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Segeberg Tolle Show trotz verknackstem Fuß
Lokales Segeberg Tolle Show trotz verknackstem Fuß
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17:28 21.01.2019
Von Michael Stamp
Die "Musical Night" machte wieder in Bad Segeberg Station. Hier bittet der sadistische "Zahnarzt" (Simon Tunkin) aus dem "kleinen Horrorladen" zur Sprechstunde. Quelle: Michael Stamp
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Bad Segeberg

Im Vorjahr hatten die Axel-Törber-Band und die Gesangssolisten in die Mühle ausweichen müssen, weil die Mehrzweckhalle nach einem kapitalen Wasserschaden saniert werden musste; nun war man an gewohnter Stelle zurück und hatte eine höchst abwechslungsreiche Show im Gepäck. Törber ist der musikalische Kopf der Truppe, darüber hinaus ein veritabler Schlagzeuger und ein Musicalkenner, der die Zuschauer in fachkundigen Moderationen in die einzelnen Bestandteile der Show einführte.

Sänger kämpfte sich trotz Verletzung durch den Abend

Die größten Sympathien erntete allerdings Deimos Virgillito. Der Italiener hätte wahrlich eine Art musikalische Tapferkeitsmedaille verdient gehabt. Gleich zu Beginn der Show knickte er mit dem linken Fuß um und konnte vor Schmerzen kaum noch laufen. Humpelnd und hüpfend kämpfte er sich durch den Abend, tänzelte einbeinig als Boxer „Rocky“ über die Bühne und ließ sogar einen Auftritt in hochhackigen Stiefeln bei „Kinky Boots“ nicht ausfallen. Für ihn gab es „Bravo“-Rufe, zumal ihn die Verletzung auch stimmlich nicht aus dem Konzept brachte. Seine Udo-Lindenberg-Imitation bei „Hinter’m Horizont“ bekam schon nach der ersten gesungenen Zeile („Wir war’n zwei Detektive...“) Szenenapplaus. Beim „Sonderzug nach Pankow“ hüpfte er wiederum auf einem Bein über die Bühne. Lediglich ein Solo im zweiten Teil der Show ließ er aus.

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Sogar das brandneue Musical "Paramour" war dabei

Neben Virgillito bildeten der englische Tenor Simon Tunkin und drei Musicaldarstellerinnen das gesangliche Quintett: Alexandra Gentzen aus Bielefeld, Nicole Bolley aus Köln und Corie Townsend aus Houston in Texas. Bandleader Töber bringt auch gern topaktuelle Musicals auf die Bühne, so waren mit „The Hollywood Wiz“ und „Everything“ zwei Nummern aus der Cirque-du-Soleil-Show „Paramour“ zu hören, die im April im Stage Theater Neue Flora in Hamburg Premiere haben und jede Menge artistische Einlagen bieten wird. 

Natürlich gehörten Songs aus dem „Phantom der Oper“ und dem „König der Löwen“ zum Programm, aus „West Side Story“ und „Cabaret“. Aber neben den Standards wurden auch unbekanntere Lieder gespielt (zum Beispiel „No One Would Listen“, ein Bonustitel aus der „Phantom“-Verfilmung).

 Zudem brachte das Ensemble unter Regie von Colby Thomas einige hinreißend komische Nummern wie den „Zahnarzt“ aus „Der kleine Horrorladen“ und „I Will Follow Him“ aus „Sister Act auf die Bühne. Auch das noch recht neue „SpongeBob-Schwammkopf“-Musical war dem flippigen „Bikini Bottom Day“ vertreten.

Große Showblöcke gehörten ABBA und „Mamma Mia“ sowie den Queen-Hits aus dem Jukebox-Musical „We Will Rock You“. Spätestens bei „Highway To Hell“ und „Rockin’ All Over The World“ tanzten die Zuschauer ausgelassen. Beim abschließenden Evergreen „Ich war noch niemals in New York“ sangen dann alle mit - und das Ensemble stand Udo-Jürgens-typisch in weißen Bademäntel auf der Bühne. Im nächsten Jahr wird die Truppe zurückkehren – natürlich mit verändertem Programm.

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