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Segeberg Der Kreis Segeberg reagiert
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07:00 20.07.2016
Von Petra Stöver
Sandra Kind (Mitte) aus der Segeberger Kreisverwaltung betreute das Projekt „Kreis Segeberg 2030“, die Arbeitsgruppen leiteten die Kreistagsabgeordneten (von links) Arne Hansen, Rudolf G. Beeth, Jörg Buthmann und Rosemarie Jahn. Quelle: Petra Stöver
Kreis Segeberg

Um sich auf den demografischen Wandel mit weniger, aber zunehmend älteren Leuten vorzubereiten, hatte sich der Kreis vor einigen Jahren dem Leitprojekt „Demographie und Daseinsvorsorge“ der Metropolregion Hamburg angeschlossen. Fünf Arbeitsgruppen (AG) haben zwei Jahre lang diskutiert, beraten, Ziele formuliert. An den 53 Sitzungen nahmen zusammen 559 Personen teil, unter ihnen Mitarbeiter aus der Kreisverwaltung, Kreis- und Gemeindepolitiker sowie externe Experten. Alle hätten das notwendige Wissen, sowie Neugierde und Begeisterung eingebracht, sagte Projektleiterin Sandra Kind. Bislang ist nur der Abschlussbericht „Perspektiven der hausärztlichen Versorgung“ fertig, die anderen Handlungskonzepte sollen bis zum Herbst folgen. Und später umgesetzt werden, versprachen die Verantwortlichen.

 Es sei „mehr als erwartet rausgekommen“, betonte Rosemarie Jahn, AG-Leiterin Gesundheit. Die Zeichen ständen gut, dass die hausärztliche Versorgung in Zukunft gesichert sei. Das Seniorennetz, der Ausbau der Tagespflege und die Optimierung der Pflegeberatung durch Kümmerer seien auf dem Weg, fasste Rudolf G. Beeth zusammen. Er hatte die beiden AGs Pflege/Senioren und Menschen mit Behinderungen geleitet. Er hofft, dass 2030 die Inklusion eine Selbstverständlichkeit sein wird. Für Arne Hansen, AG-Leiter ÖPNV und Mobilität, scheint die bereits vom Kreistag angeschobene digitale Mitfahrzentrale „zukunftsträchtig und tragfähig“. Seine „hoffnungsvolle Vision“: weg von der aufs Auto zentrierten Windschutzscheiben-Perspektive. Die AG Planen und Wohnen will eine Broschüre herausgeben, mit praxisnahen Tipps für Kommunalpolitiker für den Umbau von seniorengerechten Wohnungen, stellte AG-Leiter Jörg Buthmann in Aussicht.

 Das Planungsbüro Gertz Gutsche Rümenapp (GGR) hatte die AGs begleitet. Die Experten sind in vielen Regionen tätig und lobten, dass hier von Anfang an die Politik einbezogen wurde. „Wir waren sehr positiv überrascht, wie gut das geklappt hat. Deshalb ist der Kreis Segeberg viel weiter als andere Regionen“, sagte Dr.-Ing. Jens-Martin Gutsche. Anderenorts sei manch tolles Konzept im Nachhinein von der Politik zerlegt worden.

 Das ist hier nicht zu befürchten. Hervorragend seien die Grundvoraussetzungen im Kreis Segeberg, meinte Kreispräsident Winfried Zylka. Anfangs habe der Kreistag sich mit dem Thema schwer getan, doch nun habe man die demografischen Entwicklungen und Konsequenzen vor Augen. Gemeinsam habe man sich aufgemacht, die Zukunft ein Stück weit zu beeinflussen und gestalten, sagte Landrat Jan Peter Schröder. Weil für 2030 so viel auf den Weg ist, peilte Jörg Buthmann schon die nächste Projektgruppe an: Kreis Segeberg 2050.

Derart großes Interesse finden Einwohnerversammlungen selten. Geschätzte 350 Bürger aus Großenaspe und Nachbarorten waren in Timms Gasthof gekommen. Es ging um die Ablagerung von nicht recycelbarem Bauschutt, der beim Abriss der drei Kernkraftwerke Brunsbüttel, Krümmel und Brokdorf anfällt. Ein Teil davon soll auf die Großenasper Deponie.

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