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Segeberg Termin für Prozess gegen Ehemann steht
Lokales Segeberg Termin für Prozess gegen Ehemann steht
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07:00 09.08.2018
Von Thorsten Beck
Im Oktober wird der Mord an einer 34-jährigen Schackendorferin wieder in den Fokus der Öffentlichkeit rücken. Angeklagt ist der Ehemann. Quelle: Archiv
Schackendorf

Und die Anklage lautet nicht etwa nur auf Totschlag, sondern von vornherein auf Mord. Wie Landgerichtssprecherin Rebekka Kleine der Segeberger Zeitung auf Anfrage sagte, wird die Schwurgerichtskammer um den Vorsitzenden Richter Jörg Brommann die Hauptverhandlung um 15 Uhr im Saal 232 eröffnen. Zunächst einmal seien acht Tage bis zum Urteil vorgesehen. Unter anderem sollen laut Kleine im Verlauf des Verfahrens zwei Sachverständige und insgesamt 37 Zeugen aussagen. Volker L. selbst sitzt seit seiner Festnahme kurz nach der Tat in Untersuchungshaft.

Nach wie vor viele Fragen offen

Es ist eines der meist diskutierten, gleichwohl rätselhaftesten Verbrechen der jüngeren Vergangenheit in der Region. Hat Volker L. seine 34-jährige Frau und Mutter seines inzwischen vierjährigen Kindes tatsächlich so brutal erschlagen, dass Experten der Kieler Mordkommission sogar von einem „overkill“, also einer „Übertötung“ sprachen? Oder wurde Nadine L. doch das Opfer eines unbekannten Sexualtäters? Die Ermittler sind sich offenkundig sicher, dass der Ehemann den Leichnam mit Absicht halb bekleidet am Rand des Birkenwegs ablegte, um genau diesen Eindruck zu erwecken. Beim Fundort auf dem einspurigen Wirtschaftsweg, der nur ein paar Meter seitlich der A21 in Fahrtrichtung Hamburg verläuft, soll es sich auch um den Tatort handeln.

48-Jähriger bestreitet jede Beteiligung

Da der 48-jährige Angeklagte sich nach Darstellung von Oberstaatsanwalt Axel Bieler zwar gesprächsbereit zeigt, jede Beteiligung an der Tat jedoch weiterhin vehement bestreitet, dürfte im Herbst alles auf einen Indizienprozess hinauslaufen. Nach Informationen der Segeberger Zeitung konnte die Spurensicherung am mutmaßlichen Tatwerkzeug, einer Holzlatte, keine verwertbaren Hinweise finden. Auch die Suche nach einem Messer, das im Zusammenhang mit dem Tötungsdelikt eine Rolle gespielt haben könnte, verlief laut Polizei erfolglos.

Ehefrau selbst als vermisst gemeldet

Volker L. hatte seine 34 Jahre alte Frau damals bei der Polizei selbst als vermisst gemeldet und sich am nächsten Tag zusammen mit einem Nachbarn auf die Suche nach ihr gemacht – so seine Version der Geschehnisse. Den Weg unter der Autobahnunterführung Birkenhof habe er eingeschlagen, weil seine Frau dort immer mit dem Hund der Familie spazieren gegangen sei. Tatsächlich stießen die beiden Männer dort dann auf die halbnackte, mit „stumpfer Gewalt“ (so die Rechtsmedizin) furchtbar zugerichtete Leiche. Die Kripo vermutete angesichts dieser Umstände schnell eine Beziehungstat und konzentrierte sich auf den Ehemann, der seinen Begleiter sehr auffällig auf den Fundort gestoßen haben soll.

Staatsanwaltschaft plädiert auf Mord

Eine kriminaltechnische Untersuchung des Wohnhauses der Familie in Schackendorf hatte jedenfalls keine Spuren zutage gefördert, die auf ein Tötungsdelikt hindeuten. Eine gründliche Reinigung der Waschküche erwies sich nach kurzer Überprüfung als harmlos. Dass die Anklage trotz aller Fragen auf Mord lautet, deutet aber zumindest darauf hin, dass die Staatsanwaltschaft Volker L. Motive unterstellt, die auf einem so genannten niederen Beweggrund beruhen. Befriedigung des Sexualtriebs, Heimtücke, Grausamkeit, Habgier oder Verdeckung einer anderen Tat kommen etwa in Frage.

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