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Segeberg Meierei Struvenhütten besteht 130 Jahre
Lokales Segeberg Meierei Struvenhütten besteht 130 Jahre
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19:52 29.11.2018
Während der Jubiläumsfeierlichkeiten bat die Meierei ihre Gäste um Spenden zu Gunsten des örtlichen Kindergartens und des Struvenhüttener Freibades. Die 800 Euro, die dabei zusammen kamen, wurden jetzt von Vorstand Werner Albrecht und Geschäftsführer Jan Wippich (rechts) zu gleichen Teilen an Daniela Schleu für den Förderverein des Freibades sowie an Kindergartenmitarbeiterinnen übergeben. Quelle: Georg Grommes
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Struvenhütten kreis segeberg

 Seit 1888 hat es der milchverarbeitende Betrieb an der Schulstraße mit Mut und Geschick immer wieder verstanden, sein Angebot den Bedürfnissen des Marktes anzupassen. Während die Meiereien in den benachbarten Orten allmählich von der Landkarte verschwanden, überstand der Struvenhüttener Betrieb im Laufe der Jahre alle großen Herausforderungen: Zwei Weltkriege, Wirtschaftskrisen und Strukturpläne von Politik und Fachverbänden, die der Meierei die Förderfähigkeit absprachen.

„Heute“, sagt Geschäftsführer Jan Wippich, „haben wir eine Größe, mit der wir am Markt gut bestehen können, ohne die großen Player zu verärgern.“

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135 Mitglieder der Genossenschaft

Der genossenschaftliche Leitgedanke „Einer für alle, alle für einen“ gilt bis zum heutigen Tage. Geändert hat sich trotzdem eine ganze Menge. Meiereimeister Wippich (50) garantiert als Geschäftsführer nicht nur den reibungslosen Betriebsablauf. Er hält seit 2005 im Auftrag der inzwischen 135 Genossenschaftsmitglieder auch die Nase in den Wind, um neue Geschäftsfelder, neue Trends am Markt frühzeitig zu erkennen.

„Wir sind da sehr flexibel,“ sagt er. Im Aufsichtsrat sind die Milchbauern ausreichend vertreten, bekommen monatlich einen genauen Bilanzüberblick, können so schnell und auf der Basis reeller Zahlen Entscheidungen treffen, auch über Investitionen. Und dabei geht es selten nur um Kleinigkeiten. 1,4 Millionen waren vor einigen Jahren fällig für eine neue Eindampfungsanlage, um Milchkonzentrat herstellen zu können. 2014 entstand eine neue Fahrzeughalle, auch die war unter einer Million nicht zu haben.

Finanzierung aus Eigenmitteln

„Finanziert immer aus Eigenmitteln“, sagt Vorstand Werner Albrecht, selber Landwirt mit großem Hof. „Wir haben nie mit Bankkrediten arbeiten müssen. Und darauf sind wir besonders stolz.“

Weil es die Meierei mit Milch, also einem „verderblichen Frischeprodukt“ zu tun hat, wird in Struvenhütten eigentlich an 365 Tagen im Jahr gearbeitet, Ausnahmen gibt es nur am 1. Weihnachtstag und Neujahr.

Vier Milchtechnologen und ein Auszubildender, auf den man bei dem bestehenden Nachwuchsmangel besonders stolz ist, arbeiten meist im Drei-Schicht-Betrieb, um zu bearbeiten, was zwei Milchsammelwagen täglich oder jeden zweiten Tag von den Höfen der 135 Genossenschaftsmitglieder holen.

200 000 Liter am Tag

Und das sind momentan immerhin 200 000 Liter Milch pro Tag, 70 Millionen Liter im Jahr. Was wird daraus? „Wir haben wegen der Situation am Markt in den Jahren sowohl die eigene Butterherstellung als auch die Sauermilchquarkproduktion aufgegeben“, sagt Wippich. Der Preisdruck der lebensmittelverarbeitenden Industrie und des Handels war zu stark, das Geschäft wurde unrentabel, es bestand also Handlungsbedarf, und es wurde gehandelt. „Heute verkaufen wir die gesamte Sahne, aus der wir früher die Butter gemacht haben, an die Karwendelwerke in Buchloe im Allgäu“, erklärt der Geschäftsführer. Und dort wird die Struvenhüttener Sahne dann Bestandteil so bekannter Frischkäsemarken wie Exquisa oder Miree.

Von Georg Grommes

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