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Segeberg Aus der Schule auf die Bühne
Lokales Segeberg Aus der Schule auf die Bühne
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13:39 07.05.2019
Von Thorsten Beck
Im Garten ihres Elternhauses in Schackendorf findet Livia Wrede die nötige Ruhe, um sich auf neue Rollen vorzubereiten. Quelle: Thorsten Beck
Schackendorf.

Nach dem Unterricht sprach sie zunächst mit ihrer Mutter Beatrice, am Abend dann mit ihrem Vater Werner. „Sie haben es besser aufgenommen, als ich befürchtet hatte“, erinnert sich die heute 24 Jahre alte Schackendorferin im Gespräch mit der Segeberger Zeitung lachend. 

Völlig aus heiterem Himmel war dieser Entschluss ihrer Tochter für die beiden ja nicht gekommen. Schließlich drehte sich deren Leben schon von Kindesbeinen an fast ausschließlich um Musik, Tanz und Gesang. Der Oberstufenlehrplan in Mathematik, das fanden auch die Eltern, würde im Leben ihres Kindes wohl kaum jemals eine wesentliche Rolle spielen.

An der Stage School sofort angenommen

Und Livia enttäuschte sie nicht. Die in Bad Segeberg geborene Jugendliche, die nach dem Schackendorfer Kindergarten in der Kreisstadt zunächst die Theodor-Storm-Schule besuchte hatte, verfolgte ihren eingeschlagen Weg fortan konsequent und entschlossen. An der Stage School in Hamburg, an der sie zuvor schon einmal in der Woche – immer sonnabends – Schnupperkurse besucht hatte, wurde sie als einzige Kandidatin noch während eines Prüfungsworkshops ausgewählt. Sie hatte die Verantwortlichen innerhalb der drei dafür angesetzten Tage von ihrem Talent überzeugt; andere mussten erst auf eine schriftliche Nachricht warten. „Vor allem beim schnellen Lernen einer Choreografie haben mir die Hip-Hop-Erfahrungen geholfen, die ich über Jahre in der Tanzschule Time to Move bei Saskia Kruse gemacht habe.“ Auch klassisches Ballett stand bei Livia Wrede mehrere Jahre auf dem Programm. „Mir war früh klar, dass ich das später brauchen würde.“ 

Erstes Casting gleich erfolgreich

Im fünften von geplant sechs Semestern der dreijährigen Ausbildung an der Stage School erfuhr sie dann von einem Casting. „Eigentlich wollte ich erst mal in Ruhe meinen Abschluss machen“, erzählt die 24-Jährige. Dann sei sie auf den Rat ihrer Lehrer aber doch hingefahren – nach Österreich, ans Raimundtheater der Vereinigten Bühnen Wien. Das Ergebnis traf sie vollkommen unerwartet: „Die haben mir gleich ein Engagement angeboten.“ In einer Produktion des Abba-Musicals „Mamma Mia“ sollte sie die Rolle der „Lisa“ spielen; und das bereits in zwei Wochen. Was jetzt?

Zum einen war sie noch nie länger von zu Hause weg gewesen, zum anderen mit der Musical-Schule noch gar nicht fertig. „Der Leiter hat mir aber sofort geraten, das Angebot unbedingt anzunehmen.“ Ihr Abschluss-Diplom in Hamburg habe sie später trotzdem bekommen. „Das Engagement in Wien galt denen als eindeutiger Beleg, dass ich den Anforderungen gerecht werde.“ 

Mamma Mia war der Startschuss

Eine Einschätzung, die die junge Schackendorferin in der Folgezeit immer wieder bestätigte: Denn auf Mamma Mia folgten nahtlos weitere Verpflichtungen, vornehmlich in Österreichs Hauptstadt und der näheren Umgebung. „Das ist in der Branche nicht ungewöhnlich“, erzählt Livia Wrede beim Gespräch am Esstisch ihres Elternhauses, während Vater Werner stolz zuhört. „Die Verantwortlichen arbeiten natürlich gern mit Leuten zusammen, die sie schon kennen.“ Engagiert würden die Darsteller meist für eine Produktion, in der Regel für ein Jahr. „Bei Erfolg wird es natürlich schon mal verlängert.“

Livia Wrede, deren erstes Musical als Zuschauerin im Übrigen der „König der Löwen“ in Hamburg war, wirkte unter anderem in „Jesus Christ Superstar“, „Footlose“, „Schikaneder“, „Hair“ und „Cinderella“ mit. „Das war auch ihre erste Hauptrolle“, wirft Werner Wrede ein. Für ihn und seine Frau ist es Ehrensache, die Tochter bei jeder neuen Inszenierung mindestens einmal live zu sehen. „Meistens aber mehrfach.“ Schon als die Tochter noch zur Schule ging, fuhren die Eltern sie regelmäßig zum Training, einmal die Woche auch nach Hamburg. „Wir merkten früh, dass sie es wirklich ernst meint.“ Oder, wie Livia selbst es ausdrückt: „Ich hatte immer nur einen Plan A.“

Ab Mai die "Rocky Horror Show"

Aktuell ist die 24-Jährige wieder auf Tour. Erneut mit einer Inszenierung von „Mamma Mia“, in der sie dieses Mal allerdings den Part der „Ali“ übernommen hat, weilte sie in den vergangenen Wochen bereits auf Gastspielen in der Schweiz – der Heimat ihrer Mutter – und in Österreich. Nach ein paar Tagen Erholung in Schackendorf geht es heute schon weiter Richtung Essen. Noch bis zum 2. Juni läuft das Abba-Musical, dann ist Schluss. Doch schon Ende Mai beginnen im österreichischen Amstetten die Proben für die legendäre „Rocky Horror Show“. Das offizielle Werbeplakat zeigt zwei Gesichter: Eines davon ist das von Livia Wrede.

Livia Wrede hat ihren Traum verwirklicht: Sie ist erfolgreiche Musical-Darstellerin.

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