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Segeberg Trauer und Schock: Ein Kerzenmeer erinnert an den Unfall
Lokales Segeberg Trauer und Schock: Ein Kerzenmeer erinnert an den Unfall
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14:46 25.10.2019
Von Sylvana Lublow
Etliche Kerzen, Plüschtiere und ein Kreuz mit der Aufschrift "Viel zu früh" stehen an der Unfallstelle in Kisdorf und erinnern an den Tod des 11-jährigen Mädchens aus Henstedt-Ulzburg. Quelle: Sylvana Lublow
Kisdorf

Am ersten Schultag nach den Herbstferien war das Mädchen (11) per Rad auf dem Weg nach Hause, als es gegen 13.10 Uhr von einem 85-jährigen Mercedesfahrer an der Henstedter Straße, Ecke Mühlenredder, in Kisdorf beim Abbiegen erfasst wurde. Das Mädchen starb noch an der Unfallstelle. Die Polizei und die Staatsanwaltschaft Kiel ermitteln derzeit noch. Mit Details zum Unfallhergang und den Unfallbeteiligten halten sie sich bedeckt. 

Bürgermeister Wolfgang Scholze: Kein Unfallschwerpunkt

Ein schrecklicher Unfall, der auch in Kisdorf niemanden kaltlässt. „Wir sind alle schockiert“, sagt Bürgermeister Wolfgang Scholze, der betont, dass es sich bei der Unfallstelle aber nicht um einen Unfallschwerpunkt handele. „Wer von Henstedt-Ulzburg aus kommt, kann das blaue Schild für Radfahrer und Fußgänger sehen“, sagt Scholze.

Er könne sich nicht daran erinnern, dass dort jemals ein schwerer Unfall geschehen sei. „Da haben wir andere Schwerpunkte.“ Trotzdem will Scholze auf der nächsten Verkehrsausschusssitzung anregen, einen Gang durch die Gemeinde zu unternehmen, um zu schauen, an welchen Einmündungen Nachbesserungsbedarf bestehen könnte. „Diese Begehungen machen wir aber auch in regelmäßigen Abständen“, so Scholze.

ADFC: Kombinierter Radweg in Kisdorf problematisch

An der Kreuzung sichtbar aufgestellt steht seit ein paar Tagen auch ein weiß besprühtes Kinderfahrrad, an dem ein Holzscheit mit dem eingravierten Todesdatum des Mädchens angebracht ist. Das soll die Aufmerksamkeit der Autofahrer auf den Radverkehr lenken.

Der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) Ortsgruppe Henstedt-Ulzburg unternahm am vergangenen Dienstag eine Gedenkfahrt zur Unfallstelle, um dort eine Schweigeminute zu halten. Den kombinierten Geh- und Radweg, der dort in beide Richtungen befahren werden kann, schätzt der ADFC als problematisch ein. „Das ist für Radfahrer sehr gefährlich“, sagt Jens Daberkow, Vorsitzender des ADFC in Henstedt-Ulzburg.

ADAC: Alter spielt für Unfall keine Rolle

Das hohe Alter des Mercedesfahrers wirft außerdem wieder die viel diskutierte Frage auf, ob Senioren ab einem bestimmten Alter überhaupt noch sicher im Straßenverkehr unterwegs sein können. Hans-Jürgen Feldhusen, Vorstand für Verkehr beim ADAC Schleswig-Holstein, hält das Alter nicht für ausschlaggebend: „Senioren gefährden die Verkehrssicherheit nicht in einem höheren Maß als andere Bevölkerungsgruppen. Verpflichtende Fahreignungsüberprüfungen für Senioren im Straßenverkehr werden von uns als unverhältnismäßig abgelehnt.“

Entscheidend für eine unfallfreie Teilnahme am Straßenverkehr sei nicht das Lebensalter, sondern neben dem Gesundheitszustand des Fahrers auch die erworbene Fahrroutine. „Das gilt vor allem für das Sehvermögen, das naturgemäß mit zunehmendem Alter nachlässt“, so Feldhusen.

85-Jähriger stand nicht unter Drogen oder Medikamenten

Aus welchen Gründen der Mercedesfahrer das Mädchen übersah, ob er gesundheitliche Probleme hatte, das sollen die Ermittlungen erst noch ergeben. Die Polizei konnte nur so viel sagen: „Es gibt keine Hinweise darauf, dass der Fahrer beeinträchtigende Mittel eingenommen hatte.“ Alle Umstände würden derzeit genau beleuchtet, heißt es von der Polizeistelle Kreis Segeberg

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