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Segeberg Masern: Zwei Schulen geschlossen
Lokales Segeberg Masern: Zwei Schulen geschlossen
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18:45 29.03.2019
Von Michael Stamp
Schulen in Bad Segeberg haben wegen Masern geschlossen.Gerade junge Menschen sollten ihren Impfschutz kontrollieren und auffrischen lassen. Quelle: Bernd von Jutrczenka
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Bad Segeberg

Um 10.30 Uhr war es am Freitag mit dem ruhigen Schulalltag vorbei: In der Dahlmannschule in Bad Segeberg wurde der Unterricht zu Beginn der vierten Stunde abgebrochen – und auch an der Theodor-Storm-Schule war vorzeitig Schluss. An beiden Schulen sind Masern aufgetreten. Bei den beiden erkrankten Kindern handelt es sich um Geschwister.

In der kommenden Woche kommen nur noch Menschen in die Schulgebäude, die einen Impfschutz gegen Masern besitzen oder immun sind, weil sie die hoch ansteckende Krankheit schon durchgemacht haben. Die meisten Kleinkinder erhalten eine so genannte MMR-Impfung – eine Mischung, die zugleich vor Masern, Mumps und Röteln schützt. Das Gesundheitsamt wird Kontrollen an den Eingängen der Schulen in Bad Segeberg vornehmen. Nur mit schriftlichem Impfdokument ist ein Zutritt möglich.

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Masern: Gesundheitsamt Bad Segeberg kontrolliert an Eingängen

Am Montag wird der Schultag an der Dahlmannschule in Bad Segeberg folgendermaßen beginnen: Ein Zutritt ist nur über die Eingänge der Pausenhalle (für die Jahrgänge 5 bis 9) und des Altbaus (für die Jahrgänge 10 bis 12) möglich. Dort prüft das Gesundheitsamt die Impfdokumente.

Jeder Schüler erhält dann - wie bei einer Party - einen Stempel auf den Handrücken. Diesen muss er unter anderem vorzeigen, wenn er in den separaten Neubau gelangen will. Auch dort stehen Kontrollen am Eingang. Abgesehen von diesen Überprüfungen geht Glaser von keinerlei Schwierigkeiten aus. „Ich glaube fest daran, dass wir Normalbetrieb haben.“

Ansteckungsgefahr hat verzögert eingesetzt

An der Dahlmannschule in Bad Segeberg beginnt dieses Prozedere am Montag, an der Theodor-Storm-Schule am Dienstag. Das hängt laut Gesundheitsamt damit zusammen, dass die Erkrankung bei den Kindern zu unterschiedlichen Zeiten ausgebrochen ist und somit auch die Ansteckungsgefahr verzögert eingesetzt hat.

Masern in Schleswig-Holstein: Die wichtigsten Fragen und Antworten

Das betroffene Kind an der Dahlmannschule befand sich laut Konrektor Thorsten Glaser am Freitag nicht im Unterricht. Das Segeberger Gesundheitsamt habe am Vormittag die meldepflichtige Erkrankung durchgegeben und mit der Schulleitung das weitere Vorgehen abgesprochen. Dazu gehörte, die Gymnasiasten umgehend nach Hause zu schicken, um das Entstehen einer Epidemie zu verhindern. Ähnliches geschah an der nach Theodor Storm benannten Grundschule.

Lehrer zum Schnelltest beim Gesundheitsamt Bad Segeberg

Konrektor Glaser berief das Kollegium umgehend zu einer Dienstversammlung ein. „Ein Großteil der Lehrerschaft hat das Angebot des Gesundheitsamtes wahrgenommen, einen Schnelltest zu machen“, berichtete Glaser.

Die Blutproben werden in einem Hamburger Labor ausgewertet und geben Aufschluss darüber, ob Antikörper und damit ein Schutz vor Masern vorliegen. Ob sich eine nicht geschützte Person bereits angesteckt hat, verrät dieser Test nicht. Fest steht: Wer keine Antikörper hat, bleibt zu Hause.

Lesen Sie auch: Das sollten Sie zur Masern-Impfpflicht-Debatte wissen

Bitter könnte es für nicht geimpfte Schüler des 12. Jahrgangs werden: Sie schreiben am Dienstag ihr Englisch-Abitur. Auch sie können nicht in die Schule gelassen werden, sondern müssten die Prüfung nach den Osterferien nachholen. „Ein Betreten der Einrichtung ist erst wieder 14 Tage nach dem letzten möglichen Kontakt mit der erkrankten Person und bei Symptomfreiheit möglich“, erläutert das Gesundheitsamt.

 

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Der gesundheitspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Hans Hinrich Neve, sagte zum Ausbruch: "Der Fall in Bad Segeberg zeigt, dass meine Meinung und auch der Weg unseres Bundesgesundheitsministers Jens Spahn die richtigen sind. Wir kommen um die Impfpflicht nicht herum." 

Das müssen Sie über Masern wissen

Nach einer Masern-Ansteckung bricht die Krankheit nach acht bis 14 Tagen aus. Anfänglichen grippeähnlichen Symptomen folgt ein Hautauschlag, im schlimmsten Fall können weitreichenden Komplikationen wie Mittelohr-, Lungen- oder Hirnentzündungen auftreten.

Die Möglichkeit, weitere Personen anzustecken, besteht bereits fünf Tage vor Auftreten des Hautausschlages und hält danach bis zu vier Tage an.

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