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Segeberg Nach guter Ernte: Ran an die Kartoffel
Lokales Segeberg Nach guter Ernte: Ran an die Kartoffel
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18:40 11.10.2019
Von Nadine Materne
Kartoffeln, Kürbisse und mehr: Wiebke Burmeister und ihre Familie erwarten Tausende Besucher zum Kartoffelfest auf dem Hof in Wakendorf I. Quelle: Nadine Materne
Wakendorf I

75 Prozent der Ernte sind durch, sagt Kartoffelbauer Thies Burmeister. In riesigen Holzkisten lagern die Kartoffeln auf dem Hof. Das Lager ist gekühlt und dunkel. So bleiben die Knollen lange knackig. 15 Sorten werden auf über 200 Hektar Land angebaut. Pro Hektar können 40 bis 50 Tonnen Kartoffeln geerntet werden, erzählt Thies Burmeister. Das sind zwei Lkw-Ladungen pro Hektar Kartoffelacker.

Klimaanpassung auf dem Kartoffelacker

Neben den Klassikern Linda, Belana oder Princess probieren die Burmeisters jedes Jahr auch ein paar neuere Sorten aus. Die Kartoffel Baby Lou etwa. Nicht zu groß und nicht zu klein, glatte Schale. So mag es der Kunde, wissen die Burmeisters. Nicht immer kommen Neuheiten an. „Wir haben mal eine rotfleischige Kartoffel gehabt, das mochten die Leute nicht“, erinnert sich Thies Burmeister. „Sowas fliegt dann auch schnell wieder raus.“

Bewährt hätten sich Kartoffel-Sorten aus Bayern, etwa die „Krone“, berichtet Thies Burmeister. Die komme mit den inzwischen wärmeren Bedingungen besser klar als andere Sorten. Inzwischen sei es im Sommer in Schleswig-Holstein so warm wie vor 20 Jahren im Süden Deutschlands.

Kartoffeln in allen Formen und mehr auf dem Kartoffelfest

Am Sonntag können sich die Besucher des Kartoffelfestes durch das Sortiment des Hofes und vieler regionaler Hersteller probieren. „Kräuterkartoffeln, selbstgemachte Kartoffelpuffer, Kartoffelkuchen, Bratkartoffeln“, zählt Wiebke Burmeister einige kulinarische Leckereien aus eigener Herstellung auf. Erwartet werden wieder Tausende Besucher.

Dazu werden sich 100 Aussteller auf dem Hofgelände präsentieren mit Lebensmitteln bis Kunsthandwerk. Außerdem erwartet die Besucher eine Tombola mit vielen Preisen, für Kinder wird unter anderem Ponyreiten, Kinderschminken und eine Hüpfburg angeboten.

Neu im Programm sind die hofeigenen Kürbisse. „Die hat unser Sohn Malte angebaut“, erzählt Wiebke Burmeister (52). Der 25-Jährige soll einmal den Hof in fünfter Generation übernehmen. Kürbisse könnten ein weiteres Standbein werden, neben Mais, Eiern und dem Kartoffelanbau.

Denn auch wenn der Deutsche noch immer als Kartoffelesser bekannt ist, nimmt der Pro-Kopf-Verbrauch ab. „Vor 100 Jahren haben die Leute noch 300 Kilo Frischkartoffeln gegessen im Jahr“, sagt Thies Burmeister. Inzwischen seien es nur noch knapp 30 Kilogramm. „Dazu kommen 30 Kilo in Form von Pommes, Chips und Fertigpüree.“

Segeberger Kartoffeln reisen bis nach Frankreich

Das veränderte Essverhalten hat auch das Kartoffelfest im Lauf der Jahrzehnte verändert. „Das hat mal mit einer Einkellerungsaktion begonnen“, erinnert sich Thies Burmeister. 25- und sogar 50-Kilo-Säcke nahmen die Menschen damals mit nach Hause und lagerten die Kartoffeln zentnerweise in den Keller ein.

Heute kaum mehr vorstellbar: „Der 25-Kilo-Sack war unser meistverkaufter Sack.“ Den gibt es heute gar nicht mehr. Allerdings, so der 53-Jährige: „Nach der Einkellerung war Totentanz auf dem Hof. Es waren ja alle versorgt.“

Heute kaufen die Kunden am liebsten den Sack mit 2,5 Kilo Kartoffeln. „Dafür kommen die Kunden öfter, das ist für uns besser“, sagt Wiebke Burmeister. Auch das Bewusstsein für regionale Produkte bringe mehr Privatkunden in den Hofladen, darunter viele Urlauber. Einige wollen offenbar auch zu Hause nicht auf die Kartoffeln aus Segeberg verzichten: „Über unseren Online-Shop liefern wir sogar bis nach Frankreich.“

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