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Segeberg Marktplatz-Erneuerung droht zu scheitern
Lokales Segeberg Marktplatz-Erneuerung droht zu scheitern
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15:05 31.10.2019
Von Michael Stamp
Die Neugestaltung des Marktplatzes in Bad Segeberg droht zu scheitern. Quelle: Michael Stamp
Bad Segeberg

Jüngst hatte sich der Bauausschuss das Vorhaben in einer Sondersitzung präsentieren lassen – wobei die Planung in einer ausufernden Fragestunde samt thematischem Gewirr aus Klimakatastrophe und Radwegebau stellenweise komplett untergegangen war. 

Grundgedanken: barrierearme Gestaltung und Verkehrslenkung

Grundgedanke der Neuplanung war, den unebenen Marktplatz neu zu pflastern und ihn für Rollstuhl- und Rollatornutzer barrierearm zu gestalten, das unkontrollierte Befahren mit Autos zu verhindern und die technische Ausstattung für den Wochenmarkt und andere Veranstaltungen zu verbessern, ohne dass sich diese Ziele gegenseitig behindern. Alle Punkte waren in einer öffentlichen Sitzung mit Einwohnern und Marktleuten im Bürgersaal erarbeitet und als Auftrag an die Planerin gegeben worden.

Bauausschuss schmettert Ideen der Planerin ab

Doch von all diesen Zielen des auf 869.000 Euro bezifferten Entwurfs ist außer der Pflasterung mit Betonstein (Granit wäre um ein Vielfaches teurer) kaum noch etwas übrig. Allein schon die Standorte der Bäume wurde zum Politikum. Der Antrag, der Planerin die Platzierung zu überlassen und somit auch in der Nähe des Brunnens für eine Begrünung zu sorgen, scheiterte mit vier zu sechs Stimmen bei einer Enthaltung.

Statt dessen wurde der Stadtvertretung empfohlen, neue Bäume in gleicher Anzahl wie jetzt (ungefähr ein Dutzend) und auch an gleicher Stelle vor den Geschäften zu pflanzen. Wiederholt hatte die Planerin erläutert, dass sich die Bäume an just den Stellen, an denen etliche Leitungen im Boden liegen, nicht entwickeln können und verkümmern werden. Dieser fachliche Einwand wurde nun per Abstimmung vom Tisch gewischt.

Poller sind ebenfalls gestrichen

Die Poller, die dem Befahren des Marktplatzes einen Riegel verschieben sollten, wurden mit neun zu zwei Stimmen aus dem Plan entfernt. Ebenfalls mit neun zu zwei Stimmen strich der Bauausschuss die Hochbeete, die rund um den Brunnen und am Rand des Platzes für blühende Farbtupfer sorgen sollten. 

Außerdem wurde einstimmig durchgesetzt, die als unterirdische Lösung geplanten Elektranten mit Anschlüssen für Strom, Gas, Wasser und Abwasser weitgehend nicht als im Boden versenkbare Lösung realisiert werden, sondern als ständige Einrichtungen auf dem Markt. Nur zwei der Geräte in der Nähe des Brunnens sollen im Erdreich verschwinden. Vor allem Joachim Wilken-Kebeck (SPD), von Beruf Elektriker, hatte Zweifel daran geäußert, dass die versenkbaren Geräte gegen Nässe immun und bei Frost bedienbar sind. Norbert Micheels, Sprecher der Wochenmarkt-Beschicker, hatte zudem die Bedürfnisse seiner Kollegen auf den Punkt gebracht: "Hochbeete engen uns zu sehr ein – und Poller brauchen wir auch keine."

Wolfgang Tödt (BBS) möchte Brunnen-Beleuchtung

Zusätzliche Wünsche der Ausschussmitglieder sind eine größere Zahl an Fahrradbügeln und die Reaktivierung der Beleuchtung im Marktplatzbrunnen. Letzteren Punkt hatte Vorsitzender Wolfgang Tödt (BBS) angeregt, der es schade findet, dass die Lampen seit einem Umbau vor einigen Jahren nicht mehr leuchten. Auch sollen Sitzbänke installiert werden, die anders als die jetzt in der Innenstadt üblichen Modelle ein leichteres Hochkommen älterer Menschen ermöglichen. 

Bauamtsleiterin Antje Langethal wertete vor allem den Verzicht auf die Hochbeete als "extrem schade" und ergänzte: "Das wird gestalterisch und ästhetisch sehr nachteilig sein." Katharina Marie Erzepky wiederum war vor allem wegen der Bäume unglücklich, deren Platzierung mit Marktleuten, Denkmalschutz, Unternehmern und Feuerwehr quasi zentimetergenau abgestimmt worden ist: "Das bringt mich als Planerin in eine ziemlich heikle Lage. Ich kann für die Baumstandorte keine Haftung übernehmen. Und ich muss nochmal zwei Planungsphasen zurück."

Was passiert am 12. November in der Stadtvertretung?

Eigentlich sollte die Stadtvertretung die Planung am Dienstag, 12. November, absegnen, damit der Antrag auf Fördergelder rausgehen kann. "Wir werden keinen Antrag stellen können", fürchtet Bauamtsleiterin Langethal. Dafür hat der Bauausschussvorsitzende kein Verständnis: "Wir können uns nicht diesem Entscheidungsdruck aussetzen. Das wäre nicht so ein Problem geworden, wenn die Politik früher mitgenommen worden wäre." Den Vorwurf von Annelie Eick (Grüne), die Einwohner seien nicht genügend beteiligt worden, wies Antje Langethal mit Hinweis auf mehrere Sitzungen für die Bürgerschaft entschieden zurück.

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