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Segeberg Muss die Stadt neue Bäume pflanzen?
Lokales Segeberg Muss die Stadt neue Bäume pflanzen?
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11:34 19.05.2019
Von Einar Behn
Die Natur rings um den Teich wird noch lange brauchen, um sich von dem Kahlschlag zu erholen. Bisher spriest nur zartes Grün. Quelle: Einar Behn
Bad Bramstedt

Die Stadt hatte im September 2018 den früheren Karpfenteich des Gutes Bissenmoor gekauft, um ihn als Regenrückhalteanlage für die Entwässerung der Neubaugebiete im Bissenmoor zu nutzen. Für Empörung sorgte, dass die Stadt im Februar die gesamte Vegetation, mit Ausnahme einiger Bäume, rund um das Gewässer beseitigen ließ. Das sei notwendig, um den Teich ausbaggern zu können, hieß es zur Begründung. Naturschützer schalteten daraufhin die Untere Naturschutzbehörde des Kreises Segeberg ein. Denn bei dem Teich handele es sich um ein geschütztes Biotop, der Kahlschlag sei unzulässig.

Behörde prüft noch einmal vor Ort

Genehmigt war er tatsächlich nicht und die Stadt wird möglicherweise auch für Ersatzpflanzungen sorgen müssen. Die Sprecherin des Kreises Segeberg, Sabrina Müller, erklärte, die Untere Naturschutzbehörde werden in Kürze das Biotop noch einmal aufsuchen. „Nach dem Vor-Ort-Termin wird die Behörde entscheiden, welche Maßnahmen die Stadt ergreifen muss, beispielsweise ob sie nachpflanzen muss“, so die Kreissprecherin. Ein Bußgeld muss die Stadt aber nicht zahlen. Behörden können nicht gegen andere Behörden solche Sanktionen verhängen. 

Regenwasser darf eingeleitet werden

 Das Einleiten von Oberflächenwasser sei jedoch zulässig, erklärte die Kreissprecherin nach Rücksprache mit der Kreiswasserbehörde. Die Stadt habe eine Erlaubnis, den Bach, der durch den Teich fließt zur Regenwasserentsorgung zu nutzen.

SPD-Stadtverordnete Karin Steffen hatte einen Fragenkatalog an das Bauamt geschickt, um die Hintergründe des Kahlschlags aufzuklären. Aus der Beantwortung der Fragen geht hervor, dass die Stadt an einem Ausbau der Anlage festhält, allerdings ist nicht mehr, wie noch im April, vom Ausbaggern des Teiches spricht. Stattdessen schreibt Bauamtsleiter Erich Dorow: „Der tatsächliche Umfang wird im Antragsverfahren auf Gewässerausbau festgelegt.“ Es müsse einer Verlandung des Zuflusses vorgebeugt werden. „Schließlich soll das Gewässer auch in Zukunft einer Rückhaltung dienen.“ 

Probleme mit dem Versickern

Im Wohnpark Bissenmoor gibt nämlich große Probleme, Regenwasser, wie vorgesehen, in den Mulden versickern zu lassen. Da sie nicht genügend Wasser aufnehmen können, wird es durch Überläufe in den Graben und von dort in den Teich geleitet, der wie ein Speicher funktioniert, und das Wasser auf der anderen Seite kontrolliert wieder in die Fortsetzung des Grabens ablaufen lässt Karin Steffen hält die gesamte Entwässerungsplanung für den Wohnpark Bissenmoor für „eine offensichtliche Fehlplanung“, weil nun das Biotop zu einer Rückhalteanlage umfunktioniert wird. 

Die Gründe, warum die Stadt so radikal die Axt schwingen ließ, werden auch in der Beantwortung des Fragenkatalogs nicht deutlich. Auch bleibt die Frage unbeantwortet, wer im Januar den Auftrag erteilt hat. Steffen: „Ich werde am Montag noch mal nachhaken.“ Der Planungsausschuss tagt ab 19 Uhr im Schloss.

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