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Segeberg Mit Traktoren nach Hamburg: Bauern stören Verkehr in Schleswig-Holstein
Lokales Segeberg Mit Traktoren nach Hamburg: Bauern stören Verkehr in Schleswig-Holstein
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16:53 14.11.2019
Von KN-online (Kieler Nachrichten)
Landwirte aus Schleswig-Holstein während einer Sternfahrt mit Traktoren in die Hamburger Innenstadt. Die Bauern wollen bei der Umweltministerkonferenz gegen Umweltauflagen für die Landwirtschaft demonstrieren. Quelle: Daniel Bockwoldt/dpa
Bad Segeberg/Hamburg

Rund 4000 Trecker aus Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Hamburg werden am Donnerstag bei der Bauern-Demo auf dem Hamburger Gänsemarkt erwartet: Die Bewegung „Land schafft Verbindung“ will Stärke zeigen. „Ohne den Protest auf der Straße würde man uns wohl gar nicht wahrnehmen“, sagt Dirk Andresen. Der Schweinehalter aus Schaalby-Moldenit bei Schleswig ist einer der Sprecher der Bewegung, die unabhängig vom Bauernverband agiert und von sich sagt: „Wir organisieren uns selbst, wir stehen unter keinem Verband, keiner Organisation und keiner Institution.“

Bauern wollen friedlichen Protest

Den Bauern sei an friedlichem Protest gelegen, sagt Andresen. Gewalt wie die der französischen Gelbwesten lehne die Bewegung ab. „Das ist nicht unser Ziel.“ So spürt Tim Kölling Zuspruch von Leuten, die am Straßenrand stehen, wenn die Trecker rollen. „Da stehen viele mit Daumen hoch“, sagt der Landwirt aus Raa-Besenbek bei Elmshorn.

„Die Bevölkerung denkt nicht so schlecht über uns, wie wir das manchmal empfinden.“ Kölling fährt am Donnerstag ab Elmshorn an der Spitze einer von fünf Kolonnen, die in verschiedenen Orten im Land starten. Auch wenn der Weg weit ist und die Trecker mit Tempo 20 über die Land- und Bundesstraßen tuckern, rechnet Kölling mit Teilnehmern aus dem Norden Schleswig-Holsteins. Unter anderem wollen sich Bauern aus dem Kreis Segeberg an der Sternfahrt nach Hamburg beteiligen.

Die Polizei rechnet mit Verkehrsbehinderungen und empfiehlt, die Anreiserouten der Landwirte weiträumig zu umfahren.

Wir haben berichtet in einem Liveblog von der Anreise und der Demo. Hier können Sie ihn nachlesen.

LIVEBLOG: Schleswig-Holsteins Landwirte fahren zur Bauerndemo in Hamburg

  • 14.11.19 15:01
    Einige Bauern haben offenbar frühzeitig die Hansestadt wieder verlassen, um vor dem Berufsverkehr nachhause zu kommen. Zurzeit rollen zahlreiche Trecker durch Bad Bramstedts Innenstadt. Da sie aber keinen Konvoi bilden, wie auf der Hinfahrt, kommt es auch zu keinen nennenswerten Behinderungen in der Stadt.
  • 14.11.19 14:26
    +++ Wir beenden an dieser Stelle den Liveticker +++

    Vielen Dank fürs Lesen.
  • 14.11.19 14:25
    +++ Demo in Hamburg +++


    Das Aktionsbündnis aus Bauern, Schäfern und Jägern forderte die Minister auf, mehr auf Freiwilligkeit zu setzen. „Kooperation statt Verbote - Dialog statt Kooperation“ - so lautet die Überschrift einer Resolution, die das Bündnis Forum Natur den Ministern übergeben wollten. Dabei geht es unter anderem um den Schutz des Grundwassers, den Insektenschutz, den Einsatz von Pflanzenschutzmittel wie Glyphosat und das Wolfsmanagement.
    Rund um Hamburg sammelten sich die Demonstrationsteilnehmer mit ihren Treckern und machten sich hupend auf den Weg in die Stadt. Die Polizei sperrte mehrere Straßen in der Innenstadt.

    Die Bauern stellten ihre Schlepper teilweise auf den Fahrbahnen ab, die Polizei war bemüht trotzdem einen Weg für den übrigen Verkehr freizuhalten. Besonders betroffen war der Bereich Dammtor/Stephansplatz und Gorch-Fock-Wall.

    Der Busverkehr wurde erheblich gestört. Die Hochbahn meldete Verspätungen bis zu 50 Minuten, auch für den Linienbetrieb in Altona und Finkenwerder. Bereits am Morgen hatten die Beamten nach Angaben des Lagedienstes in Kiel Trecker von der Autobahn A23 Heide-Hamburg geholt, die dort unterwegs waren.


  • 14.11.19 14:24
    +++Kaum Vorfälle+++

    Wie die Landespolizei berichtet, habe es am Vormittag kaum Vorfälle im Straßenverkehr gegeben. Lediglich im Bereich der A23 nach Elmshorn sind einige Trecker unrechtmäßig auf die Autobahn gefahren. „Da gehören sie nicht hin. Das wird geprüft“, sagte ein Sprecher der Polizei. Für den Feierabendverkehr wird mit Behinderungen und Staus auf vielen Hauptstraßen gerechnet.
  • 14.11.19 13:52
    +++Satteln der Hühner+++

    "Wir machen uns jetzt langsam auf den Heimweg“, meldet Thorge Rahlf für die kleine Gruppe von 25 Traktoren aus dem östlichen Kreis Segeberg.
  • 14.11.19 13:12
    +++ Polizei lobt Teilnehmer +++

    Bauern aus ganz Norddeutschland sind am Donnerstag mit rund 3500 Traktoren zu einem Protest gegen die Agrar- und Umweltpolitik nach Hamburg gefahren. Die Verkehrsbehinderungen seien geringer als erwartet gewesen, sagte Polizeisprecher Timo Zill.

    Viele Pendler hätten sich auf den Protest eingestellt gehabt und seien eher losgefahren oder auf die Bahn umgestiegen. Der Polizeisprecher lobte auch das disziplinierte Verhalten der Landwirte. Auf dem Gänsemarkt ganz in der Nähe des Tagungshotels der Umweltministerkonferenz hätten sich bis zum Mittag rund 2500 Kundgebungsteilnehmer versammelt. Es gebe aber noch Zulauf. Der Protest der Bauern richtet sich unter anderem gegen das geplante Agrarpaket, das neue Maßnahmen für mehr Umwelt- und Tierschutz vorsieht.
    Die eigentliche Herausforderung für die Polizei werde nach der Kundgebung am Nachmittag kommen, wenn sich die Bauern auf den Heimweg machten, sagte Zill. Dann würden die Landwirte nicht mehr alle in Konvois fahren, sondern zumindest zum Teil individuelle Routen wählen.

  • 14.11.19 11:54
    +++ Abrecht: Agrarwende nützt Bauern und der Umwelt +++


    Während sich in Norddeutschland zahlreiche Landwirte mit Treckern auf den Weg zu einer Demonstration in Hamburg machten, hat der Landtag über die Ausrichtung des Agrarsektors in Schleswig-Holstein gestritten. Agrarminister Jan Philipp Albrecht mahnte Reformen an. Denn an den gegenwärtigen Problemen der Landwirte sei das „Weiter so der Agrarpolitik“ in vergangenen Jahrzehnten schuld, sagte der Grünen-Politiker am Donnerstag in Kiel.
    Albrecht setzt bei der Agrarwende auf einen konstruktiven Dialog mit Landwirten und Naturschützern. „Es kann nur gelingen mit der Landwirtschaft, dass wir die Ziele beim Klima- und beim Artenschutz erreichen.“ Dafür müssten die Betriebe aber bereit sein, neue Wege zu gehen und sich den Anliegen der Verbraucher zu öffnen. Die Proteste der Landwirte zeigten: „Hier ist etwas aneinandergeraten.“ Bauern und Verbraucher hätten eine unterschiedliche Wahrnehmung der Probleme.

    Der Grünen-Politiker zeigte Verständnis für die Wut vieler Bauern. „Wir haben eine schwierige Situation, weil die Betriebe an der Grenze des Belastbaren angekommen sind“, sagte Albrecht. Sie könnten nicht ständig neuen Anforderungen gerecht werden. Landwirte, die Gewässer- und Klimaschutz ernst nehmen, müsse die Politik helfen. „Es sind nicht die Bäuerinnen und Bauern das Problem. Es ist die Agrarpolitik der letzten Jahrzehnte.“

    Die Politik habe zu lange zu wenig getan für den Gewässerschutz etwa durch eine Begrenzung des Düngemittelverbrauchs, sagte Albrecht. „Die eine oder andere Meinungsverschiedenheit in der Koalition“ sei zwar unproblematisch. Allen müsse aber klar sein, dass die Landesregierung nicht die Möglichkeit habe, verbindliches EU-Recht abzuschaffen.

    Der CDU-Agrarpolitiker Heiner Rickers hatte Albrecht bereits vor der Tagung kritisiert und ein Zeichen der Unterstützung durch den Minister für die Landwirte eingefordert. Am Donnerstag warnte der Abgeordnete vor einer Spaltung. Die Politik dürfe den Landwirten nicht entgegnen, alles laufe falsch. „Das kann doch wirklich kein Bauer verstehen.“ Die Landwirte bräuchten mehr Wertschätzung.

  • 14.11.19 10:09
    +++ Bauernprotest zur Umweltministerkonferenz mit Spielzeug-Treckern +++

    Die Bauern dürfen ihren Trecker-Protest nicht direkt vor dem Ort der Umweltministerkonferenz in Hamburg veranstalten - eigentlich. Doch zumindest rund 20 Spielzeug-Schlepper standen am Donnerstagmorgen bereits auf dem zentralen Gänsemarkt in unmittelbarer Nähe des Tagungsortes. Unterdessen waren rund 4000 echte Trecker auf dem Weg nach Hamburg oder befanden sich bereits auf den vereinbarten Abstellorten am Rande der Innenstadt, wie die Polizei auf Twitter mitteilte.

    Ein Aktionsbündnis aus Bauern, Schäfern und Jägern hat die Umweltminister von Bund und Ländern aufgefordert, im Natur- und Umweltschutz mehr auf Freiwilligkeit zu setzen. „Kooperation statt Verbote - Dialog statt Kooperation“ - so lautet die Überschrift einer Resolution, die das Bündnis Forum Natur am Nachmittag den Ministern übergeben will.


  • 14.11.19 10:07
    +++ Blick nach Niedersachsen +++

    Zwischen 8 und 10.45 Uhr sind fast 700 Fahrer mit ihren Traktoren durch den Landkreis Stade nach Hamburg gefahren. Etwa 220 Fahrzeug hatten sich dazu in Stade gesammelt und wurden dann mit Polizeibegleitung bis zur Landesgrenze geleitet.

    Vorher waren schon ca. 220 Traktoren aus dem Weser-Ems-Bereich - teilweise von weit her, u. a. aus dem Landkreisen Leer, Aurich - über die Weser, Bremervörde nach Horneburg und Neukloster gefahren. Von dort wurden sie nach einem Zwischenstopp weiter nach Hamburg geleitet.

    Rund 100 Einzelfahrzeuge von Obstbauern aus dem Alten Land machten sich selbständig auf den Weg zum Hamburger Gänesmarkt, um an der Demo teilzunehmen.

    Das erhöhte Aufkommen an landwirtschaftlichen Fahrzeugen führte zu erheblichen Verkehrsstörungen auf den Bundesstraße 73 und der Bundesstraße 3 aus Richtung Rade vor der Einmündung B3/B73 in Ovelgönne.

  • 14.11.19 09:18
    +++Daumen hoch auf den Straßen+++

    Richtig selig klingt Thorge Rahlf aus Seedorf-Aukamp im Kreis Segeberg, wenn er von der Fahrt nach Hamburg berichtet. „Unglaublich: viele Autofahrer haben uns vorgelassen, waren entspannt und freundlich - uns wurde ganz oft der nach oben Gestreckte Daumen gezeigt!“ Auch in Hamburg seien die Fahrer geduldig und freundlich. „Und die Zusammenarbeit mit der Polizei klappt ganz toll, wir werden gerade in die City eskortiert“, berichtet Rahlf.
  • 14.11.19 09:11
    +++Seedorfer erreichen Hamburg+++

    "Es hat super geklappt!“ - Thorge Rahlf, der die 25 Traktoren umfassende Kolonne aus Seedorf im östlichen Kreis Segeberg anführt, ist begeistert: „Wir lagen voll im Zeitplan und sind in Bergedorf auf die Berufskollegen aus Reinfeld und Umgebung gestoßen.“ In diesem Moment rollen die Seedorfer Bauern am CCH vorbei und freuen sich auf einen sonnigen Tag in der Hansestadt.
  • 14.11.19 09:00
    +++ Umbruch auf dem Acker +++

    Massentierhaltung, Pestizide, Monokulturen – die Landwirtschaft steht oft in der Kritik. Doch es geht auch anders. Fünf Projekte aus Schleswig-Holstein zeigen, wie junge Landwirte Geld verdienen, indem sie auf nachhaltigen Anbau, hohe Tierwohlstandards und digitale Helfer setzen.
  • 14.11.19 08:35
    +++ Landtag berät über Bauernproteste und Klimapolitik +++

    Die anhaltenden Proteste der Landwirte beschäftigen am Donnerstag (10 Uhr) auch Schleswig-Holsteins Landtag. Agrarminister Jan Philipp Albrecht (Grüne) soll im Parlament in Kiel auf Antrag der Koalitionsfraktionen über die „bundesweiten Demonstrationen von Bäuerinnen und Bauern“ berichten.

    Debattiert wird dort anschließend auch über mehrere Anträge zur Klima- und Energiepolitik. Unter anderem geht es dabei um die Ölförderung im Wattenmeer.

  • 14.11.19 08:00
    +++ Landwirte sind von der Politik enttäuscht +++

    Das Agrarpaket aus Berlin verärgert die Landwirte in Schleswig-Holstein. Bereits im Oktober haben sie ihren Frust bei einer Demo in Rendsburg öffentlich gemacht.


  • 14.11.19 07:59
    +++ Erste Trecker in Hamburg +++


    Die ersten Traktoren erreichten inzwischen die südlichen und östlichen Randbereiche Hamburgs. „Bislang gibt es aber keine übermäßigen Verkehrsbeeinträchtigungen“, sagte ein Sprecher der Hamburger Verkehrsleitstelle. Insgesamt werden am Mittag mehrere tausend Bauern mit ihren Traktoren in der Hansestadt erwartet.
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