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Segeberg Mobiler Hühnerstall: Das Gelbe vom Ei
Lokales Segeberg Mobiler Hühnerstall: Das Gelbe vom Ei
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09:55 08.07.2019
Von Gunnar Müller
Viktoria Gloyer betreibt in Stuvenborn mit ihrem Vater einen landwirtschaftlichen Betrieb - neu hinzugekommen sind rund 300 braune, eierlegende Hühner in einem mobilen Hühnerstall. Quelle: Gunnar Müller
Stuvenborn

Die Idee, auch im elterlichen Betrieb einen mobilen Hühnerstall anzuschaffen, kam der 30-Jährigen im Studium. „Wir hatten die Flächen.“ Und nicht alle der rund 80 Hektar bewirtschafteten die Gloyers auch. Nach kurzer Überredung ihres Vaters wurde für einen mittleren fünfstelligen Betrag ein mobiler Hühnerstall angeschafft. Dieser steht nun einen Kilometer vor Stuvenborn – und wird alle paar Wochen ein Stückchen weitergefahren. 

Elektrischer Zaun hält Füchse draußen

Ankunft am Stall. Viktoria Gloyer zieht sich Gummistiefel über ihre Schuhe, holt aus dem Kofferraum einen blauen Eimer mit Getreide. „Alles gemischt von unseren Feldern“, sagt sie. Die rund 290 braunen und hellbraungefleckten Hühner kommen prrrrrr-prrr-rufend auf die 30-Jährige zugerannt. „Keine Ahnung, ob die mich erkennen oder nur den Eimer so interessant finden.“ Dann schaltet Gloyer kurz den elektrischen Zaun ab, der die neugierigen Tiere davon abhalten soll, ihm von innen zu nah zu kommen – und Füchse und Marder von außen die Lust verlieren. 

Gloyer steigt über den Zaun und wird augenblicklich umringt von den Hennen, während die Hähne vor dem Eingang des Stalls patrouillieren. Einige Hühner haben sich in dem sandigen Boden eine Kuhle gegraben und nutzen diese als Trockenbad. „Die sehen hinterher manchmal aus wie Sau.“ Schweinen würde die Idylle hier auf der Wiese wohl gefallen: Die Hühner können sich frei in dem großen umzäunten Bereich erholen, hin und wieder warnt der Hahn vor Gefahr. Dann laufen die Braungefleckten Richtung Stall. Auch in diesem haben sie die Wahl, ob sie sich unten auf dem Boden aufhalten wollen oder eine Etage darüber, wo es breite Sitzstangen für die Hühner gibt – auf mehreren Etagen. 

Hühner-Dünger kommt auf Ackerflächen

„Ganz oben sitzen die ranghöheren, unten die rangniederen Hühner“, erklärt Gloyer. Auf der anderen Seite befinden sich einige Brutkästen, in denen sich die Hennen zurückziehen können und ihr Geschäft erledigen: Eier produzieren. Diese werden dann in einem Kasten darunter gesammelt. Die Hennen wirken entspannt und laufen neugierig umher – auch hier stehen hellbraunen Hähne und schieben Wache. Es riecht im Stall ein bisschen nach saurem Kalk. Der Boden, auf dem hier auch die Tiere koten, lasse sich herausfahren, um dann die Hinterlassenschaften zu sammeln. Dieser Dünger werde auf andere Ackerflächen verteilt. 

Auch auf dem anfangs noch grünen Rasen hinterlassen die Hennen kleine dunkelgrüne Haufen. Neben dem Getreide fressen sie auch viel Grünzeug. Alle paar Wochen muss deswegen der Wagen ein Stückchen weiter gefahren werden. „Dadurch kann sich der Boden erholen und gleichzeitig profitiert der benutzte Boden dann von dem Dünger aus dem Hühnerkot“, erklärt die 30-Jährige. Ein guter Kreislauf. 

40 Cent kostet ein Ei von glücklichen Hühnern

Und nach einem glücklichen Leben als Huhn in Stuvenborn werden die Braunen zu Suppenhühnern. „Dadurch, dass sie viel an der frischen Luft waren und sich überall bewegen konnten, werden sie dann auch viel Fleisch und wenig Fettanteil haben“, sagt Gloyer. Undankbar, nach so vielen produzierten Eiern? „Naja, jeder der Eier isst, muss wissen, was zum Schluss mit den Tieren passiert. Bei uns hatten sie bis dahin zumindest eine schöne Zeit.“

Mit der Selbstbedienungs-Kasse haben Gloyers bislang gute Erfahrungen gemacht: Die Eier sind direkt am Dorfplatz in Stuvenborn in einer kleinen Hütte vor dem Hof erhältlich. „Die kosten 40 Cent pro Stück.“ Das sei zwar im Vergleich teurer als im Supermarkt – aber dafür täglich frisch und von „glücklichen“ Hühnern. „Momentan haben wir auch noch Eier von Junghühnern.“ Diese seien kleiner, aber dafür enthielten diese mehr Eigelb als Eiweiß. Hin und wieder werde auch Rote Beete an die Tiere verfüttert. Einerseits weil das für die Tiere kleine Leckerbissen seien, andererseits verfärbe sich das Eigelb dann in Richtung orange. „Wir drucken auch immer ein Mindesthaltbarkeitsdatum auf die Eier.“ 

Allerdings, rät die Agraringenieurin, sollte man Eier weder großen Temperaturschwankungen aussetzen oder waschen, beides beschädige die schützende Hülle.

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