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Segeberg Chats und Spiele bestimmen das Leben
Lokales Segeberg Chats und Spiele bestimmen das Leben
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16:37 09.06.2019
Von Klaus J. Harm
Spiele, Chats, Smartphone: Viele junge Menschen verbringen täglich mehrere Stunden mit digitalen Medien. Gefährlich wird es, wenn Schule, Job und andere Verpflichtungen dabei vernachlässigt werden. Quelle: Michael Reichel/dpa
Kreis Segeberg

Judith Schaum, Therapeutin bei der Suchthilfe, weist besonders auf das Smartphone hin. Es sei ständig verfügbar, immer dabei, ein Wunderwerk der Technik, das fast alles könne. Es habe die Welt verändert, sagt sie. 

Während sich männliche Jugendliche besonders dem Online-Gaming widmeten und sich dort ihre Belohnungen und Anerkennungen holten, seien Mädchen und junge Frauen eher durch die sozialen Netzwerke gefährdet. Hier bekommen sie Anerkennung durch „Likes“, haben das Gefühl, immer dabei zu sein, nichts zu verpassen und sich in einer großen Gruppe von Freunden zu befinden, schildern die Suchtexperten ihre Erfahrung. 

Beim Chatten das Kind vernachlässigt

Einen besonders krassen Fall schildert die Suchthilfe aus ihrer Arbeit: Eine junge Frau, die zum Höhepunkt ihrer Chatsucht parallel auf drei Monitoren in verschiedene Chats eingeloggt war. Ihr Kind habe sie dabei völlig vernachlässigt. Ihr konnte die Suchthilfe helfen.

Aber nicht nur Jugendliche seien gefährdet. Judith Schaum berichtet von einem Handwerksmeister, der so stark in die Welt der Online-Spiele versunken war, dass er keine Zeit mehr dafür aufwendete, sich an Ausschreibungen zu beteiligen und seine Arbeit liegen ließ. Der Betrieb mit mehreren Angestellten ging am Ende pleite.

Eine einheitliche Definition, ab wann jemand als mediensüchtig gilt, gibt es in Deutschland noch nicht. Aber wenn die Gedanken zunehmend um ein Spiel oder das Smartphone kreisen, mehr als dreieinhalb Stunden des Tages damit verbracht werden und der Kontakt mit Freunden und sogar berufliche Pflichten über die Mediennutzung zurücktreten, dann sollten sich Betroffene oder Angehörige unbedingt Hilfe holen. 

"Ein Jahr meines Lebens völlig versaut"

Matthias B. (24 – Name geändert) berichtet von seinen persönlichen Suchterfahrungen. Mit 14 Jahren zog er nach Niedersachsen, der Kontakt zu alten Freunden blieb über das Internet erhalten, Bestätigung und Anerkennung erfuhr er nur in den Spielerunden. 

Das perfide System „hat mir ein Jahr völlig versaut“, wie er heute freimütig zugibt. Endlose Diskussionen mit seiner Mutter brachten nichts, obwohl er sich selbst schlecht dabei fühlte. Zehn Stunden Spiel am Stück, das war für ihn völlig normal. Was zählte, waren das Ranking, die Konkurrenz mit den Mitspielern. Erst, als er eher ungewollt zur Suchthilfe kam, begriff er, was er nicht nur sich, sondern auch seiner Familie damit angetan hatte.

Schau hin, was Dein Kind macht“, rät Psychologe Dr. Tecklenburg den Eltern. Aufmerksam sein und rechtzeitig handeln könne Probleme im Ansatz verhindern.

Kontakt zur ATS

Unter www.suchtonline.de bietet die Ambulante und Teilstationäre Suchthilfe Hilfen an, auf Wunsch auch anonym. Kontakt zur Suchthilfe, Gartenstraße 17 in Bad Segeberg, unter Telefon 04551/84358. Oder per E-Mail an: fachstelle-medien@ats-sh.de

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