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Segeberg Milchbauern in großer Sorge um ihre Zukunft
Lokales Segeberg Milchbauern in großer Sorge um ihre Zukunft
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19:01 16.04.2009
Kisdorf / Schmalfeld

Christian Fölster macht sich große Sorgen um seinen Betrieb. Er muss zehn Personen - Familienmitglieder und Angestellte - ernähren. Doch das tut er gegenwärtig nicht. Die Milchpreise sind im Keller. Gerade einmal 19 Cent pro Liter zahlte die Schmalfelder Molkerei zuletzt im Durchschnitt.

Das sind sechs Cent weniger als 2008, und schon da traten die Milchbauern aus Frust über die niedrigen Preise in den Lieferstreik. Rund 40 Cent müssten sie pro Liter bekommen, um ihre Kosten decken zu können, rechnet der Kisdorfer vor. An einen neuen Streik denkt Fölster, stellvertretender Vorsitzender des Bundesverbandes deutscher Milchviehhalter im Kreis Segeberg, trotzdem nicht. „Der letzte hat ja auch nichts gebracht.“

Der Hof Fölster fällt in die Kategorie Zukunftsbetrieb. So werden landwirtschaftliche Unternehmen bezeichnet, die in den vergangenen Jahren durch hohe Investitionen wettbewerbsfähig gemacht werden sollten. Aber so widersprüchlich es klingt: Ausgerechnet vielen dieser Zukunftsbetriebe droht jetzt das Aus, denn ihre Besitzer haben Schwierigkeiten, ihre Kredite abzubezahlen. „Ich beispielsweise muss pro Jahr Kapitaldienste von 100000 Euro leisten“, berichtet Fölster.

Warum die Milchwirtschaft in der Krise steckt, ist kein Geheimnis: Die Landwirte produzieren mehr Milch, als der Markt benötigt. Das drückt den Preis. Um die Einnahmen zu erhöhen, erzeugen die Bauern also noch mehr. Im Fall Fölster heißt das: Die 180 Milchkühe der Familie geben zusammen pro Jahr 1,3 Millionen Liter Milch - 250000 Liter mehr als noch 2005. Das bedeutet mehr Arbeit - doch noch immer ist sie unrentabel.

Die Überproduktion fällt wegen neue Entwicklungen in der Nahrungsmittelindustrie noch stärker ins Gewicht. Viele Kekshersteller zum Beispiel verwenden für ihre Waren inzwischen Margarine statt Butter. Die ist günstiger und wird daher sogar in Butterkekse gemischt. So benötigt der Markt weniger Milch. „Wenn es so weitergeht, müssen in den kommenden Monaten 10 bis 15 Prozent der deutschen Milchbauernbetriebe dichtmachen“, schätzt Fölster.

Um seinen eigenen Hof zu retten, denkt er über den Anbau von Mais nach. Nicht für seine insgesamt 500 Rinder, sondern für Biogasanlagen. Doch auch hier gibt es ein Problem: Seitdem die Preise für Diesel und Benzin wieder sinken, fallen auch jene für Mais und Raps. Die Rohstoffe für erneuerbare Energien sind längst nicht mehr so gefragt wie noch im vergangenen Jahr.

Noch geht es den Rindern von Bauer Fölster gut. Sie stehen in ihrem Stall auf weichen Gummimatten; die Boxen sind zusätzlich mit Stroh ausgestreut. Kuhkomfort nennt das der Fachmann. Doch wenn die Wirtschaftskrise anhält, werden derartige Extras gestrichen. Der nächste Schritt wäre, dass der Tierarzt nur noch gerufen wird, wenn es gar nicht mehr anders geht. „Darunter würde auf lange Sicht die Milchqualität leiden.“

Während andernorts bereits über die Aufgabe landwirtschaftlicher Betriebe nachgedacht wird, möchte Lars Gerdes trotz allem durchstarten. Zum 1. Mai übernimmt er den Hof seines Vaters, auf dem 100 Milchkühe samt Nachzucht gehalten werden. Andere wirtschaftliche Rahmenbedingungen wären ihm für den Einstieg in die Selbstständigkeit lieber. „Finanziell ist das heute für viele Höfe eine knappe Geschichte“, sagt er. Die Stimmung unter den Landwirten sei gedrückt. „Wir sind schon froh, wenn wir mal einem Optimisten begegnen“, erzählt seine Freundin Wiebke Feddersen, die ihn bei der Arbeit im Betrieb unterstützt.

Trotz aller Widrigkeiten hat Gerdes viele Pläne für seine Zukunft in der Landwirtschaft. Sobald ein Ende der Krise in Sicht ist, möchte er den alten Kuhstall durch einen modernen ersetzen und einen neuen Schlepper kaufen. Bis es aber so weit ist, muss improvisiert werden. „Früher wurden kaputte Maschinen eher ausrangiert; heute werden sie repariert, solange es geht.“

Höhere Milchpreise mithilfe von Streiks durchsetzen zu wollen, hält Lars Gerdes für sinnlos. „Wir haben uns schon 2008 nicht an den Protesten beteiligt.“ Das sei für ihn die richtige Entscheidung gewesen, sagt er, denn schließlich hätten die Lieferstopps keinen Erfolg gebracht - stattdessen aber eine Menge Ärger unter den Bauern. In manchen Dörfern seien Streikbrecher beschimpft und angefeindet worden. Dabei sei es gerade in schwierigen Zeiten wichtig, dass die Landwirte zusammenhalten.

Ein Patentrezept zur Lösung der Probleme gibt es nach Meinung von Lars Gerdes nicht. „Wir können nur abwarten und versuchen, uns über Wasser zu halten. Irgendwann wird es besser.“

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