem Ziel, dem Famila-Parkplatz. Dort warteten mehrere Stände mit Fleisch, Crêpes, Glühwein und anderen Leckereien, die von den Laterneläufern nach einer Stunde Marsch sofort umringt wurden. Ein großes Lagerfeuer hatte die Feuerwehr entzündet, dass allerdings wegen des heftigen Windes auch kräftig Funken stieben ließ.

 Für Stimmung sorgte vor allem der Musikzug „Frei weg“, der sogar Cheerleader mitgebracht hatte. Als Höhepunkt erwies sich zum Abschluss ein Feuerwerk, das gegen 20 Uhr minutenlang den Abendhimmel in ein buntes Lichtermeer verwandelte.

 Kritik gab es am Rande auch: Einige Teilnehmer bemängelten, dass so gut wie keine Laternelieder mit den Kindern gesungen wurden und der traditionelle Umzug mittlerweile einen recht kommerziellen Anstrich bekommen habe.

 Famila-Marktleiter Andreas Findeisen zog aber ein positives Resümee. Die große Beteiligung der Bad Bramstedter sei beeindruckend. Für ihn war es als Kaufhauschef der zweite Laternenumzug. Er ließ keinen Zweifel daran, dass es 2014 wieder einen geben wird.