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Segeberg Tausende toter Fische im Segeberger See
Lokales Segeberg Tausende toter Fische im Segeberger See
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19:41 28.01.2019
Von Michael Stamp
Ein Fischsterben am Großen Segeberger See gibt Rätsel auf. Quelle: Dieter Struck
Bad Segeberg

Am Sonntag war Holger Facklam zu Fuß an dem Gewässer unterwegs. Beim morgendlichen Spaziergang stieß der Neversdorfer auf die leblosen Fische. Er machte Fotos mit seinem Smartphone und schickte zwei davon an die Redaktion der Segeberger Zeitung. „Haben Sie eine Erklärung für dieses Fischsterben?“, schrieb er in seiner Mail.

Bauamt der Stadt und Wasserbehörde des Kreises sind eingeschaltet

Die SZ ging der Sache gestern auf den Grund - allerdings herrscht bei den Fachleuten aktuell noch weitgehend Ratlosigkeit. Warum die Fische starben, „das wissen wir auch nicht“, erklärte Bauamtsleiterin Antje Langethal. Es sei allerdings bereits die Wasserbehörde des Kreises Segeberg eingeschaltet worden und habe einen Ortstermin gehabt. Die toten Fische finden sich vor allem auf der Seeseite, die an die Backofenwiese grenzt.

Junge Rotaugen und Brassen sind von dem Fischsterben betroffen

„Inzwischen sind viele der Fische auf den Grund gesunken oder unter das Eis getrieben“, schildert Dieter Struck. Er ist seit rund 20 Jahren Vorsitzender des Segeberger Sportfischervereins und kennt das Gewässer, an dem das Vereinsheim liegt, wie seine Westentasche. Doch jetzt zuckt auch er mit den Schultern, was die Ursache angeht. 

Es sind vor allem Rotaugen und Brassen, die tot an der Wasseroberfläche treiben. „Die Brut vom letzten Jahr“, schildert Struck. „Diese Arten laichen zwischen Mai und Juni.“ Derzeit sind die Jungfische, die einen mysteriösen Tod gestorben sind, fünf bis sieben Zentimeter lang. „Die wären mal 1000 Gramm schwer geworden“, sagt der Vorsitzende der Sportfischer.

Fische hatten sich in Zulauf zum See zurückgezogen

Struck stand nun mit einem Kescher am Ufer und holte möglichst viele Fische aus dem Wasser. „Die Spaziergänger fangen an zu reden und sich Sorgen zu machen“, erklärt er.

Begonnen hat das Fischsterben offenkundig im Zulauf zum See neben der neu gebauten Metallbrücke am Schärengarten. Dort fanden sich die meisten Fischleichen. Daher liegt nahe, dass die Todesursache über den Zulauf eingespült worden ist - eventuell durch die dauerhaften Regenfälle am Wochenende. Struck kann sich vorstellen, dass Rückstände von Streusalz in den See geraten sind; auch Teile der Straßenentwässerung landen über diverse Umwege im See. 

Ursache wird nur noch schwer zu ermitteln sein

Polizeioberkommissar Peter Mannke vom Umwelttrupp des Autobahn- und Bezirksrevier ist skeptisch, was die Ursachenforschung angeht. Die Untersuchung der Fischkadaver im Labor wäre vergebene Liebesmüh. „Die Fäulnis setzt bei Fischen ja unheimlich schnell ein.“ 

Der Tod mehrerer tausend Fische im Großen Segeberger See wird derzeit untersucht. Das Finden der Ursache erweist sich als schwierige Aufgabe.
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